GLOGGNITZ KENNENLERNEN
Gloggnitz: Klosterstadt an der Südbahn
Gloggnitz ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Neunkirchen. Am 1. Jänner 2026 hatte sie 5.824 Einwohner; das Gemeindegebiet umfasst 19,58 Quadratkilometer. Am Eingang zum Semmering entwickelte sich der Ort mit Bahnanschluss und Industrie zum regionalen Zentrum.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Stadtgemeinde Gloggnitz – Geschichte
Vom Kloster zum Stadtort
Eine Urkunde vom 17. Dezember 1094 nennt Gloggnitz und den gleichnamigen Fluss. Mit einer Schenkung östlicher Besitzungen erhielt das Benediktinerkloster Formbach Grund im Raum Neunkirchen, Pitten und Gloggnitz und errichtete hier eine Propstei. 1556 ist Gloggnitz erstmals als Markt belegt. Nach rund 700 Jahren wurde das Kloster 1803 aufgehoben; 1819 erhielt der Markt das Recht, zwei Jahrmärkte abzuhalten. Die Südbahn erreichte den Ort 1842. Eine Spinnfabrik entstand 1845, die Streichgarnspinnerei und Kappenfabrik Volpini 1852; 1854 folgte die Semmeringstrecke. Papier- und Zellulosefabriken in Stuppach entstanden 1870 und 1875, eine Maschinenfabrik 1879. Gloggnitz erhielt 1926 das Stadtrecht. 1992 zog die Niederösterreichische Landesausstellung 182.000 Menschen in die Stadt.
Quellen: Stadtgemeinde Gloggnitz – Geschichte
Schloss, Marienkirche und St. Othmar
Das ehemalige Benediktinerkloster ist heute als Schloss Gloggnitz bekannt. Seine Kirche im Innenhof blieb bis 1962 die Pfarrkirche des Ortes. Bei der Barockisierung erhielt sie eine Sakristei an der Nordseite; ihr gotischer Baukern blieb erhalten. Das Hochaltarbild zeigt Maria mit Jesus und den gekrönten heiligen Oswald mit einem Raben. Daneben stehen Figuren der Heiligen Gotthard und Benedikt. An der Südseite schließt die Marienkapelle an. Die nahe St.-Othmar-Kapelle bewahrt einen gotischen Chor und ein Kreuzrippengewölbe aus dem 14. Jahrhundert; an ihrer Nordwand steht das Kriegerdenkmal von 1928.
Quellen: Pfarre Gloggnitz: Geschichte der Pfarrkirche · Pfarre Gloggnitz: Schlosskirche · Stadtgemeinde Gloggnitz – Sehenswürdigkeiten
Museen zwischen Schloss und Villa
Im Schloss richtete Franz Vigl junior 1938/39 in zwei Räumen das Heimatmuseum Schwarzatal-Semmeringgebiet ein. Es wurde 1945 zerstört; Exponate und eine zweibändige Chronik gingen verloren. 1978 eröffnete die Pfadfindergilde ein Museum über die Benediktiner in Gloggnitz, das im Lauf der Jahre durch rund 30 wechselnde Sonderschauen zu regionalen Themen ergänzt wurde. Wegen des Zugangs über eine alte Wendeltreppe kündigte die Stadt an, die Ausstellung in die Marienkapelle zu verlegen. Führungen durch Schloss und Kirche werden nach Anmeldung angeboten. Das Dr.-Karl-Renner-Museum in der Rennergasse 2 zeigt zwei Ausstellungen und bietet Audioguides sowie einen virtuellen Rundgang durch die mehr als 120 Jahre alte Renner-Villa.
Quellen: Stadtgemeinde Gloggnitz – Museen · Dr.-Karl-Renner-Museum – Startseite
Erinnerungsorte in der Stadt
Unterhalb des Schlosses steht auf dem Johannesfelsen der barocke Johannes-Nepomuk-Bildstock, den Propst Franz Langpartner während der Barockisierung des Klosters errichten ließ. 1976 restaurierte der Bildhauer Kessler das Denkmal. Anlässlich des hundertsten Jahrestags der Semmeringbahn errichtete die Stadt 1954 einen Ghega-Gedenkstein. Am 14. Dezember 1970 folgte ein Renner-Gedenkstein am heutigen Dr.-Karl-Renner-Platz, dem früheren Hauptplatz. Die Filialkirche St. Florian entstand 1959 bis 1961 auf einer Anhöhe über dem Renaissancebau von Schloss Stuppach, der im Nachkriegsbrand schwer beschädigt worden war. Zu ihrer Ausstattung gehören Glasfenster von K. Steiner und ein altes Barockkreuz über dem Altar.
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Gloggnitz – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Stadtgemeinde Gloggnitz – Geschichte
- Stadtgemeinde Gloggnitz – Sehenswürdigkeiten
- Stadtgemeinde Gloggnitz – Museen
- Dr.-Karl-Renner-Museum – Startseite
- Pfarre Gloggnitz: Geschichte der Pfarrkirche
- Pfarre Gloggnitz: Schlosskirche
Stand der Angaben: 09.10.2026
