WALPERSBACH KENNENLERNEN
Drei Dörfer an Bächen und alten Wegen
Walpersbach besteht aus drei Dörfern: Walpersbach, Klingfurth und Schleinz. Bäche, Felder und gemeinschaftliche Einrichtungen verbinden die Ortsteile. Die Gemeinde im Bezirk Wiener Neustadt-Land zählt 1 201 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 16,46 Quadratkilometer.
Drei Ortsteile mit eigener Geschichte
Schleinz ist laut Gemeindegeschichte bereits um 903 urkundlich erwähnt; Walpersbach selbst erscheint 1316 in einer Urkunde. Die drei Dörfer entwickelten eigene kirchliche und gemeinschaftliche Einrichtungen, gehören heute aber zu einer Gemeinde. Das Gelände wird von Bächen und landwirtschaftlich genutzten Flächen geprägt. Hochwasser ist Teil der Ortsgeschichte: Ein schweres Ereignis traf Walpersbach 1848, und später wurden Rückhalteanlagen am Leidingbach geschaffen. Diese Erfahrung erklärt, warum Wasserwirtschaft und Schutzmaßnahmen in der kommunalen Entwicklung eine Rolle spielen. Die Dörfer liegen nicht als einheitlicher Ortskern zusammen; ihre Namen und Einrichtungen bleiben im Gemeindealltag präsent.
Kirche und Erinnerung
Die Pfarrkirche Walpersbach wurde zwischen 1713 und 1718 neu errichtet, weil das ältere Kirchlein für die Wallfahrer zu klein geworden war. Der Kirchturm folgte gegen Ende des 18. Jahrhunderts. Eine örtliche Überlieferung berichtet von einem sogenannten Blutwunder, das im späten 16. Jahrhundert Menschen zur Marienkirche gezogen haben soll. Als belegte Ortsgeschichte ist vor allem die Wallfahrtstradition greifbar; das Wunder selbst gehört zur Überlieferung. Neben der Pfarrkirche erinnern Martersäulen und Kreuze an Hochwasser, Unfälle und religiöse Praxis. Sie verteilen sich auf Wege und Ortsteile und machen historische Erinnerungsorte im Alltag sichtbar. Die Ortsgeschichte berichtet außerdem von einer frühen Suche nach Kohle, die im 18. Jahrhundert zeitweise bis zu 200 Bergleute beschäftigte, aber 1874 wegen zu geringer Erträge endete.
Arbeiten und Pendeln
2024 verzeichnete die Arbeitsstättenstatistik in Walpersbach 84 Arbeitsstätten und 159 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 20,2 Prozent der Arbeitsstätten gehörten zum primären Sektor; zugleich pendelten 88,7 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Walpersbach aus. Landwirtschaft bleibt damit im Ortsbild sichtbar, während viele Arbeitswege über die Gemeindegrenze führen. Am Hauptplatz betreibt der Verein „Unser G'schäft in Walpersbach“ einen Nahversorger. Dort gibt es Lebensmittel und Gebäck für den täglichen Bedarf. Ergänzend nennt ein regionaler Eiererzeuger einen Verkaufsautomaten in Walpersbach 40. Die beiden Verkaufsstellen sichern kurze Wege im Dorf, stehen aber nicht für die gesamte Erwerbsstruktur der Gemeinde.
Versorgung und Entwicklung
Der Ausbau von Wasserleitungen, Straßen und Kanalisation prägte die kommunale Entwicklung im 20. Jahrhundert. In Walpersbach, Klingfurth und Schleinz entstanden Wasser- und Abwasseranlagen; damit wurden grundlegende Dienste auf die Ortsteile ausgeweitet. Ein Kindergarten kam 1978 hinzu. Später ermöglichten neue Siedlungsgebiete weiteres Wohnen in allen drei Dörfern. Wasser- und Abwasseranlagen sind daher nicht nur Baugeschichte, sondern bis heute gemeinsame Grundversorgung. Die Freiwilligen Feuerwehren in den Ortsteilen sind ebenfalls Teil dieser dezentralen Struktur. Die Volksschule liegt in Walpersbach; für die drei Dörfer bleibt sie ein gemeinsamer Treffpunkt außerhalb von Kirche und Vereinen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Walpersbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Waidmannsfeld – Geschichte und Kultur
- Gemeinde Walpersbach – Pfarrkirche Walpersbach
- Gemeinde Walpersbach – Sehenswürdigkeiten
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung Gemeindeergebnisse 2024
- Gemeindeseite: Betriebe / Industrie und Gewerbe
- Stocker EI – Steinfelder Eier aus Lanzenkirchen
- Gemeinde Walpersbach – Verein Unser G’schäft
Stand der Angaben: 09.10.2026
