EBERAU KENNENLERNEN
Eberau: Wasserburg und fünf Dörfer im Pinkaboden
Eberau liegt im Pinkaboden im südlichen Burgenland. Die Marktgemeinde im Bezirk Güssing umfasst fünf Dörfer: Eberau, Gaas, Kroatisch Ehrensdorf, Kulm im Burgenland und Winten. Ihre östliche Grenze verläuft zu Ungarn. Die amtlichen Daten nennen für den 1. Jänner 2026 insgesamt 904 Einwohner auf rund 30,74 Quadratkilometern. Das Schloss Eberau und die Wallfahrtskirche Maria Weinberg gehören zu den auffälligen historischen Bauten des Gemeindegebiets. Sie stehen allerdings in unterschiedlichen Ortsteilen. Ein Blick auf die gesamte Gemeinde verbindet deshalb die Geschichte des Marktortes mit den Besonderheiten seiner umliegenden Dörfer.
Mittelalterliche Urkunden und ein Marktort
Eine Urkunde König Andreas’ II. nennt den Ort 1221 unter dem ungarischen Namen Monyorókerék. Im späten Mittelalter gewann Eberau als Herrschafts- und Marktzentrum an Bedeutung. Die Familie Ellerbach erhielt den Besitz 1369; um 1400 entstand die Burganlage. Ein Wochenmarkt ist für 1448 belegt, die deutsche Namensform Eberau begegnet 1465. Diese Angaben zeigen verschiedene Schritte der Entwicklung: die schriftliche Erwähnung, den Ausbau des Adelssitzes und die Ausbildung von Handelsfunktionen. Sie beschreiben keine einzelne Gründungshandlung, sondern einen über mehrere Jahrhunderte gewachsenen Ort mit zunehmend unterschiedlichen Aufgaben.
Die Wasserburg als Mittelpunkt einer Herrschaft
Schloss Eberau zählt zu den Wasserburgen des Südburgenlands. Seine Geschichte ist mit den Familien Ellerbach, Erdődy und Zrinyi verbunden, deren Besitzverhältnisse die Entwicklung des Ortes beeinflussten. Die Anlage befindet sich in Privatbesitz; aus ihrer Bedeutung als Denkmal lässt sich daher kein allgemein zugänglicher Besichtigungsbetrieb ableiten. Im Markt erinnern auch der Pranger und die Pfarrkirche zum heiligen Joseph an ältere öffentliche und religiöse Funktionen. Zusammen ermöglichen diese Bauwerke einen Blick auf Herrschaft, Rechtsprechung und kirchliches Leben. Das Schloss bildet dabei den großflächigen historischen Bezugspunkt, während kleinere Denkmäler andere Aspekte der Ortsgeschichte sichtbar machen.
Bücher und kirchliche Stiftungen
Eberau spielte zeitweise auch in der frühen Druckgeschichte eine Rolle. Der Drucker Johannes Manlius arbeitete hier zwischen 1587 und 1590. Diese kurze Phase verbindet den Ort mit der Verbreitung gedruckter Schriften im späten 16. Jahrhundert. Bereits 1473 war im Bereich Kulm–Eberau ein Paulinerkloster gegründet worden, das heute nicht mehr besteht. Die Wallfahrtskirche Maria Weinberg ist dagegen ein erhaltener religiöser Bezugspunkt im Ortsteil Gaas. Ihre Zuordnung ist bei einer Erkundung wichtig: Wer im Zentrum von Eberau steht, befindet sich noch nicht an dieser Kirche. Markt, frühere Klosteranlage und Wallfahrtsort besitzen jeweils eine eigene Geschichte.
Gemeindezusammenschluss und spätere Trennung
Die heutige Zusammensetzung der Gemeinde entstand aus Veränderungen der kommunalen Verwaltung. Im Jahr 1971 wurden sieben Orte zusammengelegt; neben den heute zu Eberau gehörenden Dörfern waren auch Oberbildein und Unterbildein beteiligt. Diese beiden Orte schieden 1993 wieder aus und bilden seither die Gemeinde Bildein. Im selben Jahr erhielt Eberau erneut die Bezeichnung Marktgemeinde. Die historische Verbindung erklärt, weshalb Bildein in älteren Darstellungen Eberaus vorkommt, obwohl es im aktuellen Gemeindeverzeichnis getrennt geführt wird. Für das heutige Eberau sind die fünf Dörfer und ihre Lage im Pinkatal maßgeblich.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
