MITTERSILL KENNENLERNEN
Mittersill bündelt Oberpinzgauer Alltag und Nationalpark
Mittersill liegt dort, wo die Salzach das Oberpinzgauer Tal durchzieht und die Wege über Pass Thurn und Felbertauern zusammentreffen. Die Stadtgemeinde hat 5.720 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 131,98 Quadratkilometer. Markt, Schulen, Betriebe und Nationalparkangebote machen sie zu einem wichtigen Zentrum des Oberpinzgaus.
Talstadt mit Verbindungen in die Berge
Die Lage am breiten Salzachtal hat Mittersill seit Jahrhunderten geprägt. Nach Osten führt die Talroute Richtung Zell am See, nach Westen Richtung Gerlos; der Pass Thurn verbindet den Ort mit Tirol, während die Felbertauernstraße nach Süden führt. Die Pinzgauer Lokalbahn ergänzt diese Straßenachsen entlang des Tals. Der historische Markt liegt nahe der Salzach, die wegen wiederkehrender Hochwasser immer wieder gesichert werden musste. Heute trennt ein Damm den Ort vom Fluss und prägt zugleich den öffentlichen Raum. Das Gemeindegebiet umfasst neben dem Zentrum mehrere verstreute Ortsteile bis in die Seitentäler. Felben mit dem alten Felberturm liegt nahe beim Stadtkern, während das Wasenmoos und der Hintersee bereits in höher gelegenen Landschaftsräumen liegen.
Arbeit, Bildung und regionale Dienste
Die Arbeitsstättenzählung 2024 zählte 640 Arbeitsstätten in Mittersill; 73,4 Prozent gehörten zum Dienstleistungssektor. Von 3.804 Beschäftigungsverhältnissen am Arbeitsort entfielen 63,1 Prozent auf Dienstleistungen und 32,1 Prozent auf den produzierenden Sektor. 46,4 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Die Größen beziehen sich auf unterschiedliche Bezugsgruppen und zeigen zugleich Arbeitsplätze vor Ort und Verbindungen ins Umland. Die Stadt nennt Fahnen-Gärtner und den Skihersteller Blizzard als ortsansässige Industriebetriebe. Neben dieser Produktion bietet das Nationalparkzentrum Hohe Tauern mit acht Erlebnisstationen einen Besuchs- und Bildungsdienst im Stadtkern. Handel und öffentliche Einrichtungen ergänzen die Arbeitsplatzstruktur des regionalen Zentrums.
Felberturm und die Geschichte des Marktes
Der Felberturm im Ortsteil Felben ist ein weithin sichtbarer Rest der regionalen Säumer- und Handelsgeschichte. Der Wehrturm diente später als Speicher und beherbergt heute ein Museum zur Geschichte des Marktes, des Alltagslebens und des Verkehrs über die Alpen. Feuer und Hochwasser unterbrachen diese Entwicklung mehrfach; 1746 zerstörte ein Großbrand einen großen Teil des Marktes. Im 19. Jahrhundert ließ der damalige Pfleger Ignaz von Kürsinger Dämme an der Salzach vorantreiben, um wiederkehrende Überschwemmungen einzudämmen. Mit der Eröffnung der Felbertauernstraße 1967 gewann Mittersill erneut an Bedeutung als Verbindungspunkt zwischen dem Salzachtal und Osttirol.
Museum, Nationalparkwelten und Moor
Im Nationalparkzentrum in Mittersill führen acht Stationen durch unterschiedliche alpine Lebensräume, vom Tal bis ins Hochgebirge. Das Haus macht Nationalparklandschaft auch bei Schlechtwetter zugänglich und liegt an der Gerlosstraße nahe dem Zentrum. Wer lieber draußen unterwegs ist, kann das Wasenmoos am Pass Thurn auf einem frei begehbaren, zwei Kilometer langen Themenweg erkunden. Schautafeln erklären Moorlebensräume, Torfstich und Renaturierung; ein Aussichtspavillon öffnet den Blick auf die Hohen Tauern. Das Moor darf nur auf den vorgegebenen Wegen betreten werden. Der Rundweg macht zugleich die frühere Torfnutzung und die Renaturierung des Moores sichtbar.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 14.10.2026
