KEMATEN IN TIROL KENNENLERNEN
Kematen an der Melachmündung
Wo die Melach in den Inn mündet, liegt Kematen auf dem Schwemmkegel des Sellraintals. Die Gemeinde im Bezirk Innsbruck-Land zählt 3.281 Einwohner (1. Jänner 2026) und ist mit 6,99 Quadratkilometern vergleichsweise kompakt. Zum Gemeindegebiet gehören auch Afling und Michelfeld.
Am Zusammenfluss
Inn und Melach begrenzen das Gemeindegebiet im Norden und Westen; der Hauptort liegt südlich des Inns auf dem Schwemmkegel der Melach. Die Flüsse prägen hier nicht nur die Landschaft, sondern markieren den Übergang zwischen Ober- und Unterinntal. Das Trinkwasser kommt laut Gemeinde aus dem Senderstal; mehrere kleinere Gewässer wie Sendersbach, Mühlbach und Gießen gehören ebenfalls zum Ortsbild. Östlich des Ortskerns liegt der Weiler Afling, dessen älterer Baubestand in der Gemeindechronik ausdrücklich hervorgehoben wird. Die Chronik nennt außerdem Mitter als eigenen Ortsteil mit historisch gewachsener bäuerlicher Bebauung und erhaltenen Höfen. Landwirtschaftliche Flächen, Siedlung und Gewerbe teilen sich den engen Talboden. Die Bahnlinie der Arlbergbahn und Straßen nach Innsbruck sowie ins Sellraintal machen Kematen zu einem gut angebundenen Standort, an dem sich Wohnquartiere und Arbeitsplätze räumlich nahekommen.
Arbeit, Gewerbe und Höfe
Für 2024 weist die Arbeitsstättenzählung in Kematen 297 Arbeitsstätten mit 2.311 Beschäftigten aus; 78,3 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Zu den Standorten am Talboden zählen laut Gemeindechronik Bäcker Ruetz, Porr und Transgourmet. Damit sind Lebensmittelproduktion, Bauwirtschaft und Großhandel im Ort vertreten. Zugleich betreiben Höfe eine kleinteilige Versorgung: Der Tunighof bietet Eier und Getreideprodukte an, der Schmied Hof Milch und Erdäpfel; aus Afling und Michelfeld kommen Obst und Beeren. Die Landwirtschaft bleibt damit im Angebot des Dorfes sichtbar, obwohl die Beschäftigung am Arbeitsort vor allem von den größeren Betrieben und Dienstleistungsangeboten geprägt wird.
Ein Ort für den Alltag
Kematen bietet Bildungseinrichtungen vom Kindergarten und der Volksschule bis zur Mittelschule, Polytechnischen Schule und Landesmusikschule. Jugendtreff, Sportplätze und Spielplätze liegen an konkret ausgewiesenen Standorten wie Bahnhofstraße, Melachweg und Sportplatzweg. Diese Einrichtungen dienen nicht nur dem Hauptort: Die Gemeinde ist auch Schulort für das nähere Umfeld. Im historischen Ortskern steht die Pfarrkirche der Heiligen Viktor und Maria Magdalena. Ihr markanter Turm mit drei Zwiebeln ist laut Gemeindechronik in der Diözese Innsbruck einzigartig. Der Beachvolleyballplatz am Sportplatzweg ist ein weiteres öffentlich ausgewiesenes Ziel für Bewegung im Freien.
Brand, Bahn und Wandel
Die Gemeindechronik berichtet, dass ein Brand im Jahr 1703 ältere schriftliche Aufzeichnungen vernichtete. Um 1900 veränderten Arlbergbahn, Sellraintalstraße und das neu errichtete E-Werk den Ort. Im Zweiten Weltkrieg entstand im Süden das Messerschmittwerk zur Fertigung von Flugzeugteilen; für Beschäftigte aus Südtirol wurde nördlich des Dorfes eine eigene Siedlung gebaut. Beim Bau und im Werk wurden auch Kriegsgefangene und verschleppte Personen eingesetzt. Eine Grundzusammenlegung um 1965 ordnete Flächen für Landwirtschaft, Wohnen, Verkehr und Industrie neu. Gewachsene Höfe und Dorfkern stehen heute neben Gewerbegebieten und späteren Wohnbereichen. Zwei große Kornkästen aus Bachsteinen sind erhalten und erinnern an frühere Zehntabgaben.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Kematen in Tirol – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Kematen in Tirol – Chronik
- Gemeinde Kematen in Tirol – Kemater Taler
- Gemeinde Kematen in Tirol – Freizeit & Jugend
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024
- Pfarre Kematen – Pfarrkirche
Stand der Angaben: 14.10.2026
