GRATWEIN-STRASSENGEL KENNENLERNEN
Gratwein-Straßengel: Kloster, Kirche, Arbeitsort
Gratwein-Straßengel umfasst Talorte, Hänge und das Kloster Rein im westlichen Grazer Umland. Die Marktgemeinde liegt nördlich von Graz und verbindet historische Ortskerne mit einem breiten Alltagsangebot. Am 1. Jänner 2026 hatte sie 12.759 Einwohnerinnen und Einwohner; die Fläche beträgt 86,63 Quadratkilometer. Ihre Identität ist nicht auf einen Ortskern beschränkt: Stift Rein und die Wallfahrtskirche Maria Straßengel liegen in unterschiedlichen Ortsteilen und prägen die Silhouette wie auch die Geschichte der Gemeinde.
Mehrere Zentren im Grazer Umland
Die Gemeinde entstand 2015 aus den Gemeinden Gratwein, Judendorf-Straßengel, Eisbach und Gschnaidt. Ihre elf Ortschaften verteilen sich auf sechs Katastralgemeinden; damit vereint sie dichte Siedlungsbereiche nahe dem Murtal mit ländlicheren Ortsteilen. Die Nähe zu Graz ist im Alltag spürbar, doch die Gemeinde besitzt eigene Zentren und Versorgung. Stift Rein liegt im Westen, während Gratwein und Judendorf-Straßengel weiter östlich die Siedlungsachse markieren. Die Wallfahrtskirche Maria Straßengel steht sichtbar auf einer Anhöhe über Judendorf-Straßengel.
Zwei kirchliche Bezugspunkte
Stift Rein ist das älteste bestehende Zisterzienserkloster der Welt. Der Klosterkomplex steht bis heute als geistlicher und kultureller Bezugspunkt im Ortsteil Rein. Ein zweites weithin sichtbares Ensemble bildet die Wallfahrtskirche Maria Straßengel in Judendorf-Straßengel. Ihr gotischer Bau entstand in der Mitte des 14. Jahrhunderts; der hohe Turm gab ihr den Beinamen „kleiner Steffel“ und ist weit über den Ortsteil hinaus sichtbar. Auch der ehemalige Zementofen in Judendorf-Straßengel erinnert an die Industriegeschichte des Tals. Die Eröffnung der Südbahn 1844 erleichterte den Anschluss des Murtals; in der Folge siedelten sich hier Wirtschaftsbetriebe an.
Dienstleistungen und Arbeitsplätze vor Ort
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Gratwein-Straßengel 995 Arbeitsstätten und 3.547 Beschäftigte am Arbeitsort. Dienstleistungen stellten 76,8 Prozent der Arbeitsstätten und 77,4 Prozent der Beschäftigten; zugleich pendelten 77,7 Prozent der Erwerbstätigen am Wohnort aus. Das örtliche Angebot reicht laut Gemeindeverzeichnis von Lebensmittelversorgung, Handel und Handwerk bis zu Beratung und Gesundheitsdiensten. Die Gemeinde beschreibt kleine und mittlere Betriebe als prägend für diese Struktur. In Rein kommt ein Besuchsziel hinzu: Für das Stift nennt die Gemeinde rund 10.000 Gäste jährlich. Führungen und kulturelle Veranstaltungen schaffen dort Nachfrage vor Ort, während die Pendelzahlen die enge Verbindung zum größeren Arbeitsmarkt um Graz zeigen.
Kirchen, Kultur und Freiräume
Auch jenseits der beiden Kirchen gibt es öffentliche Ziele im weitläufigen Gemeindegebiet. Der Badeteich Weihermühle liegt bei Gratwein und ist ein sommerlicher Treffpunkt; Spazierwege führen durch die Umgebung von Rein. Für das kulturelle Leben nennt die Gemeinde Musikvereine aus Eisbach, Gratwein und Judendorf-Straßengel. In den dichter besiedelten Ortsteilen liegen Schulen und tägliche Angebote näher beieinander, während ländliche Bereiche stärker von Wegen zwischen den Ortschaften geprägt sind. Wer die Gemeinde erkundet, erlebt daher keinen einzigen Mittelpunkt: Talorte, Kloster und Kirchberg sind jeweils eigene Anlaufpunkte. Der Murradweg erschließt zudem den östlichen Rand des Gemeindegebiets als Verbindung in Richtung Graz.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Gratwein-Straßengel – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Medienportal und Wirtschaftsmagazin IMPULS
- Kultur & Events der Marktgemeinde
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Wirtschaft & Betriebe – Marktgemeinde Gratwein-Straßengel
- Raus ins Grüne – Marktgemeinde Gratwein-Straßengel
Stand der Angaben: 14.10.2026
