BLUDENZ KENNENLERNEN
Bludenz – Stadt zwischen vier Tälern
Bludenz liegt dort, wo Walgau, Klostertal, Montafon und Brandnertal zusammentreffen. Die Stadtgemeinde im Bezirk Bludenz zählt 14.994 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 29,91 Quadratkilometer. Der historische Kern liegt auf einer Geländeterrasse über der Ill; über ihm stehen Laurentiuskirche und Schloss Gayenhofen. Bahnlinien und Straßen führen von hier in mehrere Täler und machen die Stadt zugleich zu einem regionalen Arbeits-, Bildungs- und Versorgungszentrum.
Altstadt an der Talverzweigung
Die Lage am Übergang zwischen Walgau und den inneralpinen Tälern gab Bludenz früh eine überregionale Funktion. Die Werdenberger gründeten die Stadt im 13. Jahrhundert; Stadtrecht ist seit 1274 belegt. Teile der Altstadt bewahren den Verlauf der Befestigung, darunter das Obere Tor und die Laubengänge der Werdenbergerstraße. Nach einem großen Stadtbrand 1638 entstanden dort Bürgerhäuser, deren Fassaden und Gänge bis heute das Straßenbild prägen. Schloss Gayenhofen und Laurentiuskirche bilden auf dem Hang ein Ensemble über dem Zentrum. Die Ill und der Schwemmkegel des Galgentobelbachs erklären die terrassenförmige Lage. So verbindet die Stadt einen kompakten historischen Kern mit jüngeren Wohngebieten im Talboden.
Bahnknoten und Stadt im Alltag
Mit der Eröffnung der Bahnstrecke Lindau–Bludenz 1872 erhielt die Stadt einen Eisenbahnanschluss; die Arlbergbahn und die Montafonerbahn kamen als weitere Verbindungen hinzu. Der Bahnhof verknüpft damit den Verkehr nach Vorarlberg, Tirol und ins Montafon. Die A 14 geht am Stadtrand in die S 16 über und führt Richtung Arlberg. Im Zentrum sind Teile der Werdenbergerstraße Fußgängerzone. Bludenz ist außerdem Sitz der Bezirkshauptmannschaft und des Landeskrankenhauses. Für Bewohner der umliegenden Täler bündelt die Stadt Behördengänge, medizinische Versorgung, Einkäufe und weiterführende Angebote, während die Altstadt ein gut lesbarer Orientierungspunkt bleibt.
Industrie, Handel und Dienstleistungen
Für 2024 weist die Arbeitsstättenzählung 9.082 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. 87,3 Prozent der Arbeitsstätten lagen im Dienstleistungssektor, während 35,8 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse dem sekundären Sektor zugeordnet waren. Zu den konkreten industriellen Tätigkeiten zählt Getzner Textil: Das Unternehmen fertigt unter anderem Modestoffe, Afrika-Damaste und technische Textilien. Fohrenburg betreibt in Bludenz eine Brauerei für Bierspezialitäten; die Unternehmensgeschichte nennt eigene Weizenbierproduktion am Standort. Für die Gewebeveredelung begann Getzner 2023 eine Erweiterung um eine Appreturhalle sowie Raum für Lager und Logistik. Handel und Dienstleistungen ergänzen die beiden Produktionsstandorte in der Stadt.
Stadtgeschichte im Oberen Tor
Das Obere Tor ist Teil der früheren Stadtbefestigung und beherbergt seit 1922 das Stadtmuseum. Die Ausstellung widmet sich dem mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bludenz sowie der Funktion des Tores. Sie macht sichtbar, wie Wehrbau und Stadtraum zusammengehörten. Auch die industrielle Entwicklung hat Spuren hinterlassen: Die ehemalige Baumwollspinnerei in Klarenbrunn erinnert an den Aufstieg der Textilproduktion im 19. Jahrhundert; die Bahn brachte weitere Arbeitsplätze und veränderte die Zusammensetzung der Bevölkerung. In der Remise finden heute Konzerte, Theater, Lesungen und Ausstellungen statt. Die historische Substanz liegt dabei unmittelbar neben den Wegen des modernen Zentrums.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Bludenz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab
- Stadt Bludenz – Stadtmuseum
- Bludenz Events – Remise
- Stadt Bludenz – Betriebserweiterung Getzner Textil
- Brauerei Fohrenburg – Unternehmensseite
- Brauerei Fohrenburg – Geschichte und Braustandort
Stand der Angaben: 15.10.2026
