BREITENSTEIN KENNENLERNEN
Breitenstein am Viadukt Kalte Rinne
Breitenstein liegt im Bezirk Neunkirchen und zählt 273 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die Gemeinde umfasst 20,29 Quadratkilometer am Fuß des Semmerings. Ihre Höhenlagen reichen vom Tal des Adlitzgrabens bis an die Südabdachung des Kreuzbergs; die historische Semmeringbahn quert das Gemeindegebiet.
Höhenlagen und Ortsteile
Die Gemeinde liegt zwischen 705 und 1.545 Metern Seehöhe; fast 76 Prozent ihrer Fläche sind bewaldet. Neben dem Hauptort zählen Klamm, Orthof, Kreuzberg und Adlitzgraben zu den Ortsteilen. Die Katastralgemeinde trägt den Namen Breitenstein.
Eine Gebirgsbahn durch den Adlitzgraben
Der Bau der Semmeringeisenbahn begann 1848 unter der Leitung von Carl Ritter von Ghega; 1854 ging die Strecke in Betrieb. Auf der Verbindung zwischen Gloggnitz und Mürzzuschlag überwindet sie mehr als 450 Höhenmeter. Dafür wurden 14 Tunnel, 16 Viadukte und mehr als 100 Überführungen gebaut. Die UNESCO-Kommission führt die Strecke seit 1998 als Welterbe; die Linie umfasst 41 Kilometer. Im Bereich Breitenstein führt das Bauwerk über das zweigeschossige, gekrümmte Viadukt Kalte Rinne. Die Strecke ist weiterhin in Betrieb. Laut ÖBB war sie ab 29. Mai 2026 wieder zweigleisig befahrbar; am Viadukt standen danach noch Arbeiten an den Gesimssteinen aus.
Das ehemalige Bahnwärterhaus
Direkt beim Viadukt Kalte Rinne steht ein ehemaliges Bahnwärterhaus, das Georg Zwickl und seine Frau sanierten und als Ghega-Museum betreiben. Rund 40 Bilder, Skizzen, Pläne und Zeichnungen führen durch die Planung und den Bau der Semmeringbahn sowie das Leben Ghegas und seiner Mitarbeiter. Das Museum umfasst etwa 60 Quadratmeter; der Betreiber führt Besucher nach Möglichkeit selbst durch die Ausstellung. Die Tourismusinformation nennt freiwillige Spenden als Eintritt sowie Öffnung vom 2. Mai bis 25. Oktober, samstags, sonntags und an Feiertagen jeweils von 10 bis 16 Uhr. Außerhalb dieses Zeitraums lässt sich ein Besuch telefonisch vereinbaren. Der RUFbus Semmering-Rax hält am Haltepunkt BR14 beim Museum.
Kirche und Burg in Klamm
Die Pfarre Klamm ist 1146 erstmals urkundlich belegt; die Gemeinde nennt sie die älteste des Semmeringgebiets. Die Kirche dürfte im Zusammenhang mit der Burg entstanden sein. Im 15. und 16. Jahrhundert wurde sie vergrößert und dem heiligen Martin geweiht. Nach einem Gutachten von 1689 folgten größere Umbauten, darunter ein gemauerter Turm und eine Neuordnung des Innenraums. Über Jahrhunderte umfasste der Pfarrsprengel große Teile des Semmeringgebiets; 1910 wurde der Payerbachgraben umgepfarrt. Die Gemeinde führt die Filialkirche „Zu Ehren der Mutterschaft Mariens“ in Breitenstein als 1969 fertiggestellt. Die Pfarrkirche und die Nepomuk-Kapelle in Klamm sind denkmalgeschützt. Ein Inventar von 1804 zählt fünf Altäre und eine Orgel auf.
Der Name in der Urkunde
Der Name „Preittenstein“ erscheint 1220 in einer Urkunde über Besitzungen der Burgherren von Klamm. Die Gemeinde Semmering wurde 1919 von Breitenstein abgetrennt.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Breitenstein (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Semmeringeisenbahn – Österreichische UNESCO-Kommission
- Ghega Museum – Niederösterreich Tourismus
- Verordnung des Bundesdenkmalamtes, Bezirk Neunkirchen
- Pfarrkirche Klamm – Gemeinde Breitenstein
- ÖBB-Bauarbeiten beendet: Wieder freie Fahrt über den Semmering
Stand der Angaben: 09.10.2026
