STEINAKIRCHEN AM FORST KENNENLERNEN
Steinakirchen am Forst: Ein Ort mit langer Kirchengeschichte
Die Marktgemeinde Steinakirchen am Forst liegt im Bezirk Scheibbs im Mostviertel. Am 1. Jänner 2026 lebten hier laut Statistik Austria 2.283 Menschen; das Gemeindegebiet misst 34,97 Quadratkilometer. Der Hauptort liegt auf 324 Metern Seehöhe. Zum Gemeindegebiet gehören mehrere Katastralgemeinden und Ortschaften, darunter auch Ernegg.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Steinakirchen am Forst – Gemeindestatistik · Steinakirchen am Forst – Wikipedia, feste Artikelversion
Fünf Katastralgemeinden im Mostviertel
Rund ein Viertel der Gemeindefläche ist bewaldet. In den fünf Katastralgemeinden Außerochsenbach, Ernegg, Lonitzberg, Steinakirchen am Forst und Zehetgrub liegen 29 Ortschaften. Ihre heutige Zusammengehörigkeit entstand schrittweise: Ernegg wurde 1967 eingemeindet, Lonitzberg folgte 1970. Außerochsenbach und Zehetgrub kamen mit 1. Jänner 1971 hinzu.
Quellen: Steinakirchen am Forst – Gemeindestatistik · Steinakirchen am Forst – Wikipedia, feste Artikelversion
Eine steinerne Kirche als Namensgeberin
Eine Urkunde Kaiser Ottos II. nennt am 14. Oktober 979 den Ort als „Steininachiricha“. Nach der Überlieferung erhielt Steinakirchen seinen Namen von einer steinernen Kirche, die im damals von Holzbauten geprägten Umland auffiel. Die Kirche gehörte zu einem weitreichenden Pfarrgebiet: Um 1100 wurden dessen Grenzen in einem Mondseer Güterverzeichnis beschrieben. Dazu zählten auch Orte, die später eigene Pfarren wurden, etwa Wieselburg, Reinsberg und Gaming.
Quellen: Steinakirchen am Forst – Wikipedia, feste Artikelversion
Die Pfarrkirche zum heiligen Michael
Der heutige Bau entstand Ende des 15. und zu Beginn des 16. Jahrhunderts nach einem einheitlichen Plan. Im Grundriss erscheint die Pfarrkirche dreischiffig; konstruktiv ist sie eine Wandpfeilerkirche mit Sternrippengewölbe. Besonders auffällig ist die durchgehende Rundempore. Die Pfarre vergleicht diese Bauform mit nur zwei weiteren Kirchen: St. Martin in Amberg und der Schlosskirche St. Magdalena in der Moritzburg in Halle an der Saale. Das Patrozinium des heiligen Erzengels Michael verweist laut Pfarrseite auf das hohe Alter der Pfarre. Eine Innenrenovierung erfolgte 2003, die Außenrenovierung 2015.
Quellen: Pfarrkirche Steinakirchen
Schloss Ernegg und die Katastralgemeinde
Schloss Ernegg liegt in der gleichnamigen Katastralgemeinde und damit innerhalb der Marktgemeinde. Nach Angaben der niederösterreichischen Tourismusinformation befindet es sich seit 1656 im Besitz der Familie Auersperg. Am Schlossberg gibt es einen Neun-Loch-Golfplatz; im Tal der Kleinen Erlauf liegt ein weiterer Platz mit 18 Löchern. Die Räume werden für Hochzeiten, Seminare und private Feiern genutzt. Zum Haus gehören Gästezimmer, die mit Antiquitäten und Familienporträts eingerichtet sind.
Quellen: Schloss Ernegg – Niederösterreich Tourismus · Steinakirchen am Forst – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Kreis aus Bäumen und Zeitmarken
Am Haberg ist der Mostviertler Sonnwendkreis als kreisförmige Anlage gestaltet. 24 Hochstammbäume – abwechselnd Äpfel und Birnen – stehen für die Stunden des Tages; der Baumkreis misst 80 Meter im Durchmesser. In seiner Mitte steht ein 6,5 Meter hoher Granitobelisk mit Sonnenuhren. Schienen der früheren Schmalspurbahn durch das Kleine Erlauftal und Kanonenkugeln markieren dort die Sommer- und Wintersonnenwende sowie die Tag-und-Nacht-Gleichen. Außen umgibt ein Strauchkreis mit 100 Metern Durchmesser die Anlage.
Quellen: Mostviertler Sonnwendkreis am Haberg in Steinakirchen
Heiligenbrunn am Lonitzberg
Zur Pfarre Steinakirchen gehört auch die Heiligenbrunn-Kapelle am Lonitzberg. Ein nahe gelegener Bauernhof wurde bereits 1449 als „Hewlingprunn“ bezeichnet. Eine örtliche Sage erzählt von einer einst heilkräftigen Quelle, die diese Wirkung verloren habe. Wandernde und Wallfahrende waschen dort traditionell Gesicht und Augen. Am Dreifaltigkeitssonntag kommen kleine Prozessionen aus Steinakirchen und Nachbarpfarren zur Andacht zusammen. Die Familie Stamminger vom Hof Heiligenbrunn pflegt die Kapelle und schmückt sie zu diesem Anlass mit einem Kranz.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Steinakirchen am Forst – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Steinakirchen am Forst – Gemeindestatistik
- Pfarrkirche Steinakirchen
- Schloss Ernegg – Niederösterreich Tourismus
- Mostviertler Sonnwendkreis am Haberg in Steinakirchen
- Heiligenbrunn-Kapelle mit uralter Sage
Stand der Angaben: 09.10.2026
