BREITENAU KENNENLERNEN
Breitenau am Steinfeld zwischen Schwarza und Südbahn
Breitenau liegt im Bezirk Neunkirchen und zählt 1.555 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Das Gemeindegebiet umfasst 9,63 Quadratkilometer im Steinfeld, dem südlichen Teil des Wiener Beckens. Zwischen Schwarza, Kehrbach und Südbahn ist der Ort eng mit Landschaft, Verkehr und Gewerbe verbunden.
Am Rand des Steinfelds
Die Schwarza bildet im Süden die Gemeindegrenze. Durch den Ort fließt der Kehrbach, der bei Neunkirchen von der Schwarza abgezweigt wird. Nach Norden steigt das Gelände bewaldet bis zur Neunkirchner Allee an; dort verläuft die Südbahn entlang der Gemeindegrenze. Die B17 durchquert den Norden, die Südautobahn A2 verläuft im Süden. Breitenau ist die einzige Ortschaft und Katastralgemeinde der Gemeinde. Das Steinfeld ist hier von Äckern, Auen und Wäldern geprägt.
Dorf am Steinfeld
Die Gemeinde bezeichnet Breitenau als eine der ältesten Ansiedlungen im südlichen Niederösterreich und nennt 1073 als erste urkundliche Erwähnung. Für 1822 nennt die Ortschronik ein Dorf mit 38 Häusern. Der Ort war damals nach Schwarzau am Steinfeld eingepfarrt; die Kinder gingen dort auch zur Schule. 1809 lagerten napoleonische Soldaten am nördlichen Ortsrand. Während der beiden Weltkriege blieb Breitenau außerhalb der Kampfhandlungen; die Bevölkerung litt laut Gemeinde unter Not, Krankheiten und Entbehrungen.
Eine Kirche für den langen Weg
Breitenau war früher nach Schwarzau am Steinfeld eingepfarrt. Für ältere und gebrechliche Menschen bedeutete der Weg zur Pfarrkirche mehr als drei Kilometer. Deshalb gründete sich 1901 ein sechsköpfiges Kirchenbaukomitee, das Geld für einen Bau sammelte. Im Mai 1908 begannen die Arbeiten; am 2. Oktober 1909 wurde die Filialkirche geweiht. Sie ist dem heiligen Vitus anvertraut. Die Pfarre Schwarzau führt sie als Filialkirche und verzeichnet aktuell eine sonntägliche Frühmesse um 8 Uhr sowie auch eine Messe am Dienstag. Die Kirche am Kirchenplatz ist als Denkmal erfasst.
Schulhaus und Vereinsleben
Das Schulhaus am Kirchenplatz entstand 1875. In den Jahren 1983 und 1984 wurde es renoviert, um einen Turnsaal und eine vierte Klasse erweitert. Eine weitere Umgestaltung folgte 2000 mit der Überdachung des Turnsaals, einem Lehrerzimmer und einem Werkraum. Auch das Steinfeldzentrum dient dem Gemeindeleben: Die Gemeinde nennt dort einen Festsaal, ein Musikerheim, ein Geschäftslokal und ein Café. Es wurde als Veranstaltungsort für kulturelle Angebote der örtlichen Vereine gebaut.
Gewerbe und freiwillige Feuerwehr
Die Freiwillige Feuerwehr Breitenau wurde 1880 gegründet und zählte laut ihrem Bericht im Gründungsjahr bereits 52 aktive Mitglieder. Ihr heutiges Feuerwehrhaus entstand im Betriebsgebiet zwischen 2004 und 2006; Mitglieder leisteten beim Bau rund 5.000 Arbeitsstunden. Ein Bericht aus dem Jahr 2023 nennt 66 Mitglieder und ungefähr 100 Einsätze im Jahr. Historisch prägten auch Produktionsbetriebe den Ort. Für 1938 verzeichnet das österreichische Adressbuch unter anderem eine Zellulosefabrik mit Elektrizitätswerk und eine Buntpapierfabrik.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Breitenau (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte von Breitenau – Gemeinde Breitenau
- Filialkirche Breitenau – Erzdiözese Wien
- Unsere Schule – Volksschule Breitenau
- Freiwillige Feuerwehr Breitenau, Gemeindezeitung 4/2023
- Verordnung des Bundesdenkmalamtes, Bezirk Neunkirchen
Stand der Angaben: 09.10.2026
