NEUNKIRCHEN KENNENLERNEN
Neunkirchen: Stadt am Fluss und an alten Wegen
Neunkirchen liegt im südöstlichen Niederösterreich an der Schwarza und ist Sitz der gleichnamigen Bezirkshauptmannschaft. Die Stadtgemeinde hat 12.984 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und erstreckt sich über 20,31 Quadratkilometer. Das Stadtgebiet reicht über die dicht bebaute Innenstadt hinaus bis in die Ortsteile Mollram und Peisching. Die Lage an alten Verkehrswegen erklärt einen Teil der langen Siedlungsgeschichte: Schon in römischer Zeit lag hier ein regionaler Knotenpunkt, später verbanden Markt, Kirche und Gewerbe die Stadt mit ihrem Umland.
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Die Schwarza als Stadtachse
Die Schwarza durchfließt Neunkirchen. Ihre Lage im südlichen Wiener Becken machte den Ort früh zu einem Übergang zwischen dem Donauraum und den Alpenländern. Die Stadtgemeinde umfasst drei Katastralgemeinden und gleichnamige Ortschaften: Neunkirchen, Mollram und Peisching. Innerhalb der Stadt werden mehrere Stadtteile unterschieden, darunter die Innere Stadt, Tal, Mühlfeld und Au. Diese Namen bezeichnen Teilbereiche der Stadt, während Mollram und Peisching eigenständige Ortschaften innerhalb des Gemeindegebiets sind. 1969 wurden die beiden zuvor selbständigen Gemeinden eingegliedert; die Blätterstraßensiedlung war bereits 1960 zur Stadt gekommen.
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Von der Blätterstraße zur Stadt
Funde belegen eine Besiedlung des heutigen Stadtgebiets seit vorgeschichtlicher Zeit. Besonders aussagekräftig sind eine kupferzeitliche Hockerbestattung und das keltische Gräberfeld. Von etwa 30 bis 400 nach Christus bestand in der Innenstadt eine größere römische Siedlung an der Blätterstraße, die den Donauraum mit den Alpen verband. Der Name Neunkirchen leitet sich der Stadtgeschichte zufolge von der „niuwen kirchen“ ab: Die Pfarrkirche wurde 1094 erstmals urkundlich erwähnt. Im Mittelalter hatte Neunkirchen Markt- und Münzrecht und war für das Umland ein kirchlicher und wirtschaftlicher Mittelpunkt. Die Stadterhebung erfolgte am 17. August 1920.
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Kirche, Kloster und Hauptplatz
Die Stadtpfarrkirche prägt das Zentrum und geht auf einen mittelalterlichen Bau zurück. 1631 gründeten die Grafen Hoyos das Minoritenkloster. Während der Bedrohung von 1683 boten Kloster und Pfarrkirche der Bevölkerung Zuflucht. Ein großer Brand zerstörte 1752 fast den gesamten Ort; Kirche und Kloster blieben verschont. Am Hauptplatz erinnert die Dreifaltigkeitssäule an die Pestepidemien des 18. Jahrhunderts. Auch die spätere Stadtgestalt bewahrt Spuren dieses Einschnitts: Die Kirche steht neben dem offenen Hauptplatz als sichtbarer Bezugspunkt, von dem aus Rathaus, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen erreichbar sind.
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Industrie und städtisches Gedächtnis
Im 19. Jahrhundert wandelten Textil-, Metall- und Papierbetriebe Neunkirchen und das Schwarzatal. Zu den großen Unternehmen gehörten die Schrauben- und Metallwarenfabrik Brevellier & Urban sowie die Neunkirchner Spinnfabrik. Die Stadtgeschichte lässt sich im Städtischen Museum weiterverfolgen: Seine Wurzeln liegen in einer Ausstellung von 1910, aus der eine städtische Sammlung entstand. Nach mehreren Ortswechseln und Umbauten wurde das Museum 1931 im Rathaus wiedereröffnet. Seit 1940 ist die Sammlung im Stockhammerhaus untergebracht; Umbauarbeiten am Haupthaus endeten 2015. Museum und Stadtarchiv dokumentieren damit sowohl archäologische Funde als auch die Entwicklung des modernen Industriestandorts.
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Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Neunkirchen (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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- Stadtgemeinde Neunkirchen – Geschichte des Städtischen Museums
Stand der Angaben: 09.10.2026
