RAUCHWART KENNENLERNEN
Rauchwart: Ein Dorf zwischen Kirchturm, Badesee und Strem
Rauchwart gehört zum Bezirk Güssing und umfasst 17,51 Quadratkilometer. Am 1. Jänner 2026 hatte die Gemeinde 468 Einwohnerinnen und Einwohner. Die einzige Ortschaft heißt Rauchwart im Burgenland; zu ihr zählen auch kleinere Siedlungsbereiche wie Ranzelberg und die Rauchwarter Berghäuser. Südlich des Dorfes liegt der Badesee im Stremtal. Zusammen mit dem benachbarten Stausee bildet er einen eigenen Landschaftsraum, in dem Freizeitnutzung, Siedlung und Wasserwirtschaft eng beieinanderliegen. Oberhalb des Friedhofs setzt die örtliche Kirche einen baulichen Akzent.
Eine frühere Wächterfunktion im Ortsnamen
Die Gemeinde führt ältere Ortsbezeichnungen auf eine Grenzwächtersiedlung zurück. Vor 1600 ist in ihrer Darstellung der Name „Erw“ überliefert, den sie mit Wart oder Wächter erklärt. Seit 1676 wird die Bezeichnung Rauchwart verwendet. Historische Funde weisen nach Darstellung der Gemeinde auf eine Besiedlung vor rund zweieinhalbtausend Jahren hin; die schriftlichen Ortsnamen sind deutlich jünger. Diese Namensgeschichte gibt dem Wortteil „Wart“ eine konkrete örtliche Bedeutung. Auch die ungarische Form Rábort und der kroatische Name Mala Borta gehören zur Überlieferung des Dorfes. Politisch war Rauchwart bis zum Ende des Ersten Weltkriegs Teil Ungarns. Seit 1921 gehört der Ort zum österreichischen Burgenland und damit zu dessen südlichem Grenzraum.
König Stephan und ein Bild der Helena
Die Filialkirche zum heiligen Stephan, König von Ungarn, entstand 1853 auf einer Anhöhe vor dem Friedhof. Ihr rechteckiges Schiff geht in einen schmaleren, halbrund geschlossenen Chor über; westlich steht der Turm mit Spitzhelm. Auffällig ist die Verteilung der Heiligenbilder: Am Altar der Apsis erscheint Helena, während der Stephansaltar rechts steht. Zwei Bronzeglocken wurden 1950 geweiht. Kirchenpatron und zentrales Altarbild bezeichnen hier also unterschiedliche Heilige.
Zwei Wasserflächen mit verschiedenen Aufgaben
Der etwa acht Hektar große Badesee und der benachbarte Stausee werden von der Strem gespeist. In den Badesee gelangt das Wasser über ein Rohr im Nordwesten; der Zufluss ist gering und hängt vom Wasserstand ab. Während der Stausee dem Hochwasserrückhalt dient, ist der Badesee als Freizeitbereich gestaltet. Sein Wasser erreicht maximal rund 3,7 Meter Tiefe; am Ufer fällt der Boden langsam ab. Auf einen schmalen Kiesstreifen folgen Liegewiesen, teilweise mit Bäumen. Campingflächen und die öffentliche Badeanlage liegen im nördlichen und östlichen Umfeld. Die weiteren Uferbereiche sind auch von Häusern und Bungalows geprägt. Der See gehört damit zu einer bewusst gestalteten Erholungslandschaft innerhalb einer überwiegend landwirtschaftlich genutzten Umgebung.
Begegnungen auch jenseits des Badens
Das Freizeitareal wird im Dorfleben über den Sommer hinaus aufgegriffen. Im Jahr 2023 organisierten die örtlichen Vereine erstmals einen Adventmarkt am Badesee und eröffneten einen Adventpfad. Der Gemeindekalender für 2025 nennt dort außerdem einen Pflanzenmarkt und ein Oldtimertreffen. Eine andere sportliche Verbindung schufen die 2007 gegründeten Rauchwarter Ice Riders. Der Eishockeyverein kehrte 2020 nach einer ruhigeren Phase zum ASVÖ Burgenland zurück. Solche Initiativen zeigen unterschiedliche Seiten der kleinen Gemeinde: gemeinschaftliche Veranstaltungen am Wasser und Vereinsarbeit, deren sportliche Kontakte über Rauchwart hinausreichen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Rauchwart – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Rauchwart – Gemeindeprofil
- Diözese Eisenstadt – Seelsorgeraum Carlo Acutis, Filialgemeinde Rauchwart, S. 24
- AGES – Badegewässerprofil Badesee Rauchwart, aktualisiert 2023
- Gemeinde Rauchwart – Gemeindenachrichten Dezember 2023
- Gemeinde Rauchwart – Veranstaltungskalender 2025
- ASVÖ Burgenland – Verbandszeitung 3/2020, Rauchwarter Ice Riders
Stand der Angaben: 08.10.2026
