GEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

Enzenreith

Ein Ort mit Bergbaugeschichte und Erinnerungsorten im Tal

GEMEINDEKENNZIFFER31808
Filialkirche hl. Florian in Köttlach, Gemeinde Enzenreith.
Filialkirche hl. Florian in Köttlach, Gemeinde Enzenreith. · Foto: ZL · „FilialkircheKöttlach“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 at · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 939
01.01.2026
Fläche
9,20 km²
Bevölkerungsdichte
210,7
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
2640
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ENZENREITH KENNENLERNEN

Enzenreith: Kohle, Hartit und Schwarzatal

Enzenreith liegt im Bezirk Neunkirchen und zählt 1.939 Einwohner (Stand 1. Jänner 2026). Die Gemeinde umfasst 9,20 Quadratkilometer. Die Siedlungen liegen im Schwarzatal; der Ortsteil Hart erinnert an den historischen Kohlebergbau, der die Region geprägt hat.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Niederösterreich Tourismus – Gemeinde Enzenreith

Das Grubenunglück von Hart

Am 26. Juni 1924 ereignete sich am Schacht „Gute Hoffnung“ in Hart ein schweres Unglück. 29 Bergleute starben; viele der Opfer wohnten in der Sommerfrische Enzenreith. Zeitgenössische Berichte schildern, dass zuvor aus einem abgedichteten Abbaubereich Gas austrat. Für den Rettungseinsatz waren nur drei beschädigte, nicht einsatzfähige Gasmasken vorhanden; eine ausgebildete Grubenwehr fehlte. Der Enzenreither Vizebürgermeister Josef Zwinz rettete zunächst sieben Menschen und kam selbst ums Leben. Die Toten wurden am 29. Juni in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt. Das Grabdenkmal von 1925 steht auf dem Bergfriedhof im Gemeindegebiet von Enzenreith. Zeitgenössische Zeitungen bezifferten die Trauergemeinde auf 30.000 bis 50.000 Menschen und berichteten von rund 2.000 Feuerwehrleuten. Zum 100. Jahrestag 2024 zeigte die Christkönigskirche eine Ausstellung; eine Gedenkveranstaltung verband historische Filmaufnahmen mit Lesungen aus damaligen Berichten. Die Gemeinde stellte zum Jubiläum auch eine Broschüre zur privaten Verwendung bereit.

Quellen: Gemeinde Enzenreith – 100 Jahre Grubenunglück Hart · Niederösterreich Tourismus – Gemeinde Enzenreith

Ein Mineral aus der Kohle

Der Name Hartit verweist auf die Kohlevorkommen bei Oberhart. Der Mineraloge Wilhelm Haidinger beschrieb 1841 ein aus dem Bergwerk stammendes Material zunächst als scheereritähnliches Mineral und schlug dann den Namen Hartit vor. Eine geowissenschaftliche Arbeit ordnet den Stoff als Phyllocladan ein, einen organischen Kohlenwasserstoff, der in Rissen fossilen Holzes auftreten kann. Die Studie führt die Lagerstätte auf miozäne Kohle zurück. Hartit bildet demnach flache, plättchenartige Kristalle. Der Stoff schmilzt bei 74 Grad Celsius und erreicht die Härte 1; die untersuchte Probe stammte aus dem ersten Betriebsjahr des Bergwerks.

Quellen: Beiträge zur Paläontologie – Hartit aus dem Kohlenrevier Oberhart · Niederösterreich Tourismus – Gemeinde Enzenreith

Sechs Ortschaften im Schwarzatal

Zum Gemeindegebiet gehören Enzenreith, Hart, Hilzmannsdorf, Köttlach, Thürmannsdorf und Wörth. Die Landschaft liegt im bewaldeten Schwarzatal; die Landesinformation verweist auf die lange Kohleflöz-Zone bei Hart. Als Baudenkmale führt die Landesinformation den Bergfriedhof in Enzenreith von 1904, die Filialkirche St. Florian aus dem späten 19. Jahrhundert und die Liebfrauenkapelle von 1898. Das Bergbau- und Heimatmuseum wurde Mitte der 1980er-Jahre eingerichtet, ist derzeit aber geschlossen.

Quellen: Niederösterreich Tourismus – Gemeinde Enzenreith

Beschäftigung und Pendelwege

Die Landesstatistik weist für Enzenreith 2021 insgesamt 133 nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten aus, gegenüber 95 im Jahr 2011. Die Zahl der Beschäftigten am Arbeitsort stieg im selben Vergleich von 339 auf 406. 2021 entfielen 142 Arbeitsplätze auf den sekundären und 253 auf den tertiären Sektor; elf lagen im primären Bereich. Gleichzeitig zählte die Statistik 777 Auspendler und 254 Einpendler. Für die Land- und Forstwirtschaft wurden 2020 23 Betriebe erfasst, 2010 waren es 22. Die Landesstatistik beziffert den Waldanteil auf 44,71 Prozent; der Hauptort liegt auf 450 Metern Seehöhe.

Quellen: Land Niederösterreich – Gemeindedaten Enzenreith

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 09.10.2026

GEOGRAFIE

Enzenreith auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 888
31.10.2021 · Registerzählung2 002
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 939

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
892
NUTS-3-Region
Niederösterreich-Süd (AT122)

VOR ORT ENTDECKEN

Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von Enzenreith

Nachbarschaft aus gemeinsamen Grenzabschnitten der amtlichen Geometrien abgeleitet. Reine Berührungspunkte und ausländische Gemeinden sind nicht enthalten.