GEMEINDE · BURGENLAND

Kleinmürbisch

Ein kleiner Ort mit mehreren Siedlungslagen und einer eigenen Geschichte von Schule und Selbständigkeit.

GEMEINDEKENNZIFFER10422
Filialkirche in Kleinmürbisch
Filialkirche in Kleinmürbisch · Foto: Herzi Pinki · „Filialkirche Kleinmürbisch“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
221
01.01.2026
Fläche
4,29 km²
Bevölkerungsdichte
51,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
7540
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

KLEINMÜRBISCH KENNENLERNEN

Kleinmürbisch: Glocke, Dorfkirche und bäuerliche Erinnerung

Kleinmürbisch umfasst eine einzige Ortschaft, deren Häuser sich auf mehrere benannte Siedlungsbereiche verteilen. Dazu zählen Glockenberg, Graben, Oberberg und Unterberg. In der südburgenländischen Gemeinde im Bezirk Güssing lebten am 1. Jänner 2026 insgesamt 221 Menschen auf rund 4,29 Quadratkilometern. Die Kirche Johannes des Täufers, ein Glockenturm beim Gemeindeamt und ein aus dem Dorf stammender historischer Brunnen eröffnen unterschiedliche Zugänge zur Ortsgeschichte: zum religiösen Leben, zur dörflichen Gemeinschaft und zur früheren Wasserversorgung.

Eine Glocke vor der eigenen Kirche

Schon 1776 wurde für Kleinmürbisch eine Glocke gekauft, obwohl der Ort damals noch keine eigene Kirche besaß. Die katholische Bevölkerung gehörte zur Pfarre St. Nikolaus und besuchte die Franziskanerkirche in Güssing. Bis 1822 wurden die Verstorbenen in St. Nikolaus bestattet; danach stand ein eigener Friedhof zur Verfügung. Auch der Schulweg führte zunächst dorthin. Ab 1824 unterrichtete Johann Csaar aus Rotenturm in Kleinmürbisch. Glocke, Friedhof und Unterricht markieren damit verschiedene Schritte, in denen das Dorf eigene Einrichtungen erhielt. Die Wege nach Güssing und St. Nikolaus blieben Teil seiner historischen Beziehungen.

Zwanzig Jahre in der Großgemeinde

Seit 1921 gehört Kleinmürbisch zum österreichischen Burgenland. Ein späterer Einschnitt folgte am 1. Jänner 1971: Das Dorf wurde mit Großmürbisch, Inzenhof, Neustift bei Güssing und Tschanigraben zur Großgemeinde Neustift bei Güssing zusammengeschlossen. Nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs erlangte Kleinmürbisch am 1. Juni 1991 seine Selbständigkeit zurück. Noch bis 1997 wurde die Verwaltung über einen Gemeindeverband in Güssing abgewickelt. Die Grenzen der politischen Gemeinde und die Organisation ihrer Aufgaben änderten sich somit mehrfach innerhalb weniger Jahrzehnte, während die einzelnen Siedlungsnamen des Dorfes fortbestanden.

Die Filialkirche Johannes des Täufers

Die heutige römisch-katholische Filialkirche wurde 1950 erbaut. Ihr Patron ist Johannes der Täufer; kirchlich gehört sie zur Pfarre Großmürbisch. Ihr Entstehungsjahr verortet sie in der frühen Nachkriegszeit. Zwischen der Anschaffung der ersten Glocke und diesem Kirchenbau liegen mehr als 170 Jahre. Diese zeitliche Folge unterscheidet die Geschichte des Gotteshauses von jener einer mittelalterlichen Dorfkirche und macht den schrittweisen Ausbau der örtlichen religiösen Einrichtungen nachvollziehbar.

Ein Brunnen als bäuerliches Zeugnis

Ein Walzenbrunnen aus Kleinmürbisch wird heute im Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf aufbewahrt. Das Museum datiert das Objekt in das 19. Jahrhundert. Es befindet sich also nicht mehr an seinem ursprünglichen Standort im Dorf. Als überliefertes Stück bäuerlicher Alltagskultur ergänzt es die Kirchen- und Schulgeschichte um die Frage, wie Haushalte früher mit Wasser versorgt wurden. Der Brunnen verbindet Kleinmürbisch mit einer Sammlung, die Bauwerke und Gebrauchsgegenstände aus verschiedenen südburgenländischen Orten zusammenführt.

Advent am Glockenturm

Vor dem Gemeindeamt steht ein Glockenturm, der auch als Platz für saisonale Gestaltung dient. Im November 2014 berichtete die Gemeinde erstmals von einer dort aufgestellten Weihnachtskrippe neben dem bereits üblichen Adventkranz. Ein weiteres Beispiel für das gemeinschaftliche Dorfleben ist die Ostereiersuche der Sport- und Spielgemeinschaft, die für 2024 und 2025 angekündigt wurde. Solche kleinen Veranstaltungen geben den öffentlichen Orten im Jahreslauf unterschiedliche Aufgaben und beziehen besonders die Kinder ein.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Kleinmürbisch auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung250
31.10.2021 · Registerzählung234
01.01.2026 · Bevölkerungsstand221

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
120
NUTS-3-Region
Südburgenland (AT113)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Kleinmürbisch

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.