GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Prigglitz

Ein Bergbauplatz der Bronzezeit, ein vielschichtiger Kirchenbau und ein Gutshof mit Kunst auf den Wiesen

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Ostansicht von Prigglitz.
Ostansicht von Prigglitz. · Foto: © C.Stadler/Bwag · „Prigglitz - Ortsansicht“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 4.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
435
01.01.2026
Fläche
17,97 km²
Bevölkerungsdichte
24,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2640
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

PRIGGLITZ KENNENLERNEN

Prigglitz: Kupfer, Kirche und Kunst im Gasteil

Prigglitz liegt im Bezirk Neunkirchen auf einer Terrasse über dem Schwarzatal. Die Gemeinde zählt 435 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026) und umfasst 17,97 Quadratkilometer. Ihre Geschichte reicht von einer bronzezeitlichen Bergbausiedlung bis zu einem heutigen Kunst- und Landwirtschaftsprojekt am Gut Gasteil.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Prigglitz – Wikipedia, feste Artikelversion

Kupfer am Gahns

Bei Prigglitz-Gasteil lag in der späten Bronzezeit ein Ort, an dem mehrere Arbeitsschritte der Kupferproduktion zusammenkamen. Im Tagebau wurde Erz gewonnen; auf den Terrassen über dem Abraum folgten Aufbereitung, Verhüttung und die Verarbeitung des Metalls zu Bronzeobjekten. Die Fundstelle erstreckt sich über ungefähr drei Hektar. Eine erste Ausgrabungsserie fand 1956 und 1958 statt, geleitet von Franz Hampl und Robert Mayrhofer. Peter Trebsche nahm die Forschung 2010 wieder auf; Grabungen bis 2014 sowie geophysikalische Messungen und Bohrungen der Folgejahre untersuchten Geländeform und Arbeitsbereiche genauer. Die Datierung weist in die jüngere Urnenfelderzeit, etwa zwischen 1080 und 800 vor Christus.

Quellen: A mining subsidence event around 920 BC in the Late Bronze Age copper mine of Prigglitz-Gasteil

Ein Kirchenbau in mehreren Etappen

Die Nikolauskirche im Ortskern verbindet ein romanisches Langhaus mit späteren Erweiterungen. Der Chor entstand um 1300; 1344 ist eine Kaplaneistiftung überliefert, die mit dem Bau des südlichen Seitenschiffs verbunden wird. Im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts erhielt das Mittelschiff sein Netzrippengewölbe, die Sakristei kam 1536 hinzu. Das nördliche Schiff wurde im späten 16. Jahrhundert ergänzt. Pfarrer Leopold Sommerer ließ 1727 einen Marienaltar von Philipp Lafleur schaffen; auch die Kanzel trägt eine Inschrift aus seiner Amtszeit, datiert auf 1733. Der Altar aus Lindabrunner Stein ersetzte 1963 den baufälligen Hochaltar. Die Kirche ist dem heiligen Nikolaus geweiht; am Patriciustag im März wird traditionell Kirtag gefeiert.

Quellen: Prigglitz – Hl. Nikolaus

Gut Gasteil als begehbares Kunstareal

Der Wiener Rechtsanwalt Max Silberberg ließ Gut Gasteil 1920 bis 1924 nach Plänen Hubert Gessners erbauen. Jutta Jary übergab den Besitz 1988 an Charlotte und Johannes Seidl, die das Gut seit 1989 als Ort für Kunst entwickelten. Die beiden Bildhauer richteten eine Galerie ein, in der jedes Jahr vier Ausstellungen zeitgenössischer Kunst stattfinden. Für „Kunst in der Landschaft“ werden im Zweijahresrhythmus internationale Künstler eingeladen; ihre Arbeiten verteilen sich über 16 Hektar Wiesen und lassen sich zu Fuß erkunden. Das Areal bleibt zugleich landwirtschaftlich genutzt: Der Hof widmet sich unter anderem Jura-Schafen, Lammfleisch und Schafprodukten sowie Obst. Der Betreiber nennt für 2026 Öffnungszeiten von April bis Anfang November sowie an vier Dezembertagen, jeweils an Wochenenden und Feiertagen.

Quellen: Gut Gasteil – Charlotte Seidl

Gehöfte und Wege am Gahns

Der Ort liegt nördlich von Gloggnitz, oberhalb der Nebelfelder des Schwarzatals. Die Gemeinde beschreibt Prigglitz als Ausgangspunkt für Wanderungen und Radtouren; ein regionales Ausflugsprofil nennt die Pottschacher Hütte auf 914 Metern als Ziel einer ungefähr einstündigen Wanderung. Gut Gasteil liegt oberhalb des Ortsplatzes: Von Gloggnitz führt die Zufahrt zunächst am Bahnhof vorbei und unter der Bahn hindurch, anschließend steigt die Straße nach Prigglitz an. Auf den Wiesen rund um den Hof stehen die Kunstwerke zwischen landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Quellen: Prigglitz – Niederösterreich

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Prigglitz auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung478
31.10.2021 · Registerzählung431
01.01.2026 · Bevölkerungsstand435

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
260
NUTS-3-Region
Niederösterreich-Süd (AT122)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Prigglitz

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.