PERNEGG AN DER MUR KENNENLERNEN
Pernegg an der Mur: Energie und Bergwelt
Pernegg an der Mur liegt südlich von Bruck an der Mur an der Südbahn und am Fuß des Grazer Berglands. Die Gemeinde im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag hat 2.540 Einwohner (1. Jänner 2026) und umfasst 86,07 km².
Siedlungen entlang von Mur und Seitental
Das Gemeindegebiet reicht von der Murachse mit den Ortsteilen Pernegg und Kirchdorf bis nach Mixnitz und in das Seitental des Breitenauer Bachs. Rote Wand und Röthelstein sind markante Kletterberge im Gemeindegebiet; der Hochlantsch liegt bereits jenseits der Grenze. Die Südbahn verläuft durch das Murtal und hält in Pernegg und Mixnitz-Bärenschützklamm. Der Bahnhof Mixnitz ist außerdem der Ausgangspunkt der schmalspurigen Breitenauerbahn, die weiter nach St. Erhard führt. Wanderwege zweigen aus dem gut erschlossenen Tal in die Seitentäler ab. Die acht Ortschaften verteilen sich auf sieben Katastralgemeinden und bilden keine einzige geschlossene Siedlung. Die S 35 folgt der Mur und erschließt die Gemeinde über Pernegg und Mixnitz. Der Murradweg folgt ebenfalls dem Tal.
Wasserkraft und Arbeitswege
Für 2024 weist Statistik Austria 586 Beschäftigte am Arbeitsort aus; 80,4 Prozent der Erwerbstätigen mit Wohnort in Pernegg pendelten aus. 68,9 Prozent der Beschäftigten in örtlichen Arbeitsstätten entfielen auf Dienstleistungen. Ein wichtiger Einzelstandort ist das Laufkraftwerk an der Mur: Es wurde 1928 in Betrieb genommen und später modernisiert. Drei Kaplan-Turbinen erzeugen dort Strom; ein historischer Maschinensatz blieb als Schauturbine erhalten. Landwirtschaft, Gastgewerbe und Dienstleistungen ergänzen die Arbeitsplätze. Der hohe Auspendleranteil zeigt die enge Verbindung zum Arbeitsmarkt des Murtals. Das Kraftwerk nutzt dafür das Wasser der Mur.
Wallfahrtsort und Kraftwerksstandort
Der Name Pernegg verweist auf die Burg, die im 12. Jahrhundert über dem linken Murufer errichtet wurde und heute als Ruine erhalten ist. Am Fuß der Burg steht die Wallfahrtskirche Maria Pernegg, auch Frauenkirche genannt. Sie wurde im 15. Jahrhundert erweitert und verbindet spätgotische Architektur mit einer barocken Innenausstattung. Eine zweite historische Achse entstand mit der Eisenbahn: Pernegg erhielt 1844 Anschluss an die Südbahn. Der Bau des Laufkraftwerks ab 1925 machte die Gemeinde später zu einem Standort der Energiewirtschaft. Kraftwerk, Burg und Wallfahrtskirche stehen für unterschiedliche Nutzungen des Tals. In Kirchdorf ergänzt die Pfarrkirche St. Maximilian mit romanischem Langhaus und gotischem Wehrturm die Sakralbauten der Gemeinde.
Klammen, Kirchen und Schauturbine
Die Bärenschützklamm bei Mixnitz ist das bekannteste Naturziel der Gemeinde. Wege und Leitern erschließen die wasserführende Felsklamm; die reguläre Saison reicht von Mai bis Oktober, wetterbedingte Sperren sind möglich. In Mixnitz liegt auch die Drachenhöhle, eine Höhle mit paläolithischen Funden, die ausschließlich im Rahmen angemeldeter Führungen betreten werden darf. Im Tal ist die Frauenkirche ein Ziel für einen Spaziergang; im Kraftwerk bleibt die Schauturbine derzeit ohne Führungsangebot. Der Murradweg und Wege in Richtung Almenland verbinden die Ortsteile mit der Landschaft. Als Rückweg durch das Bergland dient der Prügelweg.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Pernegg an der Mur – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Laufkraftwerk Pernegg und Schauturbine
- Bärenschützklamm – Tourismusverband
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Gemeindeergebnisse
- Gemeinde Pernegg – Sehenswert: Frauenkirche
- Gemeinde Pernegg – Die Drachenhöhle
Stand der Angaben: 14.10.2026
