TULLNERBACH KENNENLERNEN
Tullnerbach: drei Ortschaften im westlichen Wienerwald
Die Marktgemeinde Tullnerbach liegt im Bezirk St. Pölten-Land im westlichen Wienerwald. Sie hat 2.934 Einwohnerinnen und Einwohner (Stichtag 1. Jänner 2026) und eine Fläche von 20,25 Quadratkilometern. Das Gemeindegebiet gliedert sich in die Ortschaften Irenental, Tullnerbach-Lawies und Untertullnerbach; die Gemeinde selbst besteht aus nur einer Katastralgemeinde. Diese Namen bezeichnen unterschiedliche räumliche Ebenen. Der Hauptort Lawies liegt oberhalb des Wienerwaldsees, Untertullnerbach darunter und Irenental im Tal des Tullnerbachs. So führt die Orientierung durch mehrere Siedlungsräume, die trotz gemeinsamer Verwaltung ihre eigene Lage und Geschichte haben.
Quellen: Tullnerbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Wienerwald Tourismus – Tullnerbach · STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
Ein Tal mit eigener Namensgeschichte
Der Name „Tullnerpach“ wurde 1565 erstmals urkundlich erwähnt. Gemeint war der Bach, der im Gebiet entspringt und in Richtung Wien fließt; er ist nicht mit der Großen Tulln zu verwechseln. Die Siedlungen entwickelten sich zunächst kleinteilig. Lawies ist seit dem 17. Jahrhundert belegt, während Irenental in älteren Quellen auch Ober- oder Hintertullnerbach hieß. Zwischen 1850 und 1873 gehörte Tullnerbach vorübergehend wieder zur Gemeinde Pressbaum. 1873 wurde es erneut selbstständig. Um 1460 errichteten Franziskaner das Kloster Sancta Maria in Paradyso; 1529 wurde es zerstört.
Quellen: Tullnerbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Wienerwald Tourismus – Tullnerbach
Die Westbahn verändert den Ort
Mit dem Bau der Kaiserin-Elisabeth-Bahn 1858 rückte Tullnerbach näher an Wien. Die Bahnverbindung brachte Sommergäste in den Wienerwald und gab dem Ortsteil Lawies neue Bedeutung. 1897 wurde der bisherige Bahnhof Preßbaum in Tullnerbach-Preßbaum umbenannt. In der Umgebung entstand eine Villenlandschaft, darunter die Ansiedlung am Postberg, deren Bauten zwischen 1906 und 1913 errichtet wurden. Das Norbertinum geht auf einen katholischen Waisen-Hilfsverein zurück, der dort zwischen 1881 und 1890 ein Knaben-Waisen-Asyl errichtete. Das Gemeindeamt wurde 1895 bis 1897 gegenüber dem Bahnhof errichtet. Der Bahnhof Tullnerbach-Pressbaum wurde 2023 und 2024 modernisiert.
Quellen: Tullnerbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Marktgemeinde Tullnerbach – Geschichte · Wienerwald Tourismus – Tullnerbach
See, Bach und Flugversuch
Der Wienerwaldsee liegt zwischen Lawies und Untertullnerbach. Er wurde Ende des 19. Jahrhunderts als Staubecken für Wienfluss und Wolfsgrabenbach angelegt. Das Ufer ist heute ein gemeinsamer Erholungsraum und zugleich ein markanter Landschaftspunkt zwischen Tullnerbach und seinen Nachbargemeinden. 1901 führte Wilhelm Kress auf dem See einen Flugversuch mit einem Wasserflugzeug durch. Das Fluggerät versank, Kress blieb unverletzt. Ein Denkmal am nördlichen Ufer erinnert an den Flugpionier. Die Geschichte des Sees verbindet Wasserbau, Verkehr und Technikgeschichte: Der aufgestaute Fluss veränderte die Landschaft, während Kress die Wasserfläche als Versuchsraum nutzte.
Quellen: Tullnerbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Wienerwald Tourismus – Tullnerbach
Wege über den Troppberg
Tullnerbach liegt im Biosphärenpark Wienerwald. Der Troppberg erreicht 542 Meter. Markierte Wege führen durch die bewaldete Hügellandschaft und auf den Troppberg, wo eine Aussichtswarte den Blick über die Umgebung öffnet. Der Troppberg liegt am Gemeindegrenzbereich; Gipfel, Aussichtswarte und benachbarte Gemeinden sollte man daher nicht gleichsetzen. Wanderungen verbinden die Ortschaften mit Waldwegen und Höhenrücken, während Radfahren, Reiten und saisonabhängiger Langlauf weitere Formen der Bewegung im Freien bieten. In Irenental besteht ein Naturaktiv-Zentrum mit Bogensportanlage. Das Angebot ergänzt die historischen Orte um heutige Freizeitnutzung.
Quellen: Tullnerbach – Wikipedia, feste Artikelversion · Wienerwald Tourismus – Tullnerbach
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 09.10.2026
