SANKT VEIT IN DER SÜDSTEIERMARK KENNENLERNEN
Sankt Veit: viele Dörfer, ein südsteirischer Markt
Sankt Veit in der Südsteiermark ist keine einzelne geschlossene Siedlung, sondern eine Gemeinde aus zahlreichen Dörfern und früher selbstständigen Gemeinden. Sie zählt 4.404 Einwohner (1. Jänner 2026) auf 73,92 Quadratkilometern.
Ein Verbund aus gewachsenen Orten
Die heutige Marktgemeinde entstand 2015 aus St. Veit am Vogau, St. Nikolai ob Draßling und Weinburg am Saßbach. Seit 2020 gehört auch Seibersdorf dazu. Diese Zusammenführung erklärt die große räumliche Ausdehnung und die vielen lokalen Zentren: Neben dem Hauptort prägen unter anderem Labuttendorf, Weinburg und St. Nikolai das Gemeindeleben. Die Verwaltung hält in Weinburg und St. Nikolai Außenstellen offen, sodass Bürgerservice und örtliche Aufgaben nicht allein am Kirchplatz gebündelt sind. Die drei Volksschulstandorte in St. Veit am Vogau, St. Nikolai ob Draßling und Weinburg am Saßbach spiegeln diese Struktur ebenfalls. Es handelt sich damit um eine Gemeinde, deren Alltag auf mehrere Kirchorte und Dorfmitten verteilt ist.
Felder, Reben und Wege
Die Landschaft im Süden des Bezirks Leibnitz ist von landwirtschaftlich genutzten Flächen und Weinbau geprägt. Die Gemeinde beschreibt Wiesen und Felder als wesentliche Elemente des Jahreslaufs und verweist auf ein ausgeschildertes Rad- und Wanderwegenetz. In den Dörfern stehen Bildstöcke und Marterln an Wegen und Kreuzungen; sie gehören zum alltäglichen Landschaftsbild und markieren lokale religiöse Traditionen. Die Rabenhofteiche bieten einen Naturraum, in dem die Gemeinde den seltenen Moorfrosch hervorhebt. Für Bewohner verbinden die Wege die verstreuten Ortsteile, für Gäste erschließen sie die Landschaft zu Fuß oder mit dem Rad. Die A9 liegt nahe der südwestlichen Gemeindegrenze bei der Anschlussstelle Vogau-Straß; für Bahnreisen wird der Bahnhof Leibnitz genutzt.
Landwirtschaft und regionale Angebote
2024 verzeichnete Statistik Austria 443 Arbeitsstätten in der Gemeinde; 40,2 Prozent davon entfielen auf den primären Sektor. In den Arbeitsstätten waren 1.386 Beschäftigungsverhältnisse erfasst, darunter 38,5 Prozent im sekundären Sektor. 77,1 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Die Daten zeigen nebeneinander eine starke Präsenz landwirtschaftlicher Arbeitsstätten, Produktion und Dienstleistungen sowie eine ausgeprägte Verflechtung mit Arbeitsorten außerhalb der Gemeinde. Wie Landwirtschaft und Gastgewerbe zusammenkommen, zeigt das Weingut Holler in Wagendorf mit Weinbau, Buschenschank und Gästezimmern. Die Gemeinde nennt außerdem Betriebe in Hütt und Labuttendorf. Die Beschäftigtenzahl erfasst Arbeitsverhältnisse am Arbeitsort, nicht die Erwerbstätigen am Wohnort.
Kirchorte und bäuerliche Geselligkeit
Die doppeltürmige Wallfahrtskirche in St. Veit am Vogau prägt weithin sichtbar den Hauptort. Ihr Deckengewölbe wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Felix Barazutti ausgemalt. In St. Nikolai ob Draßling steht eine Pfarrkirche unter dem Patrozinium des heiligen Nikolaus; im Schloss Weinburg befindet sich eine der heiligen Katharina geweihte Schlosskirche. Zusammen zeigen diese Orte, dass die Gemeindegeschichte aus mehreren eigenständigen Zentren besteht. Im heutigen Leben treffen sich Menschen bei Märkten, Festen und kulinarischen Veranstaltungen; regionale bäuerliche Erzeugnisse werden dabei öffentlich angeboten. Für Besucher ergeben sich damit zwei Zugänge zum Ort: die sakrale Architektur in den Dorfkernen und die von Landwirtschaft und Wein geprägte Alltagskultur.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sankt Veit in der Südsteiermark – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Marktgemeinde Sankt Veit – Willkommen
- Tourismus & Freizeit
- Außenstelle Weinburg am Saßbach
- Statistik Austria Arbeitsstättenzählung 2024
- Gemeinde Sankt Veit – Gästezimmer und Betriebe
Stand der Angaben: 14.10.2026
