MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Bernhardsthal

Hügelgräber, Grenzgeschichte und ein Bahndamm durch den großen Teich erzählen von einer Gemeinde an Thaya und Grenze.

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Pfarrkirche in Bernhardsthal.
Pfarrkirche in Bernhardsthal. · Foto: JonnyBrazil · „NOE Bernhardsthal Pfarrkirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 557
01.01.2026
Fläche
51,97 km²
Bevölkerungsdichte
30,0
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2275
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

BERNHARDSTHAL KENNENLERNEN

Bernhardsthal: Teichlandschaft an der Nordbahn

Bernhardsthal liegt im nordöstlichen Weinviertel nahe der Thaya und der tschechischen Grenze. Die Marktgemeinde zählt 1.557 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 51,97 Quadratkilometer. Bernhardsthal, Katzelsdorf und Reintal sind ihre drei Ortschaften.

Funde vor der ersten Urkunde

Bodenfunde belegen Besiedlung vom Neolithikum bis in die Eisenzeit. Die Hallstattzeit hinterließ die „Drei Berge“, eine Gruppe von Hügelgräbern. An der Thaya lag eine germanische Siedlung des 1. bis 4. Jahrhunderts; durch sie verlief der Spitzgraben eines römischen Marschlagers. Aus der Zeit der beginnenden Christianisierung stammt das Bernhardsthaler Bleikreuz aus dem 9. Jahrhundert. Der Ort selbst wird 1171 im Klosterneuburger Traditionskodex erstmals genannt, als das Stift hier Grundbesitz erwarb. 1370 erhielt Bernhardsthal vorübergehend das Marktrecht. In den Kriegen des 15. Jahrhunderts brannten die Roggendorfer 1458 die Feste am Jägerhausberg nieder; zwei Jahre später verkauften sie den Ort mit Schloss und drei Teichen an die Liechtensteiner.

Drei Teiche, wechselnde Nutzung

Urkunden des 15. Jahrhunderts nennen erstmals Teiche bei Bernhardsthal. Im Teilungsvertrag der Liechtensteiner von 1570 erscheinen drei Gewässer: der obere Teich am westlichen Ortsende, der Kesselteich und der große Kirchteich. Die Josefinische Landaufnahme beschreibt 1787 sehr unterschiedliche Zustände: Der obere Teich konnte als Wiese dienen, der Kesselteich blieb wegen schwefeligen Wassers sumpfig, der untere Teich war Ackerland. Für den Bahndamm der Nordbahn trocknete man den großen Teich 1838/39 aus und entnahm ihm das Erdreich für den Damm. Die Gemeinde erwarb Teichflächen 1984; ab 1986 folgten wasserrechtliche Bewilligung und Arbeiten zur Wiederherstellung des Landschaftsteichs. 1992 wurde der Teich geflutet.

Brücke über Wasser und Bahndamm

Die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn teilt den Landschaftsteich mit einem Damm und einer gewölbten Ziegelbrücke. Das Bauwerk stammt aus dem Jahr 1839 und wird Karl Ritter von Ghega zugeschrieben. Bei Erhaltungsarbeiten 1987 wurde die mittlere Brücke in ihrer ursprünglichen Form renoviert. Der heutige Teich umfasst 25 Hektar Wasserfläche; sein Ufer ist rund 2,7 Kilometer lang. Am „Holzweg“ führen Spazierwege an Pflanzen vorbei, die mit QR-Codes versehen sind und Informationen zur örtlichen Flora geben. Das Gewässer bietet Lebensraum für Vögel, Wildenten, Reiher und Schwäne. Spaziergänge und Nordic Walking führen entlang des Ufers.

Ein Museum in der alten Gemeindeschmiede

Das Otto Berger Heimatmuseum befindet sich am Museumsplatz 62. Das Haus war zunächst eine Gemeindeschmiede; 1631 wird dort der Schmied Michael Witzga mit seiner Familie genannt. 1886 wurde das Gebäude neu errichtet und Wohnungen für Lehrer und Arzt eingerichtet. Später waren dort Gemeindeamt, Standesamt, Post und von 1937 bis 1963 auch die Raiffeisenkasse untergebracht. Ab 1972 stellte man Museumsgegenstände in den Räumen zum Platz auf. Die Eröffnung fand am 1. Juli 1977 während der 800-Jahr-Feier Bernhardsthals statt. Zunächst gab es einen großen Archäologieraum; Räume zur Volkskultur kamen hinzu. Seit 1994 trägt das Museum den Namen des Sammlers Otto Berger. 2000 wurde der archäologische Bereich um einen Germanenraum und einen Raum für Sonderausstellungen erweitert.

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

Bernhardsthal auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 599
31.10.2021 · Registerzählung1 591
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 557

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 165
NUTS-3-Region
Weinviertel (AT125)

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Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.