WAIDMANNSFELD KENNENLERNEN
Im Tal der Arbeit und der Wege
Waidmannsfeld liegt im Piestingtal, wo Siedlungen, Bahn und Industrie eng mit dem schmalen Talraum verbunden sind. Die Gemeinde im Bezirk Wiener Neustadt-Land zählt 1 464 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 21,39 Quadratkilometer.
Zwei Orte, ein Tal
Zum Gemeindegebiet gehören Waidmannsfeld und Neusiedl; ihre gemeinsame Geschichte ist eng mit dem Tal und seinen Verkehrswegen verwoben. Die Pfarrkirche von Waidmannsfeld steht auf dem Kirchenberg und wird von der Gemeinde als historisches Wahrzeichen beschrieben. In Neusiedl steht eine 1886 errichtete Kapelle am Dorfanger. Das Tal ist nicht nur Kulisse: Wasser und Wald schufen früh Voraussetzungen für Gewerbe und später für industrielle Arbeit. Heute finden sich in den Ortsteilen Wohngebiete, Arbeitsplätze und Freizeiteinrichtungen nebeneinander, während die Landschaft den Rahmen für Wege und Ausflüge bildet. Waidmannsfeld und Neusiedl liegen getrennt im Tal; Kirchenberg und Dorfanger geben ihnen unterschiedliche Ortsmittelpunkte.
Vom Gewerbe zur Werkssiedlung
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich Ortmann vom Mühlen- und Fabrikstandort zur industriellen Siedlung. Ignaz Ortmann gründete 1866 eine Kunstwollfabrik, Spinnerei und Deckenweberei. Mit der Bahnverbindung nach Gutenstein gewann der Betrieb an Bedeutung für die Bevölkerung des Tales. Später wurden Alttextilien zu Reißwolle und Baumwollwatte verarbeitet. Aus dieser Geschichte gingen nicht nur Arbeitsplätze hervor: Wohnhäuser, ein Kinderheim und Villen für die Firmenbesitzer veränderten das Ortsbild. Teile dieser Gebäude sind bis heute vorhanden und bewohnt. Die erhaltenen Wohnbauten und der von Josef Frank entworfene Kindergarten zeigen, wie der Betrieb über das Werkstor hinaus in den Ort wirkte.
Papierwerk und Pendelwege
Die Arbeitsstättenstatistik 2024 zählt in Waidmannsfeld 86 Arbeitsstätten und 189 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 26,7 Prozent der Arbeitsstätten gehören zum primären Sektor; zugleich pendeln 85,1 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Waidmannsfeld aus. Das zeigt landwirtschaftliche und kleinere örtliche Betriebe neben starken Arbeitsbeziehungen ins Tal. Das Papierwerk Ortmann ist ein regionaler Bezugspunkt: Essity führt die Produktion unter Pernitz, die Waidmannsfelder Gemeindechronik beschreibt das Werk als Teil ihrer Industriegeschichte. Dort entstehen Toilettenpapier, Haushaltstücher und Taschentücher. Die Gemeindestatistik erfasst nicht die Belegschaft des Werks; die Ortsgrenze ist bei diesem Standort wichtig.
Leben und Kultur
Im Neusiedler Ortsteil liegen der Kindergarten an der Stadionstraße und das Freibad in der Badgasse; auf dessen Gelände befindet sich ein Minigolfplatz. Als Volksschule führt die Gemeinde ein Angebot im benachbarten Pernitz. Betreuung und Freizeit sind damit im Ort vorhanden, während eine Schule außerhalb der Gemeinde liegt. Auch räumlich haben die beiden Dörfer eigene Bezugspunkte: Waidmannsfeld die Kirche auf dem Kirchenberg, Neusiedl die Kapelle am Dorfanger. Die Piesting und bewaldete Hänge prägen die Wege im Tal. Zwischen den Siedlungen erinnern erhaltene Arbeiterwohnhäuser aus der Werkssiedlung Ortmann an die Industriegeschichte; der Ort bietet damit Einblicke in Arbeit, Wohnen und Freizeit auf engem Raum.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Waidmannsfeld – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Waidmannsfeld – Geschichte und Kultur
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung Gemeindeergebnisse 2024
- Essity – Standort Österreich
- Gemeinde Waidmannsfeld – Schulen
- Gemeinde Waidmannsfeld – Minigolf im Freibad Neusiedl
Stand der Angaben: 09.10.2026
