VIRGEN KENNENLERNEN
Virgen: Feldfluren, Höfe und Wallfahrtswege
Virgen liegt im Virgental zwischen der Venedigergruppe und der Lasörlinggruppe. Die Gemeinde zählt 2.227 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 88,81 Quadratkilometer, davon große Bereiche in den Hohen Tauern. Die Isel durchfließt das Tal; sieben Ortschaften verteilen sich überwiegend auf ihrer linken Seite. Rund 42 Quadratkilometer des Gemeindegebiets liegen im Nationalpark Hohe Tauern.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
Siedlungen am Schwemmkegel
Der Hauptort Virgen-Dorf liegt am Schwemmkegel zwischen Virger Bach und Niedermauernbach. Weitere Orte wie Mitteldorf, Obermauern, Göriach und Welzelach liegen entlang der Landesstraße oder an den Talhängen. Die Isel wird durch den Schwemmkegel an die gegenüberliegende Talseite gedrängt; nur Welzelach liegt rechts des Flusses. Die Feldfluren bewahren Hecken und Klaubsteinmauern als Feldgrenzen. Eine geplante Grundzusammenlegung wurde zugunsten ihres Erhalts nicht umgesetzt. Die kleinen Felder und ihre Grenzen zeigen, wie eng Landwirtschaft und Siedlung im Tal verzahnt sind.
Eine alte Pfarre und sichtbare Dorfgeschichte
Virgen zählt zu den ältesten Pfarren Osttirols; 1165 ist ein Pfarrer urkundlich belegt. Die Pfarrkirche im Hauptort besitzt einen weithin sichtbaren gotischen Turm, der im 18. Jahrhundert mit der Kirche barockisiert wurde. In Obermauern steht die Wallfahrtskirche Maria Schnee, deren spätgotische Fresken Simon von Taisten zugeschrieben werden. Die Ruine Rabenstein in Mellitz erinnert an die frühere Gerichts- und Verwaltungsgeschichte des Tals. Diese unterschiedlichen Orte liegen in mehreren Ortschaften und zeigen, wie kirchliche Organisation, Wallfahrt und Herrschaft das Virgental geprägt haben. Die Orts- und Flurnamen des Tals bewahren auch sprachliche Spuren älterer Siedlungsphasen.
Quellen: Virgen – Wikipedia, feste Artikelversion · Wallfahrtskirche Maria Schnee und Kreuzweg – Gemeinde Virgen
Viehwirtschaft, Direktvermarktung und Pendeln
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist in Virgen 154 Arbeitsstätten und 388 Beschäftigte aus; 60,8 Prozent der Beschäftigungsverhältnisse entfielen auf Dienstleistungen. 75,4 Prozent der aktiv Erwerbstätigen am Wohnort pendelten aus. Rinderzucht und Almwirtschaft nutzen 74 Almen; die Wiesen und Bergmähder bleiben dadurch offen. Der 1993 gegründete Bauernladen bündelt Produkte von rund 100 Lieferant:innen, darunter Käse, Fleisch, Brot und Saft. So gelangen bäuerliche Erzeugnisse in die Nahversorgung, während ein Teil der Einnahmen direkt an die Höfe zurückfließt. Obst wird außerdem zu Saft, Marmelade oder Edelbrand verarbeitet. Einige Höfe ergänzen ihr Einkommen durch Urlaub am Bauernhof, Direktvermarktung oder Forstarbeit.
Quellen: Arbeitsstättenzählung 2024 – Statistik Austria · Landwirtschaft in Virgen – Gemeinde Virgen
Kreuzweg nach Obermauern
Der alte Kreuzweg führt vom westlichen Ortsrand Virgens zur Wallfahrtskirche Maria Schnee in Obermauern. Vierzehn Stationen begleiten den Weg; der Virger Tierarzt Alois Stadler ließ sie 1890 errichten. Die Gemeinde beschreibt ihn als bis heute begangenen Wallfahrtsweg. Die Kirche ist ein spätgotischer Bau mit Fresken aus dem späten 15. Jahrhundert und bietet laut Gemeindeseite auch organisierte Führungen an. Im Dorfzentrum steht außerdem der Bauernladen, in dem regionale Lebensmittel und handwerkliche Produkte verkauft werden; er ist ein konkreter Einblick in die Verbindung von Landwirtschaft und Alltag.
Quellen: Wallfahrtskirche Maria Schnee und Kreuzweg – Gemeinde Virgen · Landwirtschaft in Virgen – Gemeinde Virgen
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Virgen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Landwirtschaft in Virgen – Gemeinde Virgen
- Wirtschaft in Virgen – Gemeinde Virgen
- Wallfahrtskirche Maria Schnee und Kreuzweg – Gemeinde Virgen
- Pfarrkirche Virgen – Pfarre Virgen
- Arbeitsstättenzählung 2024 – Statistik Austria
Stand der Angaben: 15.10.2026
