THERESIENFELD KENNENLERNEN
Ein Dorf, das Wasser in die Ebene brachte
Theresienfeld verdankt seine Entstehung einem künstlichen Wasserlauf: Der Tirolerbach machte die trockene Wiener Neustädter Heide für eine planmäßige Ansiedlung nutzbar. Die Marktgemeinde im Bezirk Wiener Neustadt-Land zählt 4.259 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 11,45 Quadratkilometer.
Wasser als Voraussetzung
1763 ließ Maria Theresia hier eine Ackerbaukolonie anlegen. Die Siedlung folgte der damaligen Reichsstraße; die Bauernhäuser standen in regelmäßigen Abständen, die Felder lagen dahinter. Ohne Bewässerung wäre Landwirtschaft auf dem kargen Schotterboden kaum möglich gewesen. Der 5,3 Kilometer lange Tirolerbach führt Wasser aus der Piesting bis zur Ortsmitte. Von dort verteilt ein Netz aus Seiten- und Viertelkanälen das Wasser weiter. Das System umfasst heute rund 30 Kilometer. Es ist damit kein bloßes Relikt: Kanäle und Teich gehören weiterhin zum sichtbaren Ortsbild und ihr Wasser dient der Bewässerung von Gärten und Feldern. Die geradlinige Straßenanlage wirkt deshalb bis heute geordnet und unterscheidet den historischen Kern von späteren Siedlungen.
Vom Kolonistendorf zum Wohnort
Die ersten Bewohner kamen aus Tirol und der näheren Umgebung. Der Name des Tirolerbaches erinnert an einen Teil dieser Herkunft; Tiroler Familiennamen finden sich laut Gemeinde noch im Ort. Die Pfarrkirche entstand wenige Jahre nach der Gründung und wurde 1768 in Anwesenheit der Kaiserin geweiht. Bis weit ins 20. Jahrhundert blieb der Ort bäuerlich geprägt. Nach 1945 wurden Ackerflächen zunehmend in Bauplätze umgewandelt. Siedlungen entstanden westlich der Südbahn und beiderseits der Bundesstraße. Diese Entwicklung erklärt, warum sich in der Gemeinde die historische Anlage entlang der Straße und jüngere Wohngebiete überlagern. Die Wasserführung erforderte Regeln für die Nutzung und Pflege der Kanäle. Die Genossenschaft organisiert die Verteilung des Nutzwassers bis heute.
Arbeiten zwischen Ort und Region
Die Arbeitsstättenstatistik 2024 zählt in Theresienfeld 281 Arbeitsstätten und 1.240 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort; 80,1 Prozent der Arbeitsstätten entfallen auf Dienstleistungen. Zugleich pendeln 86,9 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Theresienfeld aus. Die Gemeinde verzeichnet neben Handel und Versorgung auch Handwerksbetriebe: Gelistet sind etwa ein Kfz-Meisterbetrieb, Haustechnik und Elektrotechnik. Diese Angebote machen die lokale Wirtschaft greifbar, während die Pendlerzahl zeigt, wie eng Theresienfeld mit dem Arbeitsmarkt rund um Wiener Neustadt verbunden ist. Die Arbeitsstätten sind dabei Betriebsstandorte, keine Zahl selbstständiger Unternehmen; die Beschäftigungsverhältnisse beziehen sich auf den Arbeitsort.
Ortsleben und Wege
Die Nähe zur Südbahn und zur Bundesstraße B 17 bindet Theresienfeld an die Nachbarzentren an. Die örtliche Gemeindechronik verweist zugleich auf den Wandel von landwirtschaftlicher Fläche zu Wohnsiedlungen und öffentlichen Einrichtungen. Volksschule, Landesberufsschule und Kindergärten ergänzen das Angebot für unterschiedliche Altersgruppen. Der Kulturparcours führt zu historischen Bauten, Denkmälern und dem Kanalsystem. So lässt sich der Ort zu Fuß als zusammenhängende Geschichte lesen: von der Kolonie über die Kirche bis zu den Wasserläufen, die ihre Gründung ermöglichten. Der Bahnhof an der Südbahn und die B 17 verbinden diese Wohngebiete mit der Stadtregion. Zugleich liegen Schule, Betreuung und historische Stationen im Ort selbst.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Theresienfeld – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeindeseite – hist
- Gemeindeseite – post
- Gemeindeseite – canal
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung Gemeindeergebnisse 2024
- Gemeindeseite: Betriebe / Industrie und Gewerbe
- Gemeinde Theresienfeld – Schulen und Kindergärten
Stand der Angaben: 09.10.2026
