GABLITZ KENNENLERNEN
Gablitz: Wienerwaldort mit Sommerfrischegeschichte
Gablitz ist eine Marktgemeinde im Bezirk Sankt Pölten-Land, rund fünf Kilometer westlich der Wiener Stadtgrenze. Am 1. Jänner 2026 zählte sie 5.195 Einwohnerinnen und Einwohner; die Fläche beträgt 18,17 Quadratkilometer. Der Ort liegt im Wienerwald, und 71,9 Prozent der Gemeindefläche sind bewaldet. Zum Gemeindegebiet gehören neben dem Ortskern unter anderem Allhang, Buchgraben, Fischergraben, Hauersteig, Hochbuch, Höbersbach, Laabach und Rabenstein. Die Nähe zu Wien prägte Gablitz als Sommerfrischeort und wirkt sich bis heute auf seine Lage zwischen Stadt und Wald aus.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gablitz – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Name mit langer Vorgeschichte
Über die genaue Gründung Gablitz’ ist nichts Sicheres bekannt. Der Ortsname wird auf einen slawischen Ursprung zurückgeführt und könnte „Apfelbach“ oder „kleine Kapelle“ bedeuten. Der benachbarte Ortsteil Laabach ist früher schriftlich greifbar: 1060 erscheint er als „Loupach“, damals dem Ort Ollern zugeordnet. Im 12. Jahrhundert taucht ein „Hainricus de Gabliz“ in einem Klosterneuburger Traditionsbuch auf. Die Überlieferung verzeichnet anschließend Hof, Mühle und Wald als Teile der Grundherrschaft. Nach 1411 gelangten Dorf, Hof und Mühle in den Besitz der Kartause Mauerbach.
Wald und Siedlungen
Der Wienerwald ist in Gablitz nicht bloß Hintergrund: Der Wald bedeckt einen großen Teil der Gemeindefläche. Der Troppberg erreicht rund 542 Meter; an seinem Gipfel steht die Troppbergwarte. Von dort reicht der Blick laut Gemeinde bis zur Wachau, nach Tulln und Wien sowie ins Voralpenland. Die Wälder am Berg bilden eine Kernzone des Biosphärenparks Wienerwald und werden nicht mehr forstlich genutzt. Das Gemeindegebiet wird von mehreren markierten Wanderwegen erschlossen. Ein Rundweg führt vom Gemeindeamt über die Hochramalpe zum Gipfel und zurück; eine weitere Route verläuft über Laabach. So verbinden die Wege Siedlung, Bachläufe und bewaldete Höhen.
Quellen: Ausflugsziele und Wanderwege – Marktgemeinde Gablitz
Routen und Aussicht
Gablitz ist Ausgangspunkt mehrerer Routen durch den Wienerwald. Der Rundweg Hochram führt vom Gemeindeamt über die Hochramalpe zum Troppberggipfel und zurück; die Gemeinde gibt dafür rund zehn Kilometer und gut drei Stunden Gehzeit an. Der Laabacher Rundweg verläuft über Äcker und Wiesen am Gablitzbach, vorbei an einem Fischteich und über das ehemalige Gehöft Rabenstein. Auch die Troppbergwarte selbst erzählt Ortsgeschichte: Seit dem 19. Jahrhundert standen auf der Anhöhe verschiedene Aussichtsbauten. 1870 entstand ein steinerner Turm, später wurde er mehrfach umgebaut; 1991 kam die heutige Stahlkonstruktion hinzu. Die Warte ist ein gemeinsames Projekt von Gablitz, Purkersdorf und Tullnerbach.
Quellen: Ausflugsziele und Wanderwege – Marktgemeinde Gablitz · Sehenswürdigkeiten – Marktgemeinde Gablitz
Römerstein und Kirchen
Zu den sichtbaren historischen Spuren zählt der sogenannte Römerstein, ein Grabstein aus der Zeit um 180 nach Christus. Er wurde in Rabenstein gefunden und ist heute in Gablitz an der Linzer Straße 62 aufgestellt. Die Pfarrkirche und die Nepomuk-Denkmäler stehen für spätere Epochen: Eine Nepomuk-Statue wurde 1726 von Braumeister und Ortsrichter Christoph Zäch gestiftet; ein weiteres Denkmal entstand um 1750 auf Initiative Heinrichs von Schmid. Das Eignerhaus in der Bachgasse 5 ist ebenfalls denkmalgeschützt. Damit liegen im Ortsbild römische, barocke und spätere Spuren dicht beieinander.
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
