MICHELHAUSEN KENNENLERNEN
Michelhausen zwischen Feldflur und Westbahn
Michelhausen liegt am Südrand des Tullnerfeldes, wo weite Ackerflächen im Südwesten in bewaldete Hügel übergehen. Der Bahnhof Tullnerfeld liegt am östlichen Rand der Marktgemeinde und verbindet den ländlichen Raum mit Wien, St. Pölten und Tulln. In acht Ortschaften leben 4.560 Menschen (Stand 1. Jänner 2026); die Gemeinde umfasst 32,03 Quadratkilometer.
Acht Ortschaften, ein vielfältiger Landschaftsraum
Die Gemeinde setzt sich aus Atzelsdorf, Michelhausen, Michelndorf, Mitterndorf, Pixendorf, Rust im Tullnerfeld, Spital und Streithofen zusammen. Im Nordosten liegt das flache Gelände bei etwa 180 Metern Seehöhe; nach Südwesten steigt es auf über 300 Meter an. Die Perschling bildet streckenweise die nordwestliche Gemeindegrenze. Zwischen den Dörfern liegen große landwirtschaftlich genutzte Flächen.
Dämmstoffproduktion und Direktverkauf
Michelhausen hatte 2024 insgesamt 336 Arbeitsstätten mit 1.268 Beschäftigungsverhältnissen. 46,8 Prozent der Beschäftigung entfielen auf den produzierenden Sektor, 43,8 Prozent auf Dienstleistungen. Ein konkretes Beispiel für die Industrie ist Brucha: Das Unternehmen fertigt Dämm-Paneele und bietet Kühlhausbau sowie Montage an. Im August 2024 übernahm Austrotherm dessen EPS-Dämmstoffsparte und führte die Produktion in Michelhausen weiter. Die beiden Unternehmen teilen sich damit verschiedene Tätigkeitsfelder am örtlichen Industriestandort. Daneben ist Landwirtschaft mit Direktverkauf präsent: In Rust bietet die Familie Herzog Kraut, Sauerkraut und Krautsalat zur Selbstbedienung an. Industrieprodukte für überregionale Märkte und Lebensmittelverkauf ab Hof stehen so innerhalb derselben Gemeinde nebeneinander.
Orte mit langer kirchlicher und politischer Geschichte
Die Zusammenführung von Michelhausen und Rust zur Großgemeinde erfolgte 1972; zwei Jahre später wurde Michelhausen zum Markt erhoben. Kirchlich blieben unterschiedliche Zuständigkeiten bestehen: Die Pfarre Michelhausen betreut sieben Ortschaften, Rust besitzt eine eigene Pfarre. Dort steht auch das Leopold-Figl-Museum. Es zeigt, wie der 1902 in Rust geborene Bauernsohn zu einer zentralen politischen Persönlichkeit der Zweiten Republik wurde. Nach mehr als fünf Jahren in Konzentrationslagern wurde Figl nach dem Krieg Bundeskanzler. Als Außenminister unterzeichnete er 1955 den Staatsvertrag. Die Ausstellung widmet sich seinem Leben im Zusammenhang mit dem historischen Umfeld. Besuche sind nach telefonischer Voranmeldung möglich; im Winter gibt es eine Schließzeit. Figls Lebensweg führte ihn auch an die Spitze des Nationalrates und später als Landeshauptmann nach Niederösterreich. Zum Museum gehören ergänzende Audiodateien, in denen Schülerinnen aus Tulln unter anderem Museum, Geburtshaus und Staatsvertrag vorstellen.
Ein Bahnhof als Schnittstelle
Mit dem Bahnhof Tullnerfeld besitzt Michelhausen einen Verkehrsknoten an der Neuen Westbahn. Hier treffen Verbindungen nach Wien und St. Pölten auf die regionale Bahnstrecke Richtung Tulln und Herzogenburg. Der Bahnhof liegt bei Pixendorf, abseits des namensgebenden Hauptortes. 2024 pendelten 83,1 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort in der Gemeinde zum Arbeiten aus. Der Bahnhof ist damit auch für einen ausgeprägten Pendlerwohnort von Bedeutung. In Michelhausen befinden sich zwei Kindergärten und eine Volksschule; ein weiterer Kindergarten liegt in Pixendorf am Bahnhofsgelände.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Michelhausen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- BRUCHA Gesellschaft m.b.H. und Produktionsübernahme EPS
- Ab Hof Familie Herzog
- Leopold-Figl-Museum
- Pfarre Michelhausen
- Austrotherm: Übernahme erfolgreich abgeschlossen
- Austrotherm Standorte
- STATISTIK AUSTRIA: Abgestimmte Erwerbsstatistik 2024, Gemeindeergebnisse
Stand der Angaben: 09.10.2026
