REITH IM ALPBACHTAL KENNENLERNEN
Reith im Alpbachtal: Dorf auf der Terrasse
Reith im Alpbachtal liegt auf einer sonnigen Hochterrasse am Eingang des Alpbachtals. Die Gemeinde zählt 2.905 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 27,41 Quadratkilometer. Im Ortskern liegen Pfarrkirche und Reither See nah beieinander; darüber führen Wege zu Höfen, Almen und dem Reither Kogel. So verbindet Reith einen kompakten Dorfmittelpunkt mit einem weitläufigen, deutlich höher gelegenen Gemeindegebiet.
Terrasse am Taleingang
Das Alpbachtal zweigt bei Brixlegg vom Unterinntal ab. Reith liegt am Eingang auf einer breiten Hochterrasse, während das Gemeindegebiet bis zur Grenze mit Alpbach und zum Kerschbaumer Sattel hinaufreicht. Die verstreuten Einhöfe erklären das weit verzweigte Netz an Güterwegen. Im Zentrum liegen Reither See, Pfarrkirche und wichtige Einrichtungen nah beieinander. Der Kontrast zwischen dem belebten Dorfkern und den höheren Einzelhöfen prägt Alltag und Landschaft. Zwei kleine Seen, Reither See und Egelsee, liegen in trichterförmigen Vertiefungen der Terrasse. Der Reither See ist heute Badesee und öffentlicher Aufenthaltsort; er bildet zugleich einen gut sichtbaren Mittelpunkt des Orts.
Vom alten Kirchort zum Blumendorf
Eine römische Ansiedlung wird für die Terrasse angenommen; urkundlich erscheint Reith um 960 als „Rîute“. Die Pfarre war einst für ein weites Gebiet im Inntal und in den Seitentälern zuständig. Auf einem Felsen über dem Inn entstand im 12. Jahrhundert die Burg Kropfsberg als Verwaltungs- und Grenzstützpunkt. Von der einst großen Anlage ist heute eine Ruine erhalten. Über Jahrhunderte wurde am Reither Kogel Silber und Kupfer abgebaut; der Bergbau ist eingestellt. Reiths heutiges Ortsbild knüpft stärker an gepflegte Blumeninseln und Balkone an. 1979 wurde der Ort bei Entente Florale Europe als „Schönstes Blumendorf Europas“ ausgezeichnet. Die Auszeichnung erklärt, weshalb Blumenpflege bis heute Teil des öffentlichen Erscheinungsbilds ist.
Arbeit zwischen Tourismus und Handwerk
2024 verzeichnete die Arbeitsstättenzählung in Reith im Alpbachtal 307 Arbeitsstätten und 1.110 Beschäftigte am Arbeitsort. Rund zwei Drittel der Beschäftigungsverhältnisse entfielen auf Dienstleistungen; ein weiterer Teil lag im produzierenden Bereich. Eine konkrete Verbindung von Landwirtschaft, Verarbeitung und Verkauf bietet die Alpbachtaler Heumilchkäserei im Kirchfeld. Dort wird Milch aus der Region zu Käse und anderen Milchprodukten verarbeitet und im eigenen Laden verkauft. Der Reither See, die Bergbahn und Wanderwege schaffen daneben Nachfrage für Beherbergung und Gastronomie. Viele Einwohner pendeln dennoch zur Arbeit in andere Gemeinden. So treffen im Ort bäuerliche Lieferketten, handwerkliche Verarbeitung und Gästebetriebe aufeinander.
Draußen unterwegs
Der Reither See liegt direkt am Ortszentrum und dient im Sommer als Badesee. Die breite Liegewiese und der Kinderbereich machen ihn zu einem zugänglichen Freizeitort, der keine Bergtour voraussetzt. Vom Dorf führt die Reitherkogelbahn in das Wander- und Skigebiet am Reither Kogel. Ein weiteres Ziel im Ortsgebiet ist der Hildegard-von-Bingen-Garten: Auf rund 900 Quadratmetern stehen Kräuterwissen und Erholung im Mittelpunkt; Barfuß- und Massagepfad ergänzen die Bepflanzung. Ein barrierefreier Themenweg verbindet den Garten mit weiteren Stationen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Reith im Alpbachtal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Hildegard Garten – Alpbachtal Tourismus
- STATISTIK AUSTRIA – Arbeitsstättenzählung 2024
- Reither Badesee
- Alpbachtal Tourismus – Alpbachtaler Heumilchkäserei
- Alpbachtal Tourismus – Hildegard Garten
Stand der Angaben: 15.10.2026
