GURK KENNENLERNEN
Gurk: Dom, Stift und Markt im Tal
Gurk liegt im gleichnamigen Tal im Bezirk Sankt Veit an der Glan. Die Marktgemeinde zählt 1.189 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) auf 39,65 Quadratkilometern. Der romanische Dom prägt das Ortsbild und die Geschichte des Markts.
Romanische Architektur und Hemmagrab
Der Gurker Dom gehört zu den bedeutenden Sakralbauten der Romanik in Österreich. In seiner Krypta befindet sich das Grab der heiligen Hemma, das seit 1174 belegt ist. Die Krypta wird von hundert Säulen getragen. Neben dem Hemmagrab gehören der barocke Hochaltar von Michael Hönel, eine Pietà von Raphael Donner und das Fastentuch des Meisters Konrad zu den hervorgehobenen Kunstwerken. Auch spätromanische Wandmalereien in der Bischofskapelle sind erhalten. Der Dom zeigt mehrere Bau- und Ausstattungsphasen: Der romanische Kern stammt aus dem 12. Jahrhundert, die Zwiebelturmhauben, die das Ortsbild mitbestimmen, kamen im 17. Jahrhundert hinzu.
Von Hemmas Gründung zum Bischofssitz
Vor dem heutigen Markt gab es in der Gegend einen Gutshof namens Gurca, der 898 in einer Schenkung Kaiser Arnulfs an einen Vorfahren Hemmas erwähnt wurde. Hemma gründete später ein Damenstift im Dorf Gurkhofen. Es bestand nicht lange: 1072 richtete der Salzburger Erzbischof an seiner Stelle das Bistum Gurk ein. Die Bischöfe verlegten ihre Residenz bereits im 12. Jahrhundert auf die Straßburg; in Gurk blieben Domkirche und Domkapitel. Bis 1788 war das Stiftsgebäude Sitz des Kapitels. Seine heutige Gestalt geht im Wesentlichen auf Bauphasen des 15. und 17. Jahrhunderts zurück. Während der Türkenzeit wurde der Komplex im späten 15. Jahrhundert befestigt.
Wallfahrt, Gewerbe und Gemeindegeschichte
Gurk entwickelte sich unter der Herrschaft des Domkapitels zu einem Ort mit Handwerk und Handel. Wallfahrten zum Hemmagrab sind seit dem 13. Jahrhundert belegt; Pilger brachten Nachfrage für verschiedene Gewerbe. Gurk ist seit 1298 als Marktort belegt. Im 19. Jahrhundert bestanden im Markt zwei Hammerwerke; eines davon hatte später ein Zellstoffwerk als Nachfolgebetrieb. Die heutigen Gemeinden Gurk und Pisweg entstanden 1850 als Ortsgemeinden. 1973 wurden sie zur heutigen Marktgemeinde vereinigt. Die Gemeinde umfasst drei Katastralgemeinden und 22 Ortschaften.
Höhenrücken und kulturelle Sammlungen
Pisweg liegt auf einem sonnigen Höhenrücken südlich des Gurktals. Im Gemeindegebiet erhebt sich der Freithofer Berg auf 1.188 Meter. Die Pfarrkirche St. Lambert in Pisweg bewahrt einen Karner mit bedeutenden Fresken aus dem 13. Jahrhundert. In Ranitz steht ein mittelalterlicher Brunnen, der als Heiden- oder Römerbrunnen bezeichnet wird. Die Schatzkammer Gurk zeigt sakrale Kunst vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Zu den besonderen Stücken zählen eine Magdalenen-Scheibe aus Weitensfeld um 1170, ein Kruzifixus aus Höllein um 1180 und der Gurker Tragealtar aus dem 13. Jahrhundert. Die neu gestaltete Ausstellung wurde 2014 eröffnet und umfasst zehn Räume. Madonnenfiguren zeigen dort die Entwicklung vom 13. bis zum 16. Jahrhundert. Sie zeigt auch Votivgaben und Gegenstände der Hemmaverehrung aus der Barockzeit.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
