HÖCHST KENNENLERNEN
Höchst: Leben zwischen Bodensee und Rhein
Höchst liegt dort, wo der Alte Rhein die Grenze zur Schweiz bildet und das Rheindelta in den Bodensee übergeht. Die Gemeinde zählt 8.592 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 20,16 Quadratkilometer. Wasser prägt Siedlung, Natur und Verkehr: Das Ortszentrum liegt nahe dem Grenzfluss, während der Hafen Fischerinsel im Schutzgebiet mehrere Kilometer außerhalb liegt.
Ein Ort im Rheindelta
Höchst gehört zum Rheindelta, dessen Feuchtwiesen, Schilfflächen und Flachwasserbereiche für Zug- und Brutvögel wichtig sind. Das Schutzgebiet grenzt an Bodensee, Alten Rhein und Fußach sowie Gaißau. Der Ortskern liegt nahe dem Alten Rhein; am gegenüberliegenden Ufer befindet sich St. Margrethen. Diese Grenzlage verbindet den Alltag mit der Schweiz und dem unteren Rheintal. Ehemals getrennte Ortsteile sind durch den Siedlungsbau des 20. Jahrhunderts zusammengewachsen. Das Naturbad Bruggerloch am Bruggerhorn ist ein öffentliches Badeziel am Alten Rhein. Weiter nördlich liegt der Gemeindehafen Fischerinsel im Schutzgebiet, rund vier Kilometer vom Zentrum entfernt. Bei Wegen am Wasser sind die Schutzbestimmungen des empfindlichen Lebensraums zu beachten.
Beschlägeindustrie und regionale Arbeit
Für 2024 verzeichnet Statistik Austria in Höchst 603 Arbeitsstätten und 5.388 Beschäftigte in Arbeitsstätten; 67,9 Prozent der Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Die Gemeinde nennt die Beschlägefabriken Blum und Grass als wichtige industrielle Arbeitgeber. Blum und Grass entwickeln und fertigen Scharniere, Auszüge und Klappensysteme für Möbel; Grass produziert am Standort Höchst. Neben der Industrie gibt es Handwerk, Handel und Landwirtschaft. Die Gemeinde führt über 50 Familien an, die ganz oder teilweise in der Landwirtschaft tätig sind. So treffen industrielle Produktion und Versorgung aus der örtlichen Landwirtschaft im selben Wirtschaftsraum zusammen.
Kirche, Vereine und Nahversorgung
Die Pfarrkirche St. Johann Baptist ist ein markanter Bezugspunkt im Ortszentrum. Der neubarocke Bau entstand 1908 bis 1910; sein 76 Meter hoher Turm ragt über die flache Siedlungslandschaft hinaus. Im Umfeld liegen Geschäfte, Schulen und kommunale Einrichtungen. Das Pfarrzentrum wird auch für kulturelle Aktivitäten und Vereine genutzt und erweitert die Funktion des Kirchplatzes über Gottesdienste hinaus. Das Zentrum liegt nahe der Schweizer Grenze, während die Ufer- und Riedlandschaft weiter nördlich andere Wege vorgibt. Wer Höchst besucht, erlebt deshalb einen dicht genutzten Dorfkern und einen empfindlichen Naturraum innerhalb derselben Gemeinde. Für Wege durch das Schutzgebiet gelten die örtlichen Schutzbestimmungen.
Grenzraum mit langer Siedlungsgeschichte
Eine Urkunde von 808 nennt Höchst als „Hostadio“. Der Alte Rhein war lange Verkehrsweg und Grenze; nach der Rheinregulierung blieb er als Grenzfluss zwischen Höchst und St. Margrethen erhalten. Im 20. Jahrhundert wuchsen frühere Ortsteile wie Kirchdorf und Oberdorf durch neue Siedlungen zusammen. Gleichzeitig entstanden größere Industriebetriebe, die den früher landwirtschaftlich geprägten Ort veränderten. Die Landschaft des Rheindeltas blieb als Feuchtgebiet von besonderem Wert erhalten und steht heute unter Schutz. Geschichte ist hier deshalb an zwei verschiedenen Orten ablesbar: im gewachsenen Siedlungsgebiet und an den regulierten Flussläufen.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Höchst (Vorarlberg) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Zahlen und Fakten Höchst
- Gemeindehafen Fischerinsel
- Sehenswertes Höchst
- GRASS Produktion in Höchst
- Naturbad Bruggerloch – Gemeinde Höchst
- Ortsgeschichte kurz gefasst – Höchst
Stand der Angaben: 15.10.2026
