HATTING KENNENLERNEN
Zwischen Innauen und Inntal
Hatting liegt zwischen Zirl und Telfs im oberen Inntal. Die Gemeinde zählt 1.499 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 7,07 Quadratkilometer. Nördlich des Dorfes fließt der Inn, südwestlich steigt das Gelände zum Hattingerberg und Rauhen Kopf an.
Ein kleiner Ort mit zwei Landschaften
Hatting liegt auf der Südseite des Inns, während die Gemeindegrenze nördlich dem Fluss folgt. Zwischen Fluss und Siedlung liegen landwirtschaftliche Flächen; dahinter steigt der Hang rasch in Wald und Berggebiet an. Der Rauhe Kopf erreicht 2.308 Meter. Zur Gemeinde zählen der Dorfkern und Hattingerberg, der die Verbindung zu höheren Lagen herstellt. Die Nähe zu Zirl, Telfs und Innsbruck macht Hatting gut in das Inntal eingebunden. Gleichzeitig bewahrt das Dorf eine eigene Mitte mit Kirche, Höfen und Einrichtungen des täglichen Lebens. Der Inn war über Jahrhunderte Verkehrsweg und Ressource, aber auch eine Grenze, deren Hochwasser die Uferlandschaft immer wieder veränderten.
Fähre, Kirche und Eigenständigkeit
Hatting ist im 11. Jahrhundert als Hattanhoven genannt. Die Überfahrt über den Inn war einst wirtschaftlich wichtig; mit dem Bau der Innbrücke endete der Fährbetrieb 1900. Der Ortskern lag an einer alten Salzstraße zwischen Kematen und Telfs. Die Pfarrkirche zum hl. Ägidius wird 1359 erstmals erwähnt; der spätgotische Chor aus dem 15. Jahrhundert ist erhalten. Hatting war zeitweise mit Inzing vereint, wurde 1832 wieder eigenständig und 1992 erneut von Inzing getrennt. Die beiden Phasen der Zugehörigkeit zu Inzing gehören zur jüngeren Ortsgeschichte. Kirche, Friedhof und Widum bilden zusammen ein Zentrum, das religiöses und gesellschaftliches Leben verbindet.
Arbeitsort und Wohnort
2024 verzeichnete Statistik Austria in Hatting 95 Arbeitsstätten und 164 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 88,6 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Die Nähe zu den Arbeitsorten im Inntal ist damit für den Alltag wichtig. Im Ort selbst gehören Lebensmittelversorgung und Direktvermarktung zu den greifbaren Tätigkeiten: Die Gemeinde nennt eine Bäckerei und einen kleinen Lebensmittelmarkt an der Oberdorfstraße sowie Höfe am Hattingerberg, die Produkte direkt anbieten. Die Verbindung von Landwirtschaft und Verkauf ist für den Ort konkreter als eine bloße Reihe von Betriebszahlen. Bahn und Straße erschließen zugleich die Arbeits- und Versorgungswege nach Innsbruck und Telfs.
Gaisau als Naturraum am Inn
Das Naturschutzgebiet Gaisau liegt entlang des Inns zwischen Hatting, Inzing und Pettnau. Es umfasst Feuchtwiesen, Schilf, kleine Gewässer und Reste des Auwalds. Spaziergänge in der Umgebung ermöglichen Naturbeobachtung; die Gemeinde bittet, auf den Wegen zu bleiben und Tiere nicht zu stören. Die Gaisau ist damit ein erreichbarer Erholungsraum, aber zugleich ein empfindliches Schutzgebiet. Die Pfarrkirche St. Ägidius verbindet den älteren Ortskern mit Friedhof und Widum. Wer Hatting besucht, kann so zwei sehr verschiedene Orte erleben: die gewachsene Dorflandschaft und den naturnahen Uferbereich des Inns. Besonders im Frühjahr sind dort die Feuchtwiesen Lebensraum zahlreicher Vögel und Amphibien.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 14.10.2026
