HAUGSCHLAG KENNENLERNEN
Haugschlag: Granit am nördlichen Rand
Haugschlag liegt im Bezirk Gmünd an der Grenze zu Tschechien. Laut Statistik Austria lebten hier am 1. Jänner 2026 483 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 22,65 Quadratkilometer. Die Gemeinde bezeichnet sich als Österreichs nördlichste Gemeinde und beschreibt ihre Umgebung als Wald- und Bauernland mit markanten Granitblöcken.
Hawslag im Litschauer Urbar
Die Gemeinde datiert die erste urkundliche Erwähnung auf 1369. Damals erscheint Haugschlag als „Hawslag“ im Untertanenverzeichnis der Herrschaft Litschau; verzeichnet waren 14 Lehen und eine Hofstatt. Der Ortsname wird von „Hugoschlag“ hergeleitet und mit der Rodung eines Waldstücks verbunden. Auch die Endung „-schlag“ verweist auf einen Holzschlag. Im Jahr 1809 wurde der Ort im Krieg schwer beschädigt. 1866 waren preußische Soldaten in Haugschlag einquartiert; die Gemeinde nennt für kurze Zeit 600 Mann. Nach der Gemeindestrukturreform wurden Haugschlag und Griesbach zum Jahresbeginn 1971 vereinigt. Heute umfasst das Gemeindegebiet vier Katastralgemeinden: Griesbach, Haugschlag, Rottal und Türnau.
Granit, Wasser und Grenzzeichen
Ein auffälliger Findling ist der Hutstein: Der Granit ragt nach Angaben der Gemeinde fünf Meter aus dem Boden. Der Legende nach diente der Hutstein vor großen Schlachten als Treffpunkt. In der Grenzregion steht außerdem am Stankauer Teich ein Meridianstein. Er markiert den Schnittpunkt des 15. Längenkreises mit dem 49. Breitengrad. Der Reißbach und seine Zuflüsse prägen die Gewässerlandschaft; die Gemeinde zählt neben Natur- und Grenzpunkten auch Kapellen und Wegkreuze zu ihren örtlichen Sehenswürdigkeiten.
Eine Saalkirche für die neue Pfarre
Die Pfarre Haugschlag wurde 1784 eingerichtet, drei Jahre später war ihre Kirche fertig. Das Gotteshaus ist der Kreuzerhöhung geweiht und als josephinische Saalkirche schlicht gestaltet. Der Hochaltar kam nicht aus einer lokalen Werkstatt: Er stammt aus dem aufgehobenen Dominikanerkloster in Krems. Seine Entstehung fällt in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts; frühklassizistische Anklänge stehen neben spätbarocken Figuren. Eine Kreuzigungsgruppe bildet das Zentrum, seitlich stehen Pestheilige. Rechts stehen Taufbecken und eine barocke Figurengruppe; der Kreuzweg aus dem späten 18. Jahrhundert ist in einen josephinisch-klassizistischen Rahmen gefasst. Auch die Orgel erinnert an die ältere Formensprache, denn sie ist mit spätbarocken musizierenden Engeln verziert. So vereint die Kirche zwei Bau- und Ausstattungsphasen: den nüchternen Josephinismus des späten 18. Jahrhunderts und ältere barocke Werke, die aus Krems übernommen wurden.
Golf und Meridianrunde
Das Golfresort in Haugschlag umfasst zwei 18-Loch-Championshipplätze: Course Haugschlag und Course Waldviertel. Die natürlichen Teiche, Waldstücke und Granitblöcke geben den Plätzen ihre landschaftliche Einbettung. Das Golfresort war wiederholt Austragungsort der Austrian Open im Rahmen der PGA European Tour und wurde mehrfach als Golfplatz des Jahres ausgezeichnet. Seit 1987 entwickelte sich aus dem ersten Platz eine 36-Loch-Anlage mit Hotelkomplex. Der Meridianweg führt außerdem als 14,7 Kilometer lange Runde vom Ort zum Stein im Rottaler Forst; die Tourbeschreibung stuft ihn als leicht ein. Am Zusammenfluss von Rottaler Bach und Neumühlbach liegt gegenüber der früheren tschechischen Kaserne Peršlák Österreichs nördlichster Punkt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Haugschlag – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Haugschlag
- Katastralgemeinden – Gemeinde Haugschlag
- Hutstein – Gemeinde Haugschlag
- Pfarrkirche Haugschlag – Gemeinde Haugschlag
- Haugschlag – Gedächtnis des Landes
- Wanderwege in Haugschlag – Tourismusverband Litschau
- Course Haugschlag – Golfresort Haugschlag
- Haugschlag – Gedächtnis des Landes
Stand der Angaben: 08.10.2026
