ST. MARTIN KENNENLERNEN
Sankt Martin im Lainsitztal: Pfarrgeschichte und Wege am Nebelstein
Die Marktgemeinde Sankt Martin liegt im Bezirk Gmünd im nordwestlichen Waldviertel. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.046 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 49,33 Quadratkilometer. Seine Geschichte verbindet den Lainsitzraum mit alten Markt- und Pfarrorten.
Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
Lainsitz und frühe Siedlung
Die Gemeindeseite setzt einen frühen Orientierungspunkt ins Jahr 1162: In einer Grenzbeschreibung erscheint der Name „Lorsnich“ für einen Abschnitt der Lainsitz. 1185 erhielt Hadmar II. von Kuenring Land zwischen der Lainsitz und dem Bach Stropnitz. Im 13. Jahrhundert lebten in Sankt Martin die Ritter von Luensnitz, Lehensleute der Kuenringer; ein Burgstall lag beim heutigen Schlossberg in Zeil. Der Fluss und seine Nebenbäche markierten damit nicht nur die Landschaft, sondern auch frühe Herrschaftsgrenzen.
Quellen: Geschichte Sankt Martin
Ein Markt vor der Stadt Weitra
Schon vor 1409 war Sankt Martin ein Markt. Ein Streit um den kleinen Zehent bezeugt, dass die Pfarre diesen Abgabenanteil bereits seit Jahrzehnten einhob; die Gemeindechronik vermutet den Marktstatus seit etwa 1339. Das älteste erhaltene Urbar der Herrschaft Weitra nennt 1499 einen „gemeinen markt zu Sand merten“ und verweist auf den Anger am Platz. Die Häuser reihten sich um den kleinen viereckigen Ortsplatz. Weil Sankt Martin in der Bannmeile Weitras lag, entzog ein landesfürstlicher Erlass dem Markt 1528 seine Rechte. Der Nachbarort Harmanschlag wird 1411 erstmals urkundlich erwähnt.
Quellen: Geschichte Sankt Martin
Romanische Spuren und barocke Umbauten
Die Pfarrkirche von Sankt Martin wird wahrscheinlich Hadmar II. von Kuenring zugeschrieben und war ursprünglich romanisch. Über dem einschiffigen Langhaus liegt ein Tonnengewölbe; der Chor unter dem Turm dient zugleich als Altarraum. Am Turm blieb ein romanisches Doppelfenster erhalten, außerdem ein gotisches Maßwerksfenster und die nördlich angesetzte romanische Sakristei. 1731 verlängerte man das Langhaus nach Westen um eine Fensterachse, eine Orgelempore und einen Portalvorbau. In Harmanschlag wurde der Kirchturm 1746 um 4,2 Meter erhöht und mit einem Barockhelm versehen. Die Pfarrkirche in Harmanschlag verlor 1917 und 1942 ihre Glocken; die Pfarre wird seit 1972 wieder von Sankt Martin aus betreut.
Quellen: Geschichte der Pfarren Sankt Martin und Harmanschlag · Geschichte der Pfarre Sankt Martin
Kapellen in Langfeld und Schöllbüchl
Josef Weinpolter ließ 1745 in Langfeld eine Kapelle errichten; 1983 wurde sie renoviert. In Schöllbüchl zerstörte der Brand eines Bauernhauses 1855 die hölzerne Vorgängerkapelle. Johann und Theresia Stifter bauten 1861 die heutige Betkapelle.
Quellen: Geschichte der Pfarre Sankt Martin
Wanderweg zum Nebelstein ab Harmanschlag
Der markierte Rundweg Nr. 76 beginnt am Ortsplatz Harmanschlag und führt über Waldwege auf den Nebelstein in der Nachbargemeinde Moorbad Harbach. Die von der Gemeinde St. Martin bereitgestellte Tour ist 7,26 Kilometer lang; für Hin- und Rückweg sind drei Stunden sowie je 260 Höhenmeter im Auf- und Abstieg angegeben. Von der Bogensportanlage verläuft der Weg entlang des Althüttenbachs zum Oberort und über den Gemeindeberg Richtung Nebelstein. Das steile letzte Stück führt zur Nebelsteinhütte und einer Aussichtsplattform. Der Rückweg geht über Himmelreich und Althütten zum Arramartel und entlang des Schilifts zurück nach Harmanschlag.
Quellen: Nebelsteinweg (von Harmanschlag aus) · Nebelstein – Gemeinde Moorbad Harbach
Badeteich mit Campingplatz
Am Naturbadeteich liegen ein Campingplatz und ein Bistro; zwei Beachvolleyballplätze stehen ebenfalls bereit.
Quellen: Naturbadeteich
Quellen und Belege
- STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026
- St. Martin (Niederösterreich) – Wikipedia, feste Artikelversion · Lizenz: CC BY-SA 4.0 · Versionsgeschichte
- Geschichte Sankt Martin
- Geschichte der Pfarren Sankt Martin und Harmanschlag
- Geschichte der Pfarre Sankt Martin
- Naturbadeteich
- Nebelsteinweg (von Harmanschlag aus)
- Nebelstein – Gemeinde Moorbad Harbach
Stand der Angaben: 08.10.2026
