FROHNLEITEN KENNENLERNEN
Frohnleiten: Stadt am Murübergang
Frohnleiten liegt dort, wo sich das mittlere Murtal zwischen Gleinalpe und Grazer Bergland verengt. Der historische Stadtkern sitzt über dem Fluss, während das Gemeindegebiet weit in die umliegenden Täler reicht. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 6.681 Menschen auf 153,93 Quadratkilometern. Seit 2015 gehören auch die ehemaligen Gemeinden Röthelstein und Schrems bei Frohnleiten zur Stadtgemeinde.
Im engen Murtal
Frohnleiten liegt etwa 30 Kilometer nördlich von Graz an einer Stelle, an der die Mur zwischen den Höhenzügen der Gleinalpe und des Hochlantschs ein Durchbruchstal formt. Die Altstadt liegt direkt über dem Murufer; die Straßen und Häuser staffeln sich am Hang. Wälder nehmen laut Gemeindeangaben rund 82 Prozent der Fläche ein. Durch die Lage an der Bahn und der S35 bleibt Frohnleiten mit dem Grazer Zentralraum und der Obersteiermark verbunden. Der Mur-Radweg führt über den Hauptplatz und macht die Flusslandschaft auch für Radreisende erfahrbar.
Markt am Übergang
Die Grafen von Pfannberg gründeten den Markt um 1280 und bauten eine Murbrücke. Der Übergang lenkte den Verkehr auf das andere Ufer und machte den Ort wirtschaftlich bedeutsam; der Name „Vreyliten“, 1306 belegt, wird als freier Hang oder grüne Wiese gedeutet. Die Brücke und der Markt erklären den kompakten historischen Kern, der bis heute vom Hauptplatz aus lesbar ist. Die Eisenbahnlinie Mürzzuschlag–Graz eröffnete 1844 eine neue Verbindung, veränderte aber den Güterverkehr. Ab 1867 brachte eine Kaltwasserheilanstalt Frohnleiten zeitweise den Ruf eines Kurorts. Der industrielle Aufbruch begann 1887 mit Papier- und Kartonfabriken.
Karton aus dem Murraum
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Frohnleiten 613 Arbeitsstätten und 3.231 Beschäftigte am Arbeitsort. Auf den sekundären Sektor entfielen 41,8 Prozent der Beschäftigten; von den Erwerbstätigen mit Wohnort Frohnleiten pendelten 56,5 Prozent aus. Kartonproduktion ist ein konkreter Teil dieser industriellen Prägung: Im Frohnleitner Stammwerk von MM Board & Paper wird Karton hergestellt. Nach Angaben der Stadt entfällt etwa ein Drittel der jährlichen Kartonproduktion der Gruppe auf den Standort. Daneben entwickelt die Gemeinde das ehemalige Fabrikgelände in Peugen schrittweise als Wirtschaftspark. Das rund neun Hektar große Areal liegt an Bahn und S35; eine neue Straße erschließt Flächen für weitere Betriebe.
Altstadt, Radweg und Ausflugsziele
Der Hauptplatz ist zugleich historischer Stadtraum und Teil des Mur-Radwegs. So können Radreisende den Ort erreichen, ohne den Flusskorridor zu verlassen. Am linken Murufer bietet der Volkshauspark Wege, Teiche und einen Spielplatz. Weiter außerhalb des Kerns liegen die Pfarrkirche Röthelstein und Burg Rabenstein, für die die städtische Tourismusseite Führungen auf Anfrage nennt. Diese Ziele zeigen die Spannweite des großen Gemeindegebiets: vom dicht bebauten Platz über öffentliche Grünräume bis zu den Hängen des Murtals. Auf der Fahrt entlang der Mur wird der Wechsel von engem Tal, altem Stadtkern und offenen Flussabschnitten besonders deutlich.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Frohnleiten – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Frohnleiten im Blick
- Wirtschaftsstandort Frohnleiten
- Sehenswürdigkeiten Frohnleiten
- Geschichte in Daten und Fakten
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Wirtschaftspark Frohnleiten – Stadtgemeinde
Stand der Angaben: 14.10.2026
