MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Mauerbach

Ein ehemaliges Kloster, dessen Geschichte den Ort bis heute prägt

GEMEINDEKENNZIFFER31950
Klosterkirche und Prälatenhof der Kartause Mauerbach
Klosterkirche und Prälatenhof der Kartause Mauerbach · Foto: C.Stadler/Bwag · „Mauerbach - Kartause“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
3 669
01.01.2026
Fläche
20,33 km²
Bevölkerungsdichte
180,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3001
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

MAUERBACH KENNENLERNEN

Mauerbach: Die Kartause im Wienerwaldtal

Mauerbach ist eine Marktgemeinde im Bezirk Sankt Pölten-Land am Rand des Wienerwaldes. Sie umfasst 20,33 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 insgesamt 3.669 Einwohnerinnen und Einwohner. Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Ortschaften Hainbuch, Mauerbach und Steinbach; Mauerbach ist zugleich die einzige Katastralgemeinde. Der gleichnamige Bach durchfließt den Ort. Über Jahrhunderte bestimmte die Kartause das Leben im Tal: Das Kloster war geistliches Zentrum, wurde aufgehoben und erhielt später neue Aufgaben als Versorgungsanstalt, Obdachlosenheim und schließlich als Restaurierungszentrum.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Geschichte – Marktgemeinde Mauerbach · Informations- und Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege – Kartause Mauerbach (Bundesdenkmalamt)

Klostergründung und Wandel

Die Herren von „Muwerbach“ werden 1231 erstmals urkundlich erwähnt. 1314 stiftete Herzog Friedrich der Schöne die Kartause „Im Allerheiligental“. Nach Plünderungen und einem schweren Erdbeben von 1590 begann unter Prior Georg Fasel eine umfassende Erneuerung im barocken Stil. 1645 wurde die neue Pfortenkirche Maria Himmelfahrt geweiht. Auch 1683 wurde der Ort samt Kartause zerstört; der Wiederaufbau dauerte bis etwa 1750. 1782 hob Kaiser Joseph II. das Kloster auf. Ein Jahr später wurde die Kirche zur Pfarrkirche, während die Klostergebäude als Versorgungsanstalt für ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen dienten.

Quellen: Geschichte – Marktgemeinde Mauerbach

Neue Nutzungen

Die Kartause blieb auch nach der Klosterzeit ein großer Gebäudekomplex mit wechselnden Aufgaben. Von 1945 bis 1961 wurde sie als Obdachlosenheim genutzt. Seit 1984 dient sie dem Bundesdenkmalamt als Informations- und Weiterbildungszentrum für Baudenkmalpflege. Die Restaurierungswerkstätten vor Ort verbinden die Geschichte des Bauwerks mit praktischer Arbeit an historischen Materialien und Techniken. Die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt war einst die Pfortenkirche des Klosters. Damit liegen in Mauerbach kirchliche, soziale und denkmalpflegerische Nutzungen am selben Ort übereinander, ohne dass die historische Anlage ihren Zusammenhang verloren hat.

Quellen: Informations- und Weiterbildungszentrum Baudenkmalpflege – Kartause Mauerbach (Bundesdenkmalamt) · Geschichte – Marktgemeinde Mauerbach

Ort und Gemeinde

Das heutige Gemeindegebiet umfasst drei Ortschaften. Mauerbach, Hainbuch und Steinbach bilden die amtlichen Siedlungseinheiten; Hirschengarten und Untermauerbach sind kleinere Teile der Ortschaft Mauerbach. Die einzige Katastralgemeinde trägt ebenfalls den Namen Mauerbach. Für die Verwaltung bedeutete die Bezirksreform eine jüngere Veränderung: Seit 1. Jänner 2017 gehört die Gemeinde wieder zum Bezirk Sankt Pölten-Land, nachdem der Bezirk Wien-Umgebung aufgelöst worden war. Zunächst war eine Zuordnung zum Bezirk Tulln vorgesehen; nach Einwendungen aus der Bevölkerung wurde Mauerbach Sankt Pölten-Land zugeteilt.

Quellen: Mauerbach – Wikipedia, feste Artikelversion

Spazierwege und Alltagsorte

Die Kartause ist zugleich Ausgangspunkt für Wege durch die Umgebung. Seit 2013 gibt es drei „Tut gut!“-Wanderwege; ein Schritteweg führt von der Postgarage rund um die Kartause. Der Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein beschreibt ein Netz von 20 markierten Wanderwegen mit insgesamt rund 70 Kilometern. Auch die jüngere Gemeindegeschichte ist im Ortsbild präsent: Die Volksschule wurde 1908 eröffnet, der Kutscherstall 2017 revitalisiert und 2018 das Gemeindeamt dort eröffnet. Der heutige Verwaltungssitz im historischen Gebäude verbindet einen ehemals landwirtschaftlich genutzten Bau mit den Aufgaben der Marktgemeinde.

Quellen: Geschichte – Marktgemeinde Mauerbach · Wanderwege – Marktgemeinde Mauerbach · Fremdenverkehrs- und Verschönerungsverein Mauerbachtal – Tulbingerkogel

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Mauerbach auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung3 636
31.10.2021 · Registerzählung3 604
01.01.2026 · Bevölkerungsstand3 669

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
1 631
NUTS-3-Region
Wiener Umland/Nordteil (AT126)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Mauerbach

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.