PITTEN KENNENLERNEN
Pitten: Geschichte im Blick vom Schlossberg
Pitten liegt im nördlichen Teil der Buckligen Welt, dort, wo das Pittental sich zum Steinfeld öffnet. Die Marktgemeinde zählt 2.964 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 13,08 Quadratkilometer. Der Fluss Pitten gab dem Tal und dem Ort seinen Namen. Über dem Ortskern erhebt sich der Schlossberg; die barocke Bergkirche und die Felsenkirche sind weithin sichtbare Zeugnisse einer langen Siedlungs- und Kirchengeschichte. Bahnanschluss und Industrie veränderten den Ort im 19. Jahrhundert, während Wege und historische Bauwerke die ältere Geschichte nachvollziehbar machen.
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Ein Tal, fünf Ortschaften
Die Pitten fließt durch das Tal und vereinigt sich einige Kilometer nördlich von Pitten mit der Schwarza zur Leitha. Das Gemeindegebiet umfasst die Ortschaften Inzenhof, Leiding, Pitten, Sautern und Weinberg. Vier Katastralgemeinden tragen die Namen Inzenhof, Leiding, Pitten und Sautern. Diese Einteilung zeigt, dass Ortsnamen und Verwaltungsgliederung nicht immer deckungsgleich sind: Weinberg ist eine Ortschaft, aber keine eigene Katastralgemeinde. Der Ortsname ist seit 1855 amtlich festgelegt. Frühere Urkunden überliefern verschiedene Schreibweisen, darunter „ad Putinnu“ aus dem Jahr 869 und „parrochia Putina“ um 1144.
Bergkirche und Felsenkirche
Auf dem Schlossberg steht die dem heiligen Georg geweihte Bergkirche. Der barocke Neubau entstand 1727 bis 1732 am Platz einer älteren Kirche; Teile des Vorgängerbaus blieben erhalten. Eine Mauer mit Zinnen umgibt den Vorplatz. Im Inneren prägen das gewölbte Langhaus, Seitenaltäre und ein Hochaltar mit dem heiligen Georg das Erscheinungsbild. Direkt hinter der Bergkirche liegt die Felsenkirche, in der Fresken aus dem 13. Jahrhundert erhalten sind. Die beiden Gotteshäuser liegen nahe beieinander, haben aber unterschiedliche Bau- und Nutzungsgeschichten. Ihre Lage über dem Ort macht den Aufstieg zugleich zu einem Aussichtspunkt über das Pittental.
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Von der Grafschaft zum Bahnknoten
Funde aus der mittleren Bronzezeit belegen frühe Besiedlung. Die erste urkundliche Nennung Pittens stammt aus dem Jahr 869. Im Mittelalter war Pitten Mittelpunkt einer Grafschaft, deren Herrschaftsgebiet über die heutige Gemeinde hinausreichte. Der Schlossberg wurde mit einer Wehranlage und einer Burg befestigt; die Gemeindegeschichte nennt 1094 als erste Erwähnung der Burg. Der Anschluss an die Aspangbahn 1881 förderte Handel und Sommerfrische. Villen aus dem frühen 20. Jahrhundert zeugen noch von der touristischen Entwicklung. Der Bahnanschluss knüpfte an eine ältere Rolle des Tals als Verkehrsraum an und leitete zugleich einen Wandel von Landwirtschaft und Bergbau zu Industrie und Ausflugsverkehr ein.
Quellen: Pitten – Wikipedia, feste Artikelversion · Pitten - GEM2GO WEB - Home - Freizeit & Vereine - Geschichte · Marktgemeinde Pitten – Geschichte der Burg Pitten
Erz, Papier und industrielle Arbeit
Der Abbau von Eisenerz am Schlossberg wurde im 18. Jahrhundert ausgebaut; 1787 erhielt Christine Hoyos die Bewilligung für einen Hochofen. Der Georgi-Stollen wurde 1804 angelegt. Bergbau und Eisenverarbeitung wechselten mehrfach zwischen Stillstand und Aufschwung und endeten 1945 endgültig. Ein weiterer industrieller Schritt war die Papiererzeugung: 1828 entstand in einer ehemaligen Mühle eine Papiermanufaktur. 1853 stellte Wilhelm Hamburger erstmals Holzstoffpapier in Österreich industriell her. Straßennamen wie „Auf der Schmelz“ und „Werksgasse“ erinnern an die frühere Arbeit.
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Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Pitten – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
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Stand der Angaben: 09.10.2026
