MARKTGEMEINDE · OBERÖSTERREICH

St. Martin im Mühlkreis

St. Martin im Mühlkreis ist ein Marktort mit Steinverarbeitung, Brautradition und einem weit gestreuten Gemeindegebiet.

GEMEINDEKENNZIFFER41332
Schloss Neuhaus in St. Martin im Mühlkreis
Schloss Neuhaus in St. Martin im Mühlkreis · Foto: C.Stadler/Bwag · „St. Martin im Mühlkreis - Schloss Neuhaus (b)“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 802
01.01.2026
Fläche
34,84 km²
Bevölkerungsdichte
109,1
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
4113
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ST. MARTIN IM MÜHLKREIS KENNENLERNEN

Granit, Bier und die Donauleiten

St. Martin im Mühlkreis liegt zwischen granitgeprägter Hochfläche und Donau. Die Steinbrüche von Plöcking sind seit 1360 belegt; der industrielle Steinbruchbetrieb verlor im 20. Jahrhundert an Bedeutung. Die Marktgemeinde im Bezirk Rohrbach zählt 3.802 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 34,84 Quadratkilometer. Ihre Ortschaften reichen vom Marktzentrum bis zur Donau bei Neuhaus.

Vom Mühlviertler Hochland zur Donau

Das Gemeindegebiet liegt im südöstlichen Teil des Bezirks Rohrbach. Vom höher gelegenen Mühlviertel fällt es nach Süden zur Donau ab; dort liegen Neuhaus und Schloss Neuhaus über dem Fluss. Die Marktgemeinde umfasst neben dem zentralen St. Martin mehrere Ortschaften und Katastralgemeinden. Granit und die wellige Hochfläche bestimmen den Charakter der Umgebung. Die Wege zwischen dem Markt und den Ortschaften verbinden daher nicht nur Siedlungen, sondern auch verschiedene Landschaftsräume.

Produktion, Handel und Arbeitspendeln

Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste 382 Arbeitsstätten und 1.914 Beschäftigte am Arbeitsort; 71,8 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Fast die Hälfte der Beschäftigten entfiel jeweils auf Produktion und Dienstleistungen. STRASSER Steine fertigt in St. Martin Naturstein-Küchenarbeitsplatten. In Adsdorf betreibt die Brauerei Hofstetten ein Landbrauhaus und braut Bier; die Gemeinde belegt die Brautätigkeit hier seit 1449. Die Beispiele zeigen zwei unterschiedliche Arbeitsfelder innerhalb der Gemeinde: die Verarbeitung eines örtlich prägenden Materials und Lebensmittelherstellung. Die Pendlerquote macht zugleich deutlich, dass die Arbeitswege vieler Einwohner über die Gemeinde hinausführen.

Ein Marktort mit langer Pfarrgeschichte

St. Martin wurde 1242 urkundlich erwähnt und 1984 zur Marktgemeinde erhoben. Die Pfarrkirche geht auf eine im 11. oder frühen 12. Jahrhundert gegründete Tochterkirche der Altpfarre Feldkirchen zurück. Heute bündelt der Hauptort Bildungscampus, Bücherei, Freibad und Sportanlagen. Kindergarten, Musikschule und Nachmittagsbetreuung ergänzen das Angebot. Die Bildung und Freizeit liegen damit nahe beim Marktzentrum.

Eine alte Verbindung zwischen Donau und Böhmen

Schon vor der mittelalterlichen Besiedlung verlief über die Wasserscheide zwischen Großer Mühl und Pesenbach eine Salzstraße von der Donau über Landshaag nach Böhmen. Im 13. und 14. Jahrhundert wurde St. Martin zum Rastplatz für Händler; Bäcker und Fleischhauer siedelten sich an. Als die Bundesstraße nach Linz ab etwa 1740 zur Hauptverbindung des oberen Mühlviertels wurde, verlor die alte Route an Bedeutung. Die Mühlkreisbahn verlagerte den Verkehr 1888 weiter vom Ort weg. Diese Wegegeschichte erklärt, warum St. Martin an einer früher wichtigen Verbindung liegt.

Neuhaus an der Donau und Granit im Ortsbild

Schloss Neuhaus erhebt sich über der Donau und wird von der Gemeinde als historischer Ort geführt. Die Anlage wurde im späten 13. Jahrhundert durch die Schaunberger errichtet und später mehrfach umgebaut. Sie ist in Privatbesitz; Angaben zu Besichtigungen sollte man daher vorab direkt beim Betreiber prüfen. Die frühere Feldbahntrasse vom Schlagerbruch zur Donau ist heute ein Wanderweg. In Plöcking macht die Arena Granit die regionale Steintradition für Besucher anschaulich; die Gemeinde erwähnt dort einen Steinlehrpfad.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 11.10.2026

GEOGRAFIE

St. Martin im Mühlkreis auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 612
31.10.2021 · Registerzählung3 741
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 802

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 231
NUTS-3-Region
Mühlviertel (AT313)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von St. Martin im Mühlkreis

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.