SANKT JOHANN IM SAGGAUTAL KENNENLERNEN
Sankt Johann im Saggautal: Alltag im Saggautal
Sankt Johann im Saggautal liegt am Eichberg zwischen dem Saggautal und dem Grenzland bei der Remschnigg Alm. Die Gemeinde im Bezirk Leibnitz hat 1.963 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und 27,03 Quadratkilometer Fläche. Acht Ortschaften verteilen sich über das Gemeindegebiet. Die Region ist ländlich geprägt, doch Handwerk, Direktvermarktung und lokale Dienstleistungen sorgen für Arbeit und Versorgung vor Ort.
Zwischen Tal und Grenzland
Das Saggautal mündet in das Sulmtal, das sich ostwärts bis Leibnitz erstreckt. Auf der anderen Seite der Gemeinde liegt die Remschnigg Alm an der slowenischen Grenze; die Straße L604 verbindet die Südsteirische Grenz Straße B69 im Süden mit der Sulmtal Straße B74 im Norden. Eichberg, Gündorf, Narrath, Praratheregg, Radiga, Saggau, Sankt Johann im Saggautal und Untergreith bilden die acht Ortschaften. Diese Gliederung erklärt, warum der Ortskern nicht alle Angebote bündelt und Wege zwischen den Siedlungen zum Alltag gehören. Der rund elf Kilometer lange „Weg der Sinne“ führt vom Josefiplatz über den Eichberg zum Salzerkogel und markiert Stationen für Hören, Sehen und Fühlen. Weitere Wanderwege erschließen die Umgebung.
Handwerk, Versorgung und Pendeln
In der Arbeitsstättenzählung 2024 wurden für die Gemeinde 187 Arbeitsstätten und 537 Beschäftigte an Arbeitsstätten ausgewiesen. 52,9 Prozent der Arbeitsstätten entfielen auf den Dienstleistungssektor; 77,0 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Lokale Betriebe ergänzen diese Struktur mit konkreten Angeboten: Die Destillerie Stelzl stellt Brände und Liköre her, Blumen Stelzl bietet Floristik, und Elektro Racholz arbeitet im Elektrohandwerk. Die Gemeinde listet außerdem Autowerkstätten, Bau- und Installationsbetriebe sowie Direktvermarkter. Die 537 Beschäftigten beziehen sich auf Arbeitsstätten in der Gemeinde; die hohe Auspendelquote zeigt zugleich, wie wichtig Arbeitsorte außerhalb für die Einwohner sind.
Ein Bauernhaus als Museum
In Gündorf steht das Rauchstubenhaus, ein um 1700 errichteter Bauernhof mit Blockbau, gemauertem Mittelteil und Strohdach. Die Rauchstube war einst zugleich Wohn-, Arbeits- und Kommunikationsraum; der Rauch zog über ein Hochfenster ab. Heute sind dort unter anderem Geräte für Feld- und Gartenarbeit sowie eine Spinn- und Webstube zu sehen. Nach einer Phase des Verfalls wurde das Haus restauriert und 1983 zur Besichtigung freigegeben. Führungen können über den auf der Gemeindeseite genannten Kontakt vereinbart werden. Als Museum liegt es mitten in der Gemeinde und macht die frühere bäuerliche Lebensweise konkret erfahrbar.
Ortsleben mit langer Geschichte
Funde von Grabhügeln zwischen Sankt Johann und Untergreith weisen auf frühe Besiedlung im Talraum hin. Um 1100 wurde Saggau in einer Schenkung an das Stift St. Paul im Lavanttal genannt. Die moderne Ortsgemeinde entstand 1850. Die Pfarrkirche im Hauptort und das Rauchstubenhaus in Gündorf zeigen zwei unterschiedliche Seiten dieser Geschichte: kirchliches Zentrum und bäuerliches Wohnen. Für Wege in die Nachbarorte bleibt die L604 wichtig, während der Weg der Sinne den Eichberg als Wandergebiet erschließt. Sankt Johann besteht so aus einem Ortskern und mehreren kleineren Siedlungen, deren Angebote über das Tal verteilt sind.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sankt Johann im Saggautal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Rauchstubenhaus
- Geschichte
- Gemeinde St. Johann im Saggautal
- Betriebe
- Wandern in St. Johann im Saggautal
Stand der Angaben: 14.10.2026
