GIESSHÜBL KENNENLERNEN
Gießhübl: Kuhheide, Hochleiten und Kirchengeschichte
Gießhübl liegt auf 416 Metern Seehöhe am Rand des Naturparks Föhrenberge. Die Gemeinde umfasst 3,90 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 2.440 Einwohner. Wald, Heideflächen und Siedlungshänge prägen das Gebiet.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Gießhübl – Wikipedia, feste Artikelversion
Von Gissubel zur Gemeinde
„Gissubel“ ist 1368 erstmals urkundlich erwähnt. Hohenleiten ist 1453 belegt. Der Türkeneinfall verwüstete den Ort 1529; 1551 galten die Weingärten am Gissibl als verödet. 1590 erscheint erstmals eine „Gemein am Güssübl“. Beim zweiten Türkeneinfall 1683 wurde der Ort erneut verwüstet. Beim Rückzug nach der verlorenen Schlacht von Aspern plünderten napoleonische Soldaten 1809 Kirche und Ortschaft. 1855 wurde der alte Friedhof am heutigen Dorfplatz aufgelassen; der neue Friedhof entstand auf der Anhöhe zwischen Gießhübl und Hochleiten. 1873 gründeten Einwohner die Freiwillige Feuerwehr; 1921 errichtete die Gemeinde ein Kriegerdenkmal. Ab 1925 gab es elektrisches Licht und Busverbindungen nach Brunn, Perchtoldsdorf und Wien. Bei einem Fliegerangriff am 24. Mai 1944 fielen 71 Bomben; 22 Menschen starben.
Kirche, Schule und Pfarrwerdung
Baron Penkler, Patron der Pfarre, ließ 1783 eine Kirche errichten; am 7. November desselben Jahres wurde Gießhübl zur Lokalkaplanei erhoben. Gleichzeitig erhielt der Ort eine Schule. Die Freistellung von der Pfarre Mödling brachte den Bewohnern eine eigene kirchliche Anlaufstelle. Am 30. Mai 1868 erhob Weihbischof Kutschker Gießhübl zur Pfarre. Für einen größeren Neubau wurde 1899 der Grundstein gelegt; Steine für die Kirche brach man auf der Kuhheide. Baumeister Rückershäuser errichtete den Bau, den Weihbischof Marschall am 25. Juli 1908 konsekrierte. 1974 wurde der Innenraum neu gestaltet.
Quellen: Geschichte Gießhübls | Gemeinde Gießhübl · Name und Ortsbezeichnungen | Gemeinde Gießhübl · Pfarre Gießhübl | Gemeinde Gießhübl
Kuhheide und trockene Hanglagen
Die Gießhübler Heide liegt auf trockenem Boden, der schon früh keine Ackernutzung zuließ. Stattdessen wurde die Fläche lange als Weide genutzt: Ein Halter trieb bis zu 200 Kühe durch die Hauptstraße zur Kuhheide und abends wieder zurück. Die offenen Trockenrasen liegen neben den Waldflächen von Eichberg und Hundskogel; auf den steileren Hängen verhinderten die Geländeformen die landwirtschaftliche Nutzung. Tiefgründigere Böden dienten als Wiesen und Äcker. Heute führt eine Route des Naturparks Föhrenberge am Fuß des Trockenrasens vorbei. Nördlich des Waldes schließen Wiesen, Trockenrasen, Äcker und einzelne Weingärten in Hochleiten an.
Quellen: Landschaftliche Beschreibung | Gemeinde Gießhübl · Gießhübl-Strecke | Naturpark Föhrenberge · Name und Ortsbezeichnungen | Gemeinde Gießhübl
Schulhaus, Perlhof und Hochleiten
Das 1876 als zweiklassige Schule erbaute Gebäude an der Hauptstraße wurde 1968 zum Gemeindeamt; die frühere Amtsstelle beherbergt heute die Musikschule. Baron Rudolf Gutmann erwarb den Perlhof 1920 und ließ Glashäuser mit Nutzpflanzen und exotischen Gewächsen errichten. Er beschäftigte Gießhübler, unterstützte Bedürftige mit Kohle und förderte die Feuerwehr; ein Rosengarten lag am heutigen Ballspielplatz, ein Alpinum am späteren Spielplatz. In Hochleiten begann 1950 der Bau eines Jungarbeiterdorfes; Bundeskanzler Leopold Figl eröffnete es 1952, Kardinal Theodor Innitzer weihte es. Die Wasserversorgungsanlage ging 1964 in Betrieb. 1996 wurde das Jungarbeiterdorf mangels Bedarfs geschlossen.
Quellen: Name und Ortsbezeichnungen | Gemeinde Gießhübl · Geschichte Gießhübls | Gemeinde Gießhübl
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- Gießhübl – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte Gießhübls | Gemeinde Gießhübl
- Name und Ortsbezeichnungen | Gemeinde Gießhübl
- Pfarre Gießhübl | Gemeinde Gießhübl
- Landschaftliche Beschreibung | Gemeinde Gießhübl
- Gießhübl-Strecke | Naturpark Föhrenberge
Stand der Angaben: 09.10.2026
