PIESENDORF KENNENLERNEN
Piesendorf: Dorfleben mit internationaler Produktion
Piesendorf liegt im Salzachtal am Fuß der Schmittenhöhe; gegenüber öffnen sich die Blicke zu Kitzsteinhorn und Großglockner. Die Gemeinde im Bezirk Zell am See hat 3.839 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und 50,97 Quadratkilometer Fläche. Neben dem Hauptort gehören Aufhausen, Hummersdorf und Walchen dazu. Die Lage zwischen Bergland und Talachse prägt sowohl den Alltag als auch die wirtschaftliche Mischung.
Vier Ortsteile, ein Talraum
Die Gemeinde liegt an der Salzach und verteilt sich auf vier Ortschaften; Walchen und Aufhausen haben jeweils eigene Dorfkerne, während Fürth zu Aufhausen gehört. Rund die Hälfte der Fläche ist bewaldet, dazu kommen landwirtschaftlich genutzte Flächen und Almen. Der Talboden bietet Verkehrsverbindungen und Siedlungsraum, darüber markiert das Naglköpfl einen weithin erkennbaren Geländepunkt. Die Pinzgauer Lokalbahn und die B 168 verbinden Piesendorf mit den Nachbarorten. Dadurch bleiben Wege in den Alltag und in die Freizeit kurz, auch wenn die Gemeindefläche über mehrere Ortsteile verteilt ist.
Spuren verschiedener Zeiten
Piesendorf wird 1147 als „Puesendorf“ schriftlich erwähnt. Rund um das Naglköpfl verweisen Funde auf eine frühe Besiedlung und auf vorgeschichtlichen Kupferabbau; die genaue Deutung ist archäologisch vorsichtig zu behandeln. Im Mittelalter gehörte die Burg Walchen zur Geschichte des Ortsteils gleichen Namens, von der Anlage sind heute nur Mauerreste erhalten. Die Pfarrkirche im Hauptort und die barocke Filialkirche Walchen bewahren unterschiedliche kirchliche Ortsgeschichten. Ein ungewöhnlicher kultureller Bezug liegt in Fürth: Sebastian Perfeller begann dort ab etwa 1867, ein Dorf im chinesischen Baustil anzulegen. Die Tourismusseite dokumentiert dieses Projekt als „Chinesenstadt“ und ordnet es ausdrücklich dem Ortsteil zu.
Produktion, Versorgung und Arbeit
In Piesendorf treffen lokale Versorgung und international orientierte Produktion aufeinander. Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste 361 Arbeitsstätten und 1.670 Beschäftigte in Arbeitsstätten; 50,7 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse entfielen auf den sekundären Sektor. Das ist keine Zahl der ansässigen Unternehmen und sagt nicht, wie viele Personen im Ort wohnen. Ein ortsspezifisches Beispiel ist der Klepsch-Standort: Senoplast und Senosan haben ihren Hauptsitz in Piesendorf und entwickeln beziehungsweise fertigen coextrudierte Kunststoffplatten und Folien. Senoplast produziert Halbzeuge, die etwa in Fahrzeugtechnik, Sanitär, Kühlung und Gepäck eingesetzt werden; Senosan bedient Oberflächenanwendungen für Möbel. Landwirtschaft, Handwerk, Beherbergung und Gastronomie ergänzen die industrielle Tätigkeit im Tal.
Draußen im Gemeindegebiet
Das Hinkelsteinbad bietet mehrere Becken, eine Wasserrutsche, Spielmöglichkeiten und eine Aussichtsterrasse über das Salzachtal. Es öffnet saisonal; konkrete Besuchszeiten ändern sich daher von Jahr zu Jahr. Im Ortsteil Walchen führen ausgeschilderte Wanderrouten zum Naglköpfl und zur Filialkirche. Die touristische Wegbeschreibung nennt Haltestellen von Bus und Bahn als Ausgangspunkte und beschreibt den Fußweg zu den Zielen, ohne daraus einen barrierefreien Zugang abzuleiten. Wer einen ruhigen Zwischenstopp sucht, kann die barocke Kirche in Walchen mit ihrer Ausstattung aus dem 18. Jahrhundert in eine Runde durch den Ortsteil einbeziehen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Piesendorf – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Statistik Austria
- Kultur & Geschichte – Tourismusverband Piesendorf Niedernsill
- Kulturelle Sehenswürdigkeiten – Tourismusverband Piesendorf Niedernsill
- Wasserschätze – Tourismusverband Piesendorf Niedernsill
- Wandertouren in Walchen – Tourismusverband Piesendorf Niedernsill
- Über uns – Senoplast/Senosan
Stand der Angaben: 14.10.2026
