PETTNAU KENNENLERNEN
Pettnau: Höfe, Kirchen und Landwirtschaft am Inn
Pettnau liegt im Inntal westlich von Innsbruck und verteilt sich auf mehrere Weiler statt auf einen einzigen kompakten Ortskern. Die Gemeinde im Bezirk Innsbruck-Land hat 1.121 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und 10,78 Quadratkilometer Fläche.
Weiler am Talboden
Die Besiedlung verteilt sich von Dirschenbach über Leiblfing bis Oberpettnau auf mehrere Weiler entlang des Inn und der Talstraße. Busse halten unter anderem in Oberpettnau, Unterpettnau und Leiblfing; der nächste Bahnanschluss liegt in Hatting, ungefähr einen Kilometer von Leiblfing entfernt. Für Arbeit und weitere Angebote sind auch Telfs und Innsbruck wichtig. Diese Verkehrsbeziehungen sind für Pettnau besonders praktisch, weil die Wohnplätze über das Tal verstreut sind und kein einziger Ortskern alle Wege bündelt.
Arbeiten und regionale Produkte
Für 2024 verzeichnet Statistik Austria 69 Arbeitsstätten und 182 Beschäftigungsverhältnisse in Pettnau; 87,6 Prozent der aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort in der Gemeinde pendelten aus. Die örtliche Landwirtschaft ist dennoch im Alltag sichtbar: Die Gemeinde nennt Höfe mit Freilandeiern, Kartoffeln, Bio-Heumilch, Rindfleisch, Honig, Apfelsaft und Brennholz. Beim Mühlbergerhof gibt es einen Eierautomaten, andere Produkte werden nach Vereinbarung oder zur Selbstabholung angeboten. Daneben führt die Gemeindeseite den Mellaunerhof als Gasthof und Restaurant. So verbindet Pettnau wohnortnahe Versorgung mit Arbeitswegen nach Telfs und Innsbruck. Die Produkte stammen aus verschiedenen Weilern: In Platten gibt es etwa Apfelsaft, Eier und Kartoffeln, in Oberpettnau Milch und Hofprodukte. So liegen die Verkaufsstellen über die gesamte Gemeinde verteilt.
Vom Inn abgerungenes Land
Leiblfing wird laut Gemeindechronik 1238 erstmals schriftlich genannt; Pettnau erscheint im Inntaler Steuerbuch von 1312. Eigenständige Gemeinde ist Pettnau seit 1817. Der Inn bestimmte zuvor, wo Siedlung und Landwirtschaft Platz fanden: Sumpf und Erlen prägten die Niederung, und die Bewohner gewannen dem Fluss nutzbares Land ab. Darüber kam es 1418 zum Streit mit Gemeinden am anderen Ufer. Die frühere Auenlandschaft ist auch im Ortsnamen erkennbar; die spätere Regulierung des Inn veränderte sie. Heute erinnern die Höfe und verstreuten Weiler an diese landwirtschaftliche Entwicklung.
Kirchen und Mellaunerhof
In Leiblfing steht die Pfarrkirche St. Georg mit romanischen, gotischen und barocken Bauphasen. Bei Renovierungen wurden mittelalterliche Wandmalereien sichtbar. In Oberpettnau besitzt die Filialkirche Decken- und Altargemälde von Josef Anton Zoller. Neben ihr steht der Mellaunerhof, ein Bau mit gotischem Kern und barocker Fassade. Früher diente er als Gasthaus und Poststation; heute wird er als Restaurant geführt. Kirche und Mellaunerhof lassen sich daher bei einem Rundgang als zwei unterschiedliche Zeugnisse des älteren Dorflebens betrachten. Eine weitere Station ist die Kapelle am Einsiedel mit Kreuzwegstationen von Johann Obrleitner am Hang nördlich der Kirche. Die beiden Kirchen stehen in verschiedenen Weilern. Ihre Lage macht die verstreute Siedlungsform auch auf einem Spaziergang sichtbar, statt das religiöse Erbe auf einen einzigen Dorfplatz zu beschränken.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Pettnau – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Pettnau - Startseite - Unser Dorf - Wissenswertes - Geschichte
- Pettnau Heute
- Landwirtschaft in Pettnau
- Mellaunerhof – Gasthof / Restaurant
- Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
Stand der Angaben: 14.10.2026
