LEND KENNENLERNEN
Am Zusammenfluss von Salzach und Gasteiner Ache
In Lend treffen die Salzach und die Gasteiner Ache zusammen; das Tal ist seit Jahrhunderten Verkehrs- und Wirtschaftsraum. Zur Gemeinde gehören Lend und das höher gelegene Embach. Sie liegt im Bezirk Zell am See, zählt 1.276 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 29,40 Quadratkilometer.
Zwei Ortsteile, zwei Höhenlagen
Lend liegt auf 663 Metern im östlichen Pinzgau, dort, wo die Gasteiner Ache in die Salzach mündet. Das Gemeindegebiet reicht vom Talboden bis zu höher gelegenen Siedlungsbereichen und umfasst die beiden Ortsteile Lend und Embach. Die Lage an der Kreuzung von Salzachtal und Gasteinertal erklärt die Rolle des Orts als Verkehrs- und Arbeitsstandort. Der Bahnhof liegt an der Salzburg-Tiroler-Bahn; auf der Straße zweigt hier die B167 ins Gasteinertal von der B311 durch das Salzachtal ab. Embach liegt auf einer Hochfläche und hat einen anderen Charakter als das industrielle Talzentrum.
Metallverarbeitung und Forschung am Standort Lend
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Lend 112 Arbeitsstätten und 505 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. 43 Prozent dieser Beschäftigung lagen im sekundären Sektor; von den aktiv Erwerbstätigen mit Wohnsitz in Lend pendelten 71,6 Prozent aus. Prägend ist die Aluminiumverarbeitung am Standort Lend der SAG-Gruppe, deren Vorgänger hier 1898 mit einer Fabrik begann. Die Gruppe entwickelt und fertigt Leichtbauteile für die Fahrzeugindustrie; welche Produktlinie ausschließlich im Lender Werk entsteht, belegt sie dabei nicht. Im Jänner 2025 kündigte SAG für Lend ein Forschungs- und Testzentrum für Rheocasting an, ein Verfahren mit teilfestem Aluminium. Ob die angekündigte Anlage inzwischen fertiggestellt ist, bleibt offen.
Von der Holzlände zum Aluminiumwerk
Der Ortsname erinnert an eine „Lende“, einen Platz zum Anlanden von Holz, das auf der Salzach aus dem Oberpinzgau herangedriftet wurde. Die Entstehung Lends hängt auch mit dem Goldbergbau in den Tälern von Rauris und Gastein zusammen: Im 16. Jahrhundert wurde Holz aus der Umgebung zu Holzkohle verarbeitet und für Schmelzhütten verwendet. Als die Bergbauwirtschaft an Bedeutung verlor, übernahm der Verkehr eine zentrale Rolle. Fuhrwerke brachten Reisende von der Bahnstation weiter ins Gasteinertal. 1898 begann mit der Aluminiumfabrik ein neues industrielles Kapitel. Dieser Wandel vom Flusshafen und Hüttenstandort zu einem Werk der Metallverarbeitung prägt die Ortsgeschichte bis heute. Am Talboden liegen Industrie und Bahnhof; höher oben in Oberlend konzentrieren sich Gemeindeamt und Schule.
Alltag zwischen Lend und Embach
Die beiden Ortsteile bündeln unterschiedliche Angebote des Gemeindelebens. In Lend befinden sich Bahnhof, Arbeitsstätten und zentrale Einrichtungen; Embach ergänzt den Talort um einen höher gelegenen Siedlungsraum. Die gemeinsame Volksschule Lend-Embach und die Mittelschule befinden sich in Lend; Kindergärten gibt es in beiden Ortsteilen. Hinzu kommt ein Haus der Senioren. Der Pinzgau-Ost-Shuttle bindet Lend und Embach an ein regionales Rufbusangebot an und ergänzt die regulären Verbindungen. Das ist für eine Gemeinde mit verstreuten Wohnlagen relevant, weil alltägliche Wege zu Schule, Versorgung und Arbeit nicht allein im Ortskern enden. Auch die beiden Flüsse strukturieren die Umgebung: Die Mündungslandschaft im Tal steht im Kontrast zu den offenen Flächen rund um Embach.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Lend (Salzburg) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde Lend – Pinzgau-Ost Shuttle
- SAG-Gruppe: Forschungs- und Testzentrum Rheocasting
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Wallfahrtskapelle Maria Elend in Embach
- Wanderkarte Embach
- Gemeinde Lend – Unsere Gemeinde
- SAG-Gruppe – Aluminiumkomponenten
- Gemeinde Lend – Schule und Bildung
Stand der Angaben: 14.10.2026
