HINTERHORNBACH KENNENLERNEN
Hinterhornbach: Leben am Ende des Hornbachtals
Hinterhornbach liegt dort, wo das Hornbachtal tief in die Allgäuer Alpen führt und die Straße talauswärts zurück ins Lechtal weist. Die Tiroler Gemeinde im Bezirk Reutte zählt 88 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 50,55 Quadratkilometer. Dorf, Weiler und alpine Gemeindeflächen liegen in einem engen Seitental nahe der deutschen Grenze.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Hinterhornbach – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Tal mit wenigen Übergängen
Das Siedlungsgebiet liegt auf knapp über 1.100 Metern Seehöhe; ringsum steigen die Berge deutlich über 2.000 Meter. Im Norden bildet die Hochvogelgruppe den Abschluss, südlich zieht die Hornbachkette mit Gipfeln wie der Bretterspitze auf. Die Gemeinde reicht vom Talboden bis in steiles, hochalpines Gelände. Landwirtschaftliche Flächen und Almen liegen deshalb in einer Landschaft, in der bewohnte Hofgruppen und Bergweiden eng beieinanderstehen. Neben dem Dorf gehören die Rotten Krummenstein und Pretterhof zum Gemeindegebiet. Eine einzige Straße, die L 264, führt nach Vorderhornbach und weiter ins Lechtal; diese Lage macht die Verbindung zur Außenwelt zugleich übersichtlich und abhängig vom Talverlauf.
Arbeit zwischen Landwirtschaft, Gastlichkeit und Auspendeln
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist für Hinterhornbach zwölf Arbeitsstätten und 21 Beschäftigungsverhältnisse am Arbeitsort aus. Ein Viertel der Arbeitsstätten gehört zum primären Sektor; 81 Prozent der Beschäftigten arbeiten im Dienstleistungsbereich. Das passt zu einem kleinen Bergdorf, in dem Landwirtschaft neben Angeboten für Gäste steht. Der Landgasthof Adler bietet seinen Gästen Tiroler Küche mit regionalen Zutaten, viele davon aus eigener Erzeugung. Das verbindet Gastronomie mit örtlicher Landwirtschaft und mit Angeboten für Wander- und Aktivgäste. Zugleich pendeln 62,2 Prozent der am Wohnort erwerbstätigen Personen aus. Die Zahlen zeigen daher einen kleinen lokalen Arbeitsmarkt, der durch Dienstleistungen im Dorf ergänzt wird, während viele Bewohner ihren Arbeitsplatz außerhalb finden.
Quellen: Arbeitsstätten- und Beschäftigtenzahlen 2024 · Landgasthof Adler – Küche und Gastbetrieb
Vom Almgebiet zur eigenen Gemeinde
Die Besiedlung kam über die Jöcher aus dem Allgäu; 1235 wird Hinterhornbach erstmals schriftlich erwähnt. Aus einzelnen Höfen entwickelten sich Hofgruppen und kleine Weiler. Lange gehörte der Ort zur Anwaltschaft Unterlechtal und zu wechselnden kirchlichen und gerichtlichen Zuständigkeiten. Erst 1883 entstand eine eigenständige Gemeinde, 1891 wurde Hinterhornbach zur Pfarre erhoben. Als in den 1950er- und 1960er-Jahren Menschen fortzogen, verbesserten Straßenbau und Infrastruktur die Lebensbedingungen und trugen dazu bei, dass das Dorf bewohnt blieb. Die Geschichte erklärt, warum hier eine kleine Siedlung am Talende zugleich ein eigener politischer Ort und Teil des größeren Lechtaler Zusammenhangs ist.
Ein Dorf, das den Bergen nahe bleibt
Im Alltag treffen wenige Wohnplätze auf große Distanzen zu den Gipfeln und Nachbargemeinden. Die Pfarrkirche Unsere Liebe Frau vom Guten Rat bildet einen markanten Bezugspunkt im Dorf. Weiter oben liegt das Kaufbeurer Haus im Urbeleskar, eine Selbstversorgerhütte des Deutschen Alpenvereins. Der Aufstieg beginnt in Hinterhornbach und führt aus dem Talwald in hochalpines Gelände; die Hütte ist damit Ziel für erfahrene Bergwanderer und Stützpunkt für Touren in der Hornbachkette. Solche Ziele bringen Besucher ins Seitental, ohne seine landwirtschaftliche Prägung und die kleine, dauerhaft bewohnte Dorfgemeinschaft zu überdecken.
Quellen: Tirol Tourismus – Kaufbeurer Haus
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 15.10.2026
