STADTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Gloggnitz

Ein Schwarzataler Zentrum mit Benediktinerkloster, Industrie und Erinnerungskultur

GEMEINDEKENNZIFFER31810
Südansicht von Stuppach, Stadtgemeinde Gloggnitz.
Südansicht von Stuppach, Stadtgemeinde Gloggnitz. · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Stuppach - Ortsansicht“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
5 824
01.01.2026
Fläche
19,58 km²
Bevölkerungsdichte
297,5
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2640
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

GLOGGNITZ KENNENLERNEN

Gloggnitz: Klosterstadt an der Südbahn

Gloggnitz ist eine Stadtgemeinde im Bezirk Neunkirchen. Am 1. Jänner 2026 hatte sie 5.824 Einwohner; das Gemeindegebiet umfasst 19,58 Quadratkilometer. Am Eingang zum Semmering entwickelte sich der Ort mit Bahnanschluss und Industrie zum regionalen Zentrum.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Stadtgemeinde Gloggnitz – Geschichte

Vom Kloster zum Stadtort

Eine Urkunde vom 17. Dezember 1094 nennt Gloggnitz und den gleichnamigen Fluss. Mit einer Schenkung östlicher Besitzungen erhielt das Benediktinerkloster Formbach Grund im Raum Neunkirchen, Pitten und Gloggnitz und errichtete hier eine Propstei. 1556 ist Gloggnitz erstmals als Markt belegt. Nach rund 700 Jahren wurde das Kloster 1803 aufgehoben; 1819 erhielt der Markt das Recht, zwei Jahrmärkte abzuhalten. Die Südbahn erreichte den Ort 1842. Eine Spinnfabrik entstand 1845, die Streichgarnspinnerei und Kappenfabrik Volpini 1852; 1854 folgte die Semmeringstrecke. Papier- und Zellulosefabriken in Stuppach entstanden 1870 und 1875, eine Maschinenfabrik 1879. Gloggnitz erhielt 1926 das Stadtrecht. 1992 zog die Niederösterreichische Landesausstellung 182.000 Menschen in die Stadt.

Quellen: Stadtgemeinde Gloggnitz – Geschichte

Schloss, Marienkirche und St. Othmar

Das ehemalige Benediktinerkloster ist heute als Schloss Gloggnitz bekannt. Seine Kirche im Innenhof blieb bis 1962 die Pfarrkirche des Ortes. Bei der Barockisierung erhielt sie eine Sakristei an der Nordseite; ihr gotischer Baukern blieb erhalten. Das Hochaltarbild zeigt Maria mit Jesus und den gekrönten heiligen Oswald mit einem Raben. Daneben stehen Figuren der Heiligen Gotthard und Benedikt. An der Südseite schließt die Marienkapelle an. Die nahe St.-Othmar-Kapelle bewahrt einen gotischen Chor und ein Kreuzrippengewölbe aus dem 14. Jahrhundert; an ihrer Nordwand steht das Kriegerdenkmal von 1928.

Quellen: Pfarre Gloggnitz: Geschichte der Pfarrkirche · Pfarre Gloggnitz: Schlosskirche · Stadtgemeinde Gloggnitz – Sehenswürdigkeiten

Museen zwischen Schloss und Villa

Im Schloss richtete Franz Vigl junior 1938/39 in zwei Räumen das Heimatmuseum Schwarzatal-Semmeringgebiet ein. Es wurde 1945 zerstört; Exponate und eine zweibändige Chronik gingen verloren. 1978 eröffnete die Pfadfindergilde ein Museum über die Benediktiner in Gloggnitz, das im Lauf der Jahre durch rund 30 wechselnde Sonderschauen zu regionalen Themen ergänzt wurde. Wegen des Zugangs über eine alte Wendeltreppe kündigte die Stadt an, die Ausstellung in die Marienkapelle zu verlegen. Führungen durch Schloss und Kirche werden nach Anmeldung angeboten. Das Dr.-Karl-Renner-Museum in der Rennergasse 2 zeigt zwei Ausstellungen und bietet Audioguides sowie einen virtuellen Rundgang durch die mehr als 120 Jahre alte Renner-Villa.

Quellen: Stadtgemeinde Gloggnitz – Museen · Dr.-Karl-Renner-Museum – Startseite

Erinnerungsorte in der Stadt

Unterhalb des Schlosses steht auf dem Johannesfelsen der barocke Johannes-Nepomuk-Bildstock, den Propst Franz Langpartner während der Barockisierung des Klosters errichten ließ. 1976 restaurierte der Bildhauer Kessler das Denkmal. Anlässlich des hundertsten Jahrestags der Semmeringbahn errichtete die Stadt 1954 einen Ghega-Gedenkstein. Am 14. Dezember 1970 folgte ein Renner-Gedenkstein am heutigen Dr.-Karl-Renner-Platz, dem früheren Hauptplatz. Die Filialkirche St. Florian entstand 1959 bis 1961 auf einer Anhöhe über dem Renaissancebau von Schloss Stuppach, der im Nachkriegsbrand schwer beschädigt worden war. Zu ihrer Ausstattung gehören Glasfenster von K. Steiner und ein altes Barockkreuz über dem Altar.

Quellen: Stadtgemeinde Gloggnitz – Sehenswürdigkeiten

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Gloggnitz auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung6 041
31.10.2021 · Registerzählung5 877
01.01.2026 · Bevölkerungsstand5 824

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
2 131
NUTS-3-Region
Niederösterreich-Süd (AT122)

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