GUMPOLDSKIRCHEN KENNENLERNEN
Gumpoldskirchen: Deutschordenspfarre, Weingüter und Rathaus
Gumpoldskirchen liegt an der Thermenlinie am Fuß des Anningers. Die Marktgemeinde umfasst 8,11 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 4.051 Einwohner. Das Gemeindegebiet ist deckungsgleich mit der gleichnamigen Katastralgemeinde.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Offizielle Homepage der Marktgemeinde Gumpoldskirchen - Home - Unser Gumpoldskirchen - Wissenswertes - Chronik · Gumpoldskirchen – Wikipedia, feste Artikelversion
Vom Weinmarkt zur Industrie
Die Besiedlung reicht in vorgeschichtliche Zeit zurück; 1140 erscheint der Ort erstmals urkundlich. Im 14. Jahrhundert wurde Gumpoldskirchen Markt und Sitz eines Landgerichts. Die Weinwirtschaft erreichte im 15. Jahrhundert einen ersten Höhepunkt. Der Türkeneinfall von 1529 traf den Ort; 1559 entstand das Rathaus mit seinen Arkaden. Nach dem Dreißigjährigen Krieg setzte 1648 ein wirtschaftlicher Niedergang ein, 1683 folgte ein weiterer Türkeneinfall. Kaiserin Maria Theresia verkaufte den Ort 1763 an Freiherrn von Moser. Ende des 18. Jahrhunderts eröffneten ein Seidenfilatorium und eine Knopffabrik. Nach 1850 erholte sich der Weinbau, bis sich ab 1884 die Reblaus ausbreitete und die Weingärten zerstörte. Eine Winzerschule begleitete den Wiederaufbau der Reben Ende des Jahrhunderts.
St. Michael und der Deutsche Orden
Erste Hinweise auf eine Pfarre stammen aus dem 13. Jahrhundert. Am 31. Juli 1241 übertrug Herzog Friedrich II. das Patronatsrecht an den Deutschen Orden; Papst Alexander IV. bestätigte die Schenkung 1261. Der Orden betreut die Pfarre seither. Der heutige Baubestand der dem heiligen Michael geweihten Kirche stammt aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Reste des Wehrcharakters sind erhalten. Nach einer Choleraepidemie, von der Gumpoldskirchen 1855 verschont blieb, beschlossen Wallfahrer einen Kalvarienberg mit Kreuzwegstationen, die örtliche Paten bis heute betreuen. Kriegsschäden an Turm und Dach wurden 1947 beseitigt. Die Innenrenovierung erfolgte etappenweise von 2004 bis 2006; 2008 kam ein gotisches Labyrinth hinzu.
Quellen: Pfarrkirche | Pfarre Gumpoldskirchen
Freigut Thallern und seine Weingärten
Markgraf Leopold IV. schenkte das Freigut Thallern im 12. Jahrhundert dem Zisterzienserorden; seit 1141 wird es als Weingut bewirtschaftet. Für die Anlage diente das Zisterzienserweingut Clos de Vougeot im Burgund als Vorbild. Das Stift Heiligenkreuz übergab das Gut 2009 an die Winzer Erich Polz, Karl Alphart und Leo Aumann. 2017 übernahmen Margareta und Erich Polz die alleinige Verantwortung; ihr Sohn führt den Betrieb. Die 30 Hektar Weingärten werden teilweise gemeinsam mit Partnerwinzern aus der Region bewirtschaftet. Das historische Presshaus dient heute als Gebietsvinothek, das alte Vorratshaus als Weingartenhotel.
Weinlagen und Wege am Anninger
Ein Weinwanderweg führt durch die ältesten Rieden; seine Stationen behandeln die Geschichte des Weinbaus und die regional typischen Sorten Rotgipfler und Zierfandler. Eine weitere Runde führt von der Bewegungsarena durch Weingärten mit Blick auf Guntramsdorf, anschließend in den Föhrenwald und in den Naturpark. Die 10,6 Kilometer lange Klinger Runde erreicht das Anningerhaus und führt auf Waldwegen an den Dreidärrischen Höhlen und der Hubertushütte vorbei zurück zum Start. Der Rundkurs wird mit 380 Höhenmetern angegeben. 2021 umfasste das Radwegenetz der Gemeinde acht Kilometer.
Quellen: Weinbauverein Gumpoldskirchen – Aussteckkalender 2026 · Zahlen und Fakten | Marktgemeinde Gumpoldskirchen · Bewegungsarena Gumpoldskirchen – Rundwege
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Gumpoldskirchen – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Offizielle Homepage der Marktgemeinde Gumpoldskirchen - Home - Unser Gumpoldskirchen - Wissenswertes - Chronik
- Pfarrkirche | Pfarre Gumpoldskirchen
- Weingut und Geschichte | Freigut Thallern
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- Zahlen und Fakten | Marktgemeinde Gumpoldskirchen
Stand der Angaben: 09.10.2026
