ST. SIGMUND IM SELLRAIN KENNENLERNEN
St. Sigmund im Sellrain: Zwei Täler, ein hochalpiner Lebensraum
St. Sigmund im Sellrain liegt im hinteren Sellraintal und reicht von der Talstraße bis zu den Gletschern der Stubaier Alpen. Die Gemeinde im Bezirk Innsbruck-Land zählt 185 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 102,30 Quadratkilometer.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gemeinde St. Sigmund im Sellrain - Zentrum
Geteiltes Gemeindegebiet
Das Gemeindegebiet gliedert sich in zwei Talräume. Im Obertal liegen Kreuzlehn und Haggen am Zirmbach sowie die Seitentäler Gleirsch und Kraspes. Das hintere Lüsental mit Praxmar und Lüsens erreicht man über Gries im Sellrain; die beiden Bereiche sind also nicht durch eine direkte Straße innerhalb der Gemeinde verbunden. Zwischen dem tiefsten Talboden und den Gipfeln liegen große Höhenunterschiede, und ein beträchtlicher Teil der Fläche ist hochalpin. Die Siedlungen liegen entlang der Talverbindungen, während oberhalb Almen, Fels und Gletscher das Landschaftsbild bestimmen. St. Sigmund gehört seit 2013 zu den Bergsteigerdörfern des Österreichischen Alpenvereins.
Quellen: St. Sigmund im Sellrain – Wikipedia, feste Artikelversion
Kleine Arbeitsstätten und Gästeangebote
Die Arbeitsstättenzählung 2024 erfasste in St. Sigmund 18 Arbeitsstätten und 29 Beschäftigungsverhältnisse an diesen Standorten. Rund 78 Prozent der Arbeitsstätten lagen im Dienstleistungssektor. Die wenigen örtlichen Betriebe hängen eng mit den Bergtälern zusammen: In Praxmar betreibt der Alpengasthof Gastronomie und Beherbergung, in Lüsens gibt es ebenfalls Einkehrmöglichkeiten für Gäste. Das Tourismusbüro informiert über Wege und Bergangebote. Höfe und Almen nutzen die kurzen Vegetationszeiten im hochgelegenen Gemeindegebiet. Für Beschäftigung und Versorgung müssen die weit auseinanderliegenden Weiler zudem über Gries oder entlang der Sellraintalstraße angebunden werden. So prägen Gästebetriebe und Landwirtschaft die örtliche Arbeit, obwohl die Zahl der Arbeitsstätten klein ist. Ihre Angebote richten sich sowohl an Tagesgäste als auch an Übernachtungsgäste.
Quellen: Statistik Austria, Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse · Kommunale Primärquelle zur Wirtschaft · Alpengasthof Praxmar
Lawinen und Siedlungsgeschichte
Haggen wird in einer Aufzeichnung des Klosters Ottobeuren aus dem 12. Jahrhundert mit zwei Schwaighöfen erwähnt. Auch Praxmar und Peida sind seit dem Mittelalter belegt. St. Sigmund war Raststation auf einer Verbindung vom Inntal ins mittlere Ötztal. Die Lage in den engen Bergtälern brachte zugleich Gefahren: Schwere Lawinen trafen die Gemeinde 1817 und 1970. Nach dem Abgang von 1970 wurde Alt-Peida 1971 und 1972 verlegt und bei der Ortskirche als Neu-Peida wieder aufgebaut. Die Pfarrkirche im Hauptort entstand um 1490. Kirche und neuer Weiler zeigen heute dicht beieinander, wie historische Wege und der Umgang mit Naturgefahren die Siedlung formten.
Quellen: St. Sigmund im Sellrain – Wikipedia, feste Artikelversion · Pfarrkirche St. Sigmund
Praxmar und Lüsens als Ausgangspunkte
Der Natur- und Gletscherlehrpfad beginnt in Praxmar. Sein erster Abschnitt erklärt mit Tafeln Pflanzen und Tiere des Sellraintals; ein weiterer führt von Lüsens zum Fernerboden und zeigt Spuren der Gletscherentwicklung. Der Lehrpfad umfasst insgesamt 2,5 Kilometer. Im Sommer sind Praxmar und Lüsens Ausgangspunkte für Wanderungen und Bergtouren, im Winter für Langlauf und Rodeln. Der Alpengasthof Praxmar bietet eine Einkehr mit Terrasse und Spielplatz. Im Hauptort steht die Pfarrkirche St. Sigmund. So verteilen sich die besuchbaren Orte über zwei Talräume, die auf der Straße nur über Gries miteinander verbunden sind.
Quellen: Natur- und Gletscherlehrpfad · Alpengasthof Praxmar
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Sigmund im Sellrain – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Gemeinde St. Sigmund im Sellrain - Zentrum
- Kommunale Primärquelle zur Wirtschaft
- Pfarrkirche St. Sigmund
- Natur- und Gletscherlehrpfad
- Statistik Austria, Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindeergebnisse
- Alpengasthof Praxmar
Stand der Angaben: 14.10.2026
