RAGGAL KENNENLERNEN
Raggal und Marul im Großen Walsertal
Raggal liegt hoch über dem Walgau im Großen Walsertal. Zur Gemeinde gehören neben dem Hauptort auch Marul, Litze und Plazera; zusammen leben hier 908 Menschen (Stand 1. Jänner 2026) auf 41,69 Quadratkilometern. Die ganzjährig bewohnten Höfe verteilen sich über steile Hanglagen, während Alpen und bewaldete Täler einen großen Teil des Gemeindegebiets einnehmen.
Höfe und Alpen in steiler Lage
Raggal ist keine kompakte Talgemeinde. Die Höfe und Häuser liegen zwischen etwa 770 und 1.150 Metern Seehöhe; darüber verteilen sich mehrere Alpen und Seitentäler. Wald und Alpwirtschaft prägen die Landschaft, die zugleich Teil des UNESCO-Biosphärenparks Großes Walsertal ist. Der Gemeinderaum reicht von Raggal über Marul bis in das Faludrigatal und umfasst die Seitentäler des Walserkamms. Zu den Gemeindealpen zählen Laguz, Faludriga und die Nova-Alpen; Faludriga liegt in einer Kernzone des Biosphärenparks. Die Entfernungen und Höhenunterschiede bestimmen, wie Wege, Versorgung und gemeinschaftliche Einrichtungen organisiert sind. Eine Schule im Hauptort bündelt Bildung für die Ortsteile, während Busverbindungen Raggal und Marul mit dem Walgau verknüpfen.
Milch, Käse und Arbeit vor Ort
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Raggal 93 Arbeitsstätten und 200 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort. Auf Land- und Forstwirtschaft entfielen 13,0 Prozent dieser Beschäftigungsverhältnisse. 75,4 Prozent der Erwerbstätigen mit Wohnsitz in der Gemeinde pendelten aus. Eine konkrete örtliche Tätigkeit ist die Käseherstellung in der Maruler Biosennerei: Bio-Höfe liefern Milch an den genossenschaftlich organisierten Betrieb, der daraus Bergkäse und Butter herstellt. Die Sennerei arbeitet von September bis Juni, während die Kühe im Sommer auf den Alpen weiden. Während dieser Sommerpause wird die Milch der gealpten Kühe für Alpkäse genutzt. So hängen Verarbeitung im Dorf und Alpwirtschaft unmittelbar zusammen.
Walserprägung und historische Verbindung
Raggal versteht sich als Walsergemeinde. Spuren älterer romanischer Besiedlung sind in Flurnamen erhalten; die Walserprägung zeigt sich bis heute in Dialekt und verstreuter Siedlungsstruktur. Über Jahrhunderte verband der Weg über die Lasangga die hinteren Teile des Walsertals mit dem Walgau. Die gedeckte Holzbrücke aus dem Jahr 1789 war Teil dieser Verbindung und liegt in einem engen Tobel am Marulbach. Neben ihr standen früher Mühle, Säge und Wirtshaus – ein kleiner Wirtschafts- und Verkehrsknoten, der von Höfen und Alpen genutzt wurde. Als andere Wegführungen entstanden, verlor die Stelle ihre zentrale Funktion. Die Brücke blieb als Zeugnis dieser älteren Wegeordnung erhalten.
Dorfleben zwischen Raggal und Marul
Raggal und Marul besitzen eigene Dorfmittelpunkte, zugleich bündelt der Hauptort wichtige Einrichtungen wie Schule und Gemeindeamt. Vereine und gemeinschaftlich organisierte Betriebe halten die Verbindung zwischen den verstreuten Siedlungen lebendig. In Marul ist der Walderlebnispfad ein öffentlich zugänglicher Weg, der Naturbeobachtung mit Informationen zur Waldnutzung und Geschichte verbindet. Er führt auch über eine Hängebrücke und an einem wiedererrichteten Kalkofen vorbei. Der Weg führt an der Biosennerei vorbei und macht so auch die Verbindung zwischen Dorf und bewirtschafteten Alpen sichtbar.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Raggal – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Raggal - GEM2GO WEB - Startseite
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- Biosennerei
- Walderlebnispfad
- Lasanggabruecke
- Gemeinde Raggal: Lasanggabrücke
- Statistik Austria: Arbeitsstättenzählung 2024
- Gemeinde Raggal: Walderlebnispfad
- Gemeinde Raggal: Maruler Biosennerei
- Vorarlberg Käse: Maruler Biosennerei
Stand der Angaben: 15.10.2026
