FERSCHNITZ KENNENLERNEN
Ferschnitz: Bachlauf, Marktrecht und Schlossgeschichte
Ferschnitz liegt am östlichen Rand des Bezirks Amstetten im Mostviertel. Die Marktgemeinde zählt am 1. Jänner 2026 1.867 Einwohnerinnen und Einwohner auf 15,54 Quadratkilometern. Bäche, Auen und zwei historische Schlossstandorte geben dem Gemeindegebiet seine Konturen.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Ferschnitz – Wikipedia, feste Artikelversion
Der Bach als Namensgeber
Der Ferschnitzbach entsteht in Senftenegg aus dem Zusammenfluss von Grubbach und Gafringbach. Auf seinem Weg nach Norden nimmt er unter anderem Ochsenbach und Edelbach auf und mündet bei Günzing in die Ybbs. Auen, bewaldete Hänge und offene Hügel begleiten den Lauf. Die Gemeinde grenzt an die Bezirke Scheibbs und Melk und gehört zum auslaufenden Hügelland des Alpenvorlandes. Zinsenwang bildet die höchste Erhebung des Gemeindegebiets; der Markt selbst liegt deutlich tiefer. Ferschnitz umfasst eine amtliche Ortschaft und die Katastralgemeinden Ferschnitz und Innerochsenbach. Die Dörfer und Einzellagen verteilen sich entlang der Gewässer und über die anschließenden Höhen.
Quellen: Ferschnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Gedächtnis des Landes – Ferschnitz (Schloss Freydegg)
Freydegg und der Aufstieg zum Markt
Der Bachname ist älter als der Ort: Ferschnitz wurde 1034 als Phezniza erwähnt, während die Siedlung vermutlich erst im 12. Jahrhundert entstand. Eine erste Ortsnennung stammt aus 1345. Die Herrschaft Freydegg prägte danach die Entwicklung. Reichard Streun von Schwarzenau ließ die Burg zwischen 1575 und 1594 zu einem repräsentativen Renaissanceschloss ausbauen. Auf Streuns Fürsprache erhob Kaiser Rudolf II. Ferschnitz 1589 zum Markt; zugleich erhielt der Ort sein Marktwappen. Bei einem Fest auf Freydegg im September 1581 stürzte der Saal mit den Gästen ein; Menschen starben und wurden verletzt. Nach Streuns Tod setzte der Verfall ein. Von der einst großen Anlage blieben der Torturm des Vorhofs und ein langer Wirtschaftstrakt erhalten.
Quellen: Gedächtnis des Landes – Ferschnitz (Schloss Freydegg)
Eine Kirche mit drei Bauphasen
Am südlichen Ortsrand erhebt sich die Pfarrkirche zum heiligen Xystus, auch Sixtus genannt. Ihr spätgotischer Chor dürfte um 1499 entstanden sein. Unter Reichard Streun wurde 1575 das Langhaus erweitert und der massige Westturm errichtet; Grabmäler der Familie Streun erinnern an die damalige Patronatsherrschaft. Nach der Gegenreformation erhielt der Innenraum eine barocke Ausstattung. Kaspar Timpf gestaltete den Hochaltar zwischen 1757 und 1770, das Altarbild mit der Enthauptung des heiligen Sixtus malte Martin Johann Schmidt 1770. Die Pfarre ist im 14. Jahrhundert nachweisbar. Schenkungen der Herren von Zelking an die Kirche sind für 1352 belegt.
Quellen: Gedächtnis des Landes – Ferschnitz (Schloss Freydegg)
Senftenegg und Innerochsenbach
Schloss Senftenegg ist 1367 erstmals urkundlich belegt. Ein Torturm mit hohem Pyramidendach führt in den Hof; zwei Rundtürme flankieren den früher durch einen Wehrgraben gesicherten Eingang. Im Arkadengang sind Wappen früherer Besitzer zu sehen; die Wandgemälde entstanden um 1900. Das Schloss war zudem für seine Bibliothek bekannt. In Innerochsenbach steht die Filialkirche zum heiligen Martin. Ihre Chorfenster zeigen figürliche Glasmalereien um 1400; zwei Schreine aus gotischen Altären erhielten später barocke Zierrahmen. Von sechs erhaltenen Tafelbildern stammen mehrere um 1521. Die Kirche kam 1757 zum Pfarrgebiet Ferschnitz.
Quellen: Ferschnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Gedächtnis des Landes – Ferschnitz (Schloss Freydegg) · Pfarre Ferschnitz – Filialkirche Innerochsenbach zum heiligen Martin
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
