ST. OSWALD BEI HASLACH KENNENLERNEN
Kleine Gemeinde am Schwemmkanal
St. Oswald bei Haslach ist mit 8,12 Quadratkilometern eine kleine Gemeinde im oberen Mühlviertel. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 515 Menschen. Der Hauptort liegt auf 658 Metern; im Gemeindegebiet reichen bäuerliche Siedlungen bis zum Tal der Großen Mühl und zum historischen Schwarzenberg’schen Schwemmkanal an der Grenze zu Tschechien.
Hügel, Felder und die Große Mühl
Die Gemeinde liegt im Bezirk Rohrbach nordwestlich von Haslach. Ihr Gelände besteht aus Granithügeln und Senken, die nach Süden zum Tal der Großen Mühl abfallen. Rund zwei Drittel der Fläche werden landwirtschaftlich genutzt; Wald liegt vor allem im Norden und entlang des Flusses. Der Hauptort ist der größte der acht Ortsteile, während Almesberg, Günterreith, Laimbach, Minihof, Morau, Sattling und Schwackerreith kleine Rotten und Weiler bilden. Die Gemeinde ist damit klein, aber landschaftlich deutlich gegliedert.
Kleine Arbeitsstätten, weite Arbeitswege
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste 35 Arbeitsstätten mit 80 Beschäftigten am Arbeitsort; Dienstleistungen bildeten den größten Bereich. 87,5 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Die Beschäftigtenzahl bezieht sich auf Arbeitsplätze im Ort, die Pendlerquote auf Erwerbstätige mit Wohnsitz in der Gemeinde. Im Hauptort nutzt der Steilstufenwirt ein früheres Schulgebäude; seine Karte verbindet regionale und mediterrane Küche mit vegetarischen und veganen Gerichten. In Schwackerreith führt die Gemeinde die Furtmühle als Urlaub-am-Bauernhof-Betrieb. Ebenfalls im Hauptort ist Wagner Busreisen & Reisebüro ansässig; die Betreiberseite listet Tages- und Mehrtagesfahrten sowie Radreisen.
Acht Ortsteile, ein Pfarrzentrum
St. Oswald bildet den Hauptort und das soziale Zentrum der Gemeinde. Dort liegen Pfarrkirche, Kindergarten, Volksschule und Gemeindeamt. Eine Besonderheit ist die Kirche Heiligenstein bei Schwackerreith, die mit der Furtmühle an der Großen Mühl liegt. Bei einer kleinen Einwohnerzahl haben diese Einrichtungen und Vereine eine wichtige Rolle im gemeinschaftlichen Alltag; ein Teil der täglichen Arbeit und Versorgung bleibt dennoch an größere Orte in der Umgebung gebunden.
Pfarre, Grenzgeschichte und Erinnerung
Die Pfarre St. Oswald wurde 1261 urkundlich erwähnt. Der Ort hieß lange St. Oswald am Windberg; erst im 20. Jahrhundert setzte sich der heutige Zusatz „bei Haslach“ durch. Die Gegend gehörte zur Passauer Lehnshoheit und kam nach den napoleonischen Kriegen 1814 dauerhaft zu Oberösterreich. Ein Denkmal aus 14 Granitsteinen erinnert an verschwundene Orte der Pfarrgemeinde Deutsch Reichenau. Auch die Burgruine Morau und die Pfarrkirche gehören zu den baulichen Zeugnissen, die die kleinteilige Geschichte der Gemeinde sichtbar machen.
Ein Kanal für Holz, heute ein Zeugnis der Landschaft
Der Schwarzenberg’sche Schwemmkanal entstand als Transportweg, über den Holz aus den Wäldern des Böhmerwalds zur Großen Mühl gebracht wurde. Bei Morau folgt die Anlage einer steilen Geländekante; die Gemeinde hebt diesen Abschnitt als besonders gut erhalten hervor. Steinmauern und das Gefälle zeigen, wie der Wasserlauf für den Holztransport genutzt wurde. Hier verläuft zugleich die Grenze zu Tschechien. Eine kommunale Walkingkarte weist Wege durch die Umgebung aus. Der Kanal macht damit eine frühere Verbindung zwischen Waldwirtschaft und Flussraum im Gelände nachvollziehbar.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Oswald bei Haslach – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde St. Oswald bei Haslach - Zentrum
- STATISTIK AUSTRIA – Abgestimmte Erwerbsstatistik 2024, Gemeindeergebnisse
- Gemeinde St. Oswald – Gastronomie
- Tourismusverband Mühlviertel – Steilstufenwirt
- Gemeinde St. Oswald – Schwarzenberg’scher Schwemmkanal
- Gemeinde St. Oswald – Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
- Gemeinde St. Oswald – Pfarrkirche als Veranstaltungsstätte
- Gemeinde St. Oswald – Tourismusbetriebe
- Wagner Reisen – aktuelle Reiseangebote
Stand der Angaben: 11.10.2026
