SELLRAIN KENNENLERNEN
Sellrain am Eingang eines verzweigten Bergtals
Sellrain liegt dort, wo sich das Sellraintal vom Inntal nach Süden öffnet. Die Melach durchfließt die Gemeinde, deren Siedlungen sich entlang der Talstraße und an den sonnigen Hängen verteilen. Auf 62,00 Quadratkilometern leben 1.349 Menschen (Stand 1. Jänner 2026). Das Fotschertal, die Weiler und die Wallfahrtskirche St. Quirin geben dem Ort ein deutlich anderes Gepräge als ein geschlossenes Talbodendorf.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Sellrain – Wikipedia, feste Artikelversion
Siedlungen am Hang
Zum Gemeindegebiet gehören neben dem Dorf Sellrain die Orte St. Quirin und Tanneben sowie zahlreiche Weiler, Einzelhöfe und Almen. Die Melach bildet eine wichtige Linie durch den Talboden, während die Siedlungen an den Hängen verstreut liegen. Insgesamt 36 Brücken verbinden Ortsteile und Höfe über Bäche und Einschnitte hinweg. Südlich zweigt das Fotschertal ab, ein langes Seitental mit Wegen in die Berge. Diese räumliche Gliederung macht das Unterwegssein zu einem Teil des Alltags: Busse und Straßen bündeln den Verkehr, kleinere Verbindungen erschließen die abgelegenen Wohnplätze.
Vom Wildbad zum Dorf
Die ältesten bekannten dauerhaften Hofstellen werden im 13. und 14. Jahrhundert greifbar; der Talname Sellrain erscheint 1289 in einer Rechnung. Eine besondere Rolle spielte die eisenhaltige Quelle in Rothenbrunn: Seit dem Mittelalter wurde sie als Heilbad besucht, im 17. Jahrhundert gehörten Bad und Gasthaus zusammen. Später verdienten viele Haushalte zusätzlich Geld mit dem Waschen von Innsbrucker Wäsche. Dieser Erwerbszweig verschwand bis 1973. Die Pfarrkirche St. Anna wurde 1701 bis 1705 errichtet; ihre Baugeschichte ist mit den Einnahmen aus der Wallfahrt zur Kirche St. Quirin verbunden.
Quellen: Gemeinde Sellrain - Startseite - Unser Sellrain - Wissenswertes - Gemeindechronik
Handwerk, Gastlichkeit und Pendeln
Die Arbeitsstättenzählung 2024 weist in Sellrain 78 Arbeitsstätten aus; 75,6 Prozent davon gehören zum Dienstleistungssektor. Von den aktiv Erwerbstätigen mit Wohnort Sellrain pendelten 87,9 Prozent aus. Das örtliche Angebot reicht über den Gastbetrieb hinaus: Im Gemeindeverzeichnis stehen Zimmereien, Imkerei und Transportunternehmen. Sie stehen für Holzarbeiten, Bienenprodukte und Fahrleistungen, die im Bergtal selbst angeboten werden. Der Gasthof Neuwirt in Rothenbrunn und die Potsdamer Hütte im Fotschertal bedienen unterschiedliche Wege der Gäste, vom Talort bis zum Ausgangspunkt für Bergtouren. So bestehen trotz der starken Pendlerverflechtung Betriebe an mehreren Standorten der Gemeinde.
Quellen: Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab · Gemeinde Sellrain – Betriebe · Gemeinde Sellrain - Startseite - Unser Sellrain - Wissenswertes - Gemeindechronik
Kirche und Bergwege
St. Quirin liegt oberhalb des Hauptorts und ist als Wallfahrtskirche schon von weitem zu erkennen. Im Inneren sind spätgotische Wandmalereien und Schnitzfiguren erhalten; die Kirche ist ein eigenständiges Ziel am Hang. Das Fotschertal wird für Wanderungen, Rodeln und Skitouren genutzt. Die Potsdamer Hütte und weitere Einkehrmöglichkeiten liegen an den Wegen in die Bergwelt; Öffnungszeiten und Bedingungen sind saisonabhängig. Im Tal selbst lohnt ein Blick auf die Brücken und die gewachsene Folge aus Hofstellen und Weilern. So erschließt sich Sellrain sowohl als Wohnort an einer wichtigen Talstraße als auch als Ausgangspunkt in ein Seitental, dessen Erreichbarkeit zu Fuß von Wetter und Jahreszeit abhängt. Der Weg ins Fotschertal beginnt bereits im besiedelten Gemeindegebiet.
Quellen: Sellrain – Wikipedia, feste Artikelversion · Gemeinde Sellrain - Startseite - Unser Sellrain - Wissenswertes - Gemeindechronik · Gemeinde Sellrain – Gastronomie und Beherbergung
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Sellrain – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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- Statistik Austria – Arbeitsstättenzählung 2024, Gemeindetab
Stand der Angaben: 14.10.2026
