LITSCHAU KENNENLERNEN
Litschau: Schlossfelsen, Stadtpfarrkirche und Herrensee
Litschau ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Gmünd und die nördlichste Stadt Österreichs. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 2.083 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 81,07 Quadratkilometer. Die Stadtgeschichte lässt sich zwischen Burgfelsen, gotischer Pfarrkirche und dem künstlich angelegten Herrensee nachzeichnen.
Burg und Herrschaft
Der Schlossfelsen überragt das historische Zentrum. Die Wehranlage wird 1260 erstmals urkundlich erwähnt; damals sollen die Kuenringer die Herrschaft besessen haben. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarb Christian August Reichsgraf von Seillern den Besitz 1763. Seine Nachfahren, die Familie Seilern-Aspang, bewohnen das Schloss weiterhin. Neben der Kernburg auf dem höchsten Teil des Felsens kamen später das Neue Schloss, ein Meierhof und weitere Wirtschaftsgebäude hinzu. Der runde Bergfried wurde zum Wahrzeichen und ist mit Sagen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges verbunden. Weil die Anlage als Wohnsitz und für die Forst- und Gutsverwaltung dient, ist sie nicht öffentlich zugänglich.
Kirche und Museen im Stadtkern
Die Stadtpfarrkirche St. Michael stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Ihre gotische Hallenform beherrscht den Stadtplatz. Bei der Erneuerung des Platzes wurde unter der Kirche eine ältere Kapelle entdeckt und renoviert: die Credo-Kapelle. Das Heimatmuseum und das Pfarrmuseum gehören ebenfalls zu den Stationen, die die Gemeinde bei ihren sommerlichen Stadtführungen einbezieht. Eine Führung führt außerdem zur alten Stadtmauer und zum Fischertor; Schloss und Stadtgeschichte werden dabei gemeinsam erläutert. Am Kulturbahnhof dokumentieren Fotos und Relikte die Waldviertelbahn, frühere Güterverkehre und technische Sicherungen des Bahnbetriebs. Zwei historische Museumswaggons ergänzen die Ausstellung neben der Haltestelle.
Der Herrensee als Freizeit- und Festspielort
Der Herrensee bedeckt 24 Hektar und ist 1,6 Kilometer lang. Die Gemeinde nennt seine Wasserqualität entsprechend den strengen Anforderungen für Badegewässer. Ein 4,5 Kilometer langer Rundweg erschließt sein Ufer; Schautafeln erklären Fauna und Flora, Rastplätze liegen entlang des Weges. Die Stadt beschreibt den See zudem als Angelgewässer mit Karpfen, Schleien, Hechten, Zandern und Welsen. Im Strandbad steht das Herrenseetheater direkt am See. Der preisgekrönte Holzbau nimmt die Form des früheren Badekabinentrakts und eines Pavillons auf; geöffnet wird er zum Bühnenpavillon, geschlossen fasst der Raum bis zu 400 Personen. Das Schrammel.Klang.Festival bespielt den See, die Wälder und Naturbühnen am Schrammelpfad; zum Programm gehören Konzerte, Theater, Matineen und Nachtwanderungen. Die Gemeinde führte die Schrammel.Klang-Ausgabe 2026 als 20. Jubiläum. Im Sommer ergänzt das Theaterfestival „Hin & Weg“ den Spielplan im Herrenseetheater. Am Ufer ermöglicht ein Bootsverleih Fahrten mit Ruder-, Tret- und Elektrobooten. Das Strandbad ergänzt den See mit Umkleidekabinen, Duschen, Toiletten, Freischwimmbecken und Beachvolleyballplatz; der Badebetrieb richtet sich im Sommer nach der Witterung.
Landschaft im Reißbachtal
Litschau liegt im Tal des Reißbachs, etwa fünf bis zehn Kilometer von der tschechischen Grenze entfernt. Wälder, Moore und Felsformationen prägen die Umgebung; zu den markanten Namen gehören Hut- und Teufelstein sowie Höll- und Dachsengraben. Die örtliche Überlieferung verbindet diese Plätze mit den Verstecken des Räuberhauptmanns Grasl.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Litschau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Schloss Litschau
- Museen & Stadtführung
- Wandern: Herrenseerundweg
- Schrammel.Klang.Festival
- Herzlich willkommen in Litschau
- Strandbad am Herrenteich
- Herrenteich & Bootsverleih Litschau
- Herrenseetheater
Stand der Angaben: 08.10.2026
