PERNEGG KENNENLERNEN
Pernegg: Vom Doppelkloster zum Fastenzentrum
Pernegg liegt nördlich des Horner Beckens im Bezirk Horn. Die Marktgemeinde umfasst 36,58 Quadratkilometer und zählte am 1. Jänner 2026 672 Einwohner. Im Hauptort steht die weithin sichtbare ehemalige Klosteranlage.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026 · Pernegg (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Ein Frauenstift im Waldviertel
Der Ortsname Pernegg ist bereits 1112 belegt. Ulrich II. von Pernegg, ein Graf aus einer Nebenlinie der Babenberger, stellte seine Burg dem Prämonstratenserorden zur Verfügung. Um 1153 ließen sich die Chorfrauen in Pernegg nieder, während die Chorherren im zehn Kilometer entfernten Geras lebten; ursprünglich war ein Doppelkloster vorgesehen. Marktrecht erhielt der Ort 1230. Die Anlage entwickelte sich zu einem religiösen Zentrum und blieb eng mit Geras verbunden. Im Spätmittelalter verlor die Burg an Bedeutung und wurde 1449 abgetragen. Die heute erhaltenen Umfassungsmauern stammen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert.
Quellen: Pernegg (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Doppelkloster Geras-Pernegg – Stift Geras
Auflösung, Neubesiedlung und Abtei
Die Reformation brachte den Niedergang des Frauenkonvents. 1585 wurde das Kloster aufgelassen; nach dem Tod der letzten Chorfrau 1586 übernahm Geras die Anlage. Prämonstratenser aus Geras besiedelten sie neu und führten das Kloster im 17. Jahrhundert zu neuer Blüte. 1700 wurde Pernegg zur Abtei erhoben. Kaiser Joseph II. hob das Kloster 1783 auf und übertrug die Liegenschaft wieder an Geras. Die Pfarrkirche blieb erhalten und wurde später für Gottesdienste und Konzerte genutzt. 1940 wurde die Anlage beschlagnahmt und als Unterkunft für Umsiedler genutzt; 1945 erlitt sie schwere Schäden. Das Klostergebäude diente ab 1951 als Jugendhaus der Pfarre. Die Sanierung der desolaten Gebäude begann 1992.
Quellen: Doppelkloster Geras-Pernegg – Stift Geras · Pernegg (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Mittelalterliche Mauern und neue Nutzung
Die heutigen Gebäude bewahren unterschiedliche Bauphasen. Teile der Klosteranlage stammen aus dem Mittelalter, weitere Bauteile aus dem 17. Jahrhundert. Die ehemalige Stiftskirche ist spätgotisch; Karner, barocke Klostergebäude und Reste der früheren Burgkapelle sind ebenfalls erhalten. Der Innenhof mit Linde und Nussbaum öffnet sich zu einem philosophischen Garten. Im heutigen Fastenzentrum verbinden sich historische Räume mit Zimmern, Aufenthaltsbereichen und Angeboten für Fasten und Meditation. Der „Weg der Stille“ führt über 14 Stationen durch die Anlage. Für Gäste stehen laut Kloster 50 Zimmer mit Blick ins Grüne, ein Saunabereich und ein Gymnastikraum zur Verfügung. Eine sechs Kilometer lange Lauf- und Nordic-Walking-Strecke führt durch die Umgebung. Die Rezeption gibt ein Begleitbuch zum Weg der Stille aus.
Quellen: Geschichte, Stille & Fastenzentrum – Kloster Pernegg
Acht Orte auf der Hochfläche
Zum Gemeindegebiet gehören Etzelsreith, Lehndorf, Ludweishofen, Nödersdorf, Pernegg, Posselsdorf, Raisdorf und Staningersdorf. Die Pulkau und der Aumühlbach entwässern die Hochfläche nördlich des Horner Beckens. Der tiefste Punkt liegt im Pernegger Graben auf 400 Metern, die südlichen Höhen reichen bis zum Trampelberg mit 546 Metern. Die Marktgemeinde führt Kindergarten und Volksschule. Pernegg liegt an der Franz-Josefs-Bahn; der Bahnhof in Ludweishofen wurde 1994 aufgelassen. Die nächstgelegenen Bahnhöfe befinden sich in Hötzelsdorf-Geras und Irnfritz.
Quellen: Pernegg (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion
Quellen und Belege
Stand der Angaben: 08.10.2026
