ARBESBACH KENNENLERNEN
Arbesbach – Porträt
Über dem Marktort Arbesbach ragt auf einem Granitkegel der Turmrest der mittelalterlichen Burg auf. Die Marktgemeinde im Bezirk Zwettl liegt im Waldviertler Hochland, zählt 1.572 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 55,03 Quadratkilometer.
Waldviertler Hochland und zwölf Ortschaften
Arbesbach liegt im Waldviertel; 48,59 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet. Zum Gebiet gehören zwölf Ortschaften und zwölf Katastralgemeinden. Diese Gliederung reicht vom Marktort über Kamp und Schönfeld bis zu kleineren Siedlungen wie Rammelhof und Neumelon. Arbesbach ist Teil der Kleinregion Waldviertler Hochland. Die offene Kulturlandschaft und die Waldstücke liegen hier eng nebeneinander; der Ortsname steht deshalb für ein Gebiet, nicht nur für den zentralen Markt. Der Granit prägt auch die markante Burgkuppe östlich von Purrath. Ein Blick von dort zeigt die bewaldeten Höhen und die von Höfen und Ortschaften gegliederte Landschaft.
Burgfelsen, Markt und Pfarrkirche
Die Burg wurde um 1190 von den Kuenringern an der damaligen Fernstraße zwischen Spitz und Freistadt errichtet. Unterhalb entstand Anfang des 13. Jahrhunderts der Markt als wirtschaftlicher und seelsorglicher Mittelpunkt der Herrschaft. Die Pfarre „Arwaizpach“ ist 1246 belegt; Marktrechte sind seit dem Ende des 14. Jahrhunderts nachweisbar. Nach einem Brand 1756 wurde die Pfarrkirche St. Ägidius 1761 bis 1772 als Barockbau neu errichtet. Der Galgen am südwestlich des Orts gelegenen Galgenberg wurde 1728 zuletzt für eine Hinrichtung verwendet. Die heutige Ruine ist nur noch ein Turmrest; ihre Lage auf dem Granitkegel macht die frühe Verbindung zwischen Burg und Markt noch immer ablesbar.
Hammerschmiede und Bärenschutzzentrum
Im Ortsteil Kamp zeigt das Schmiedemuseum eine revitalisierte Hammerschmiede. Nach Angaben des Waldviertel-Tourismus treiben drei Wasserräder den Hammer an; originale und rekonstruierte Teile machen die frühere Arbeit am Metall nachvollziehbar. Der Bärenwald in Schönfeld hat eine andere Aufgabe: Das VIER-PFOTEN-Schutzzentrum bietet Braunbären ein tiergerechtes Zuhause und vermittelt im Besucherbereich Hintergründe zum Tierschutz. Die Gemeinde nennt außerdem die Burg und die Pfarrkirche als Kulturdenkmale. Für den Turmrest auf dem Granitkegel weist die Gemeinde eine Aussichtswarte mit 176 Stufen und ganzjährigem Zugang von 7 bis 22 Uhr aus. Diese Orte zeigen sowohl die historische Nutzung lokaler Wasserkraft und Handarbeit als auch eine heutige Tierschutzeinrichtung.
Arbeitsort mit Landwirtschaft und Diensten
Die abgestimmte Erwerbsstatistik weist für 2024 in Arbesbach 228 Arbeitsstätten und 512 Beschäftigte in diesen Einrichtungen aus. Unter den Beschäftigten entfielen 30,3 Prozent auf den primären, 16,4 Prozent auf den sekundären und 53,3 Prozent auf den tertiären Sektor. Ein konkretes Dienstleistungsangebot ist das BÄRENWALD-Schutzzentrum in Schönfeld: Dort versorgt das Team gerettete Braunbären und informiert Gäste im Besucherbereich über Tiere und Tierschutz. Die Statistik bezieht sich auf Arbeitsstätten in der Gemeinde; sie ordnet Beschäftigte keinem einzelnen Betrieb zu. Die Dienste stellen die größte Gruppe; Land- und Forstwirtschaft und Produktion kommen zusammen auf 46,7 Prozent.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Arbesbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- BÄRENWALD Arbesbach – Besucherinformation
- Waldviertel Tourismus – Gemeinde Arbesbach
- Gemeinde Arbesbach – Burgruine
- Museumsmanagement NÖ – Schmiedemuseum
- STATISTIK AUSTRIA – Abgestimmte Erwerbsstatistik 2024, Gemeindeergebnisse
Stand der Angaben: 10.10.2026
