GEMEINDE · TIROL

Prägraten am Großvenediger

Bergsteigerdorf zwischen Isel, Almen und Nationalpark

GEMEINDEKENNZIFFER70723
Prägraten am Großvenediger mit Kirche und grünen Wiesen
Prägraten am Großvenediger mit Kirche und grünen Wiesen · Foto: Geiserich77 · „Praegraten mit Pfarrkirche“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 122
01.01.2026
Fläche
180,34 km²
Bevölkerungsdichte
6,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
9974
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

PRÄGRATEN AM GROSSVENEDIGER KENNENLERNEN

Prägraten am Großvenediger: Leben im Iseltal

Prägraten liegt am Ende des Virgentals, wo die Isel aus den Hochgebirgstälern nach Osten fließt. Das weitläufige Gemeindegebiet reicht bis zum Großvenediger und umfasst 180,34 Quadratkilometer; 1.122 Menschen leben hier (Stand 1. Jänner 2026).

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Prägraten am Großvenediger – Wikipedia, feste Artikelversion

Ein Talraum mit wenigen Siedlungsflächen

Die Ortschaften und Weiler liegen überwiegend links der Isel, während sich nördlich und westlich davon Seitentäler tief in die Venedigergruppe ziehen. Rund 59 Prozent der Gemeindefläche gehören zum Nationalpark Hohe Tauern. Die Isel entspringt im Umbaltal am Umbalkees und bildet dort die Umbalfälle; weiter flussabwärts verbindet sie die Siedlungen des Tals. Die hochalpine Lage begrenzt die nutzbaren Flächen, konzentriert Wege und Häuser aber zugleich entlang der Talachse. St. Andrä mit Pfarrkirche und Gemeindeamt bildet das Zentrum, Hinterbichl ist ein wichtiger Ausgangspunkt in Richtung Umbaltal und der hoch gelegenen Schutzhütten. Am Wasser erläutern Schautafeln, wie die Isel das Felsbett geformt hat.

Quellen: Prägraten am Großvenediger – Wikipedia, feste Artikelversion · Prägraten am Großvenediger - Zentrum

Tourismus, Berglandwirtschaft und Naturstein

Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in Prägraten 101 Arbeitsstätten und 171 Beschäftigte am Ort. Ein Viertel der örtlich Beschäftigten arbeitet in Land- und Forstwirtschaft; Dienstleistungen stellen die größte Gruppe. Beherbergung und Gastgewerbe bieten Arbeit für den Bergtourismus, während Viehhaltung und Almwirtschaft die nutzbaren Flächen prägen. Eine Besonderheit ist der Natursteinabbau im Hinterbichler Dorfertal: Dort werden grüne Gesteine gewonnen, die als Werkstein an Gebäuden verwendet werden. Der Betreiber Lauster nennt Chloritschiefer und Serpentinit aus Osttirol als Natursteine seines Sortiments. Diese Tätigkeit ergänzt die kleinräumige Landwirtschaft und die auf Sommergäste ausgerichteten Dienstleistungen.

Quellen: Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab Gebietsstand 2024 · Stein um Stein zur Hochglanz-Fassade aus Osttiroler Serpentinit · Prägraten am Großvenediger – Wikipedia, feste Artikelversion · Steinbrüche – Lauster Naturstein

Bergsteigen und bäuerliches Erbe

Der Alpinismus setzte im 19. Jahrhundert neue Impulse: Prägraten wurde 1845 zum Ausgangspunkt einer Besteigung des Großvenedigers. Bergführer aus der bäuerlichen Bevölkerung verdienten damit zusätzliches Einkommen. Heute führen Wege zu Hütten wie der Clarahütte und zur Essener-Rostocker-Hütte; sie machen die Gemeinde zu einem Zugang in die Hochgebirgsregion. Zugleich bewahren Höfe, Almen und kleine Kulturorte die landwirtschaftliche Seite des Tals. Die Islitzer Mühle am Dorferbach ist eine funktionsfähige Kornmühle und kann besichtigt werden. Das Heimatmuseum Oberbichl zeigt eine Rauchkuchl und Geräte aus dem bäuerlichen Alltag. Beides vermittelt, wie eng Versorgung, Handwerk und Nutzung des Bergraums früher zusammenhingen.

Quellen: Prägraten am Großvenediger – Wikipedia, feste Artikelversion · Prägraten am Großvenediger - Zentrum · Clarahütte – Österreichischer Alpenverein · Freizeit in Prägraten – Gemeinde Prägraten

Dorfleben zwischen St. Andrä und Hinterbichl

Die Pfarrkirche in St. Andrä ist Mittelpunkt der Gemeinde; daneben stehen in den Fraktionen mehrere Kapellen, darunter die aus Bruchstein errichtete Kapelle in Hinterbichl. Musik, Vereine und gemeinschaftliche Veranstaltungen prägen das Leben in den Weilern. Die Musikkapelle reicht in ihrer Gründung bis 1849 zurück. Die Virgentalstraße verbindet St. Andrä und Hinterbichl über Virgen und Matrei mit Lienz. Für Schule, Versorgung und Wege in die Nachbargemeinden ist diese Talverbindung ebenso wichtig wie für Gäste, die zu den Hütten und Wasserfällen gelangen. Der nächste Bahnanschluss liegt in Lienz. Die Verbindung durch das Virgental prägt damit den Alltag der abgelegenen Gemeinde und den Zugang zu weiterführenden Schulen und Diensten.

Quellen: Prägraten am Großvenediger – Wikipedia, feste Artikelversion · Prägraten am Großvenediger - Zentrum · Clarahütte – Österreichischer Alpenverein · Umbalfälle – Osttirol Tourismus

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 15.10.2026

GEOGRAFIE

Prägraten am Großvenediger auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 225
31.10.2021 · Registerzählung1 149
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 122

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
362
NUTS-3-Region
Osttirol (AT333)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Prägraten am Großvenediger

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.