MARKTGEMEINDE · NIEDERÖSTERREICH

St. Martin

Ein historischer Marktort mit romanischen Kirchenbauteilen und einem Waldweg ab Harmanschlag

GEMEINDEKENNZIFFER30932
Pfarrkirche Sankt Martin in Sankt Martin im Waldviertel
Pfarrkirche Sankt Martin in Sankt Martin im Waldviertel · Foto: Duke of W4 · „Kath. Pfarrkirche hl. Martin in Sankt Martin“ · Wikimedia Commons · CC BY-SA 3.0 · Für regionalinfo.at verkleinert und als AVIF komprimiert; kein zusätzlicher Zuschnitt. Weitergabe unter derselben Bildlizenz.
Einwohner
1 046
01.01.2026
Fläche
49,33 km²
Bevölkerungsdichte
21,2
Einwohner je km²
PLZ des Gemeindeamtes
3971
Keine vollständige PLZ-Liste

Datenquelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026 · aufbereitet für regionalinfo.at.

ST. MARTIN KENNENLERNEN

Sankt Martin im Lainsitztal: Pfarrgeschichte und Wege am Nebelstein

Die Marktgemeinde Sankt Martin liegt im Bezirk Gmünd im nordwestlichen Waldviertel. Am 1. Jänner 2026 lebten hier 1.046 Menschen; das Gemeindegebiet umfasst 49,33 Quadratkilometer. Seine Geschichte verbindet den Lainsitzraum mit alten Markt- und Pfarrorten.

Quellen: STATISTIK AUSTRIA – Gemeindeverzeichnis 2026

Lainsitz und frühe Siedlung

Die Gemeindeseite setzt einen frühen Orientierungspunkt ins Jahr 1162: In einer Grenzbeschreibung erscheint der Name „Lorsnich“ für einen Abschnitt der Lainsitz. 1185 erhielt Hadmar II. von Kuenring Land zwischen der Lainsitz und dem Bach Stropnitz. Im 13. Jahrhundert lebten in Sankt Martin die Ritter von Luensnitz, Lehensleute der Kuenringer; ein Burgstall lag beim heutigen Schlossberg in Zeil. Der Fluss und seine Nebenbäche markierten damit nicht nur die Landschaft, sondern auch frühe Herrschaftsgrenzen.

Quellen: Geschichte Sankt Martin

Ein Markt vor der Stadt Weitra

Schon vor 1409 war Sankt Martin ein Markt. Ein Streit um den kleinen Zehent bezeugt, dass die Pfarre diesen Abgabenanteil bereits seit Jahrzehnten einhob; die Gemeindechronik vermutet den Marktstatus seit etwa 1339. Das älteste erhaltene Urbar der Herrschaft Weitra nennt 1499 einen „gemeinen markt zu Sand merten“ und verweist auf den Anger am Platz. Die Häuser reihten sich um den kleinen viereckigen Ortsplatz. Weil Sankt Martin in der Bannmeile Weitras lag, entzog ein landesfürstlicher Erlass dem Markt 1528 seine Rechte. Der Nachbarort Harmanschlag wird 1411 erstmals urkundlich erwähnt.

Quellen: Geschichte Sankt Martin

Romanische Spuren und barocke Umbauten

Die Pfarrkirche von Sankt Martin wird wahrscheinlich Hadmar II. von Kuenring zugeschrieben und war ursprünglich romanisch. Über dem einschiffigen Langhaus liegt ein Tonnengewölbe; der Chor unter dem Turm dient zugleich als Altarraum. Am Turm blieb ein romanisches Doppelfenster erhalten, außerdem ein gotisches Maßwerksfenster und die nördlich angesetzte romanische Sakristei. 1731 verlängerte man das Langhaus nach Westen um eine Fensterachse, eine Orgelempore und einen Portalvorbau. In Harmanschlag wurde der Kirchturm 1746 um 4,2 Meter erhöht und mit einem Barockhelm versehen. Die Pfarrkirche in Harmanschlag verlor 1917 und 1942 ihre Glocken; die Pfarre wird seit 1972 wieder von Sankt Martin aus betreut.

Quellen: Geschichte der Pfarren Sankt Martin und Harmanschlag · Geschichte der Pfarre Sankt Martin

Kapellen in Langfeld und Schöllbüchl

Josef Weinpolter ließ 1745 in Langfeld eine Kapelle errichten; 1983 wurde sie renoviert. In Schöllbüchl zerstörte der Brand eines Bauernhauses 1855 die hölzerne Vorgängerkapelle. Johann und Theresia Stifter bauten 1861 die heutige Betkapelle.

Quellen: Geschichte der Pfarre Sankt Martin

Wanderweg zum Nebelstein ab Harmanschlag

Der markierte Rundweg Nr. 76 beginnt am Ortsplatz Harmanschlag und führt über Waldwege auf den Nebelstein in der Nachbargemeinde Moorbad Harbach. Die von der Gemeinde St. Martin bereitgestellte Tour ist 7,26 Kilometer lang; für Hin- und Rückweg sind drei Stunden sowie je 260 Höhenmeter im Auf- und Abstieg angegeben. Von der Bogensportanlage verläuft der Weg entlang des Althüttenbachs zum Oberort und über den Gemeindeberg Richtung Nebelstein. Das steile letzte Stück führt zur Nebelsteinhütte und einer Aussichtsplattform. Der Rückweg geht über Himmelreich und Althütten zum Arramartel und entlang des Schilifts zurück nach Harmanschlag.

Quellen: Nebelsteinweg (von Harmanschlag aus) · Nebelstein – Gemeinde Moorbad Harbach

Badeteich mit Campingplatz

Am Naturbadeteich liegen ein Campingplatz und ein Bistro; zwei Beachvolleyballplätze stehen ebenfalls bereit.

Quellen: Naturbadeteich

Quellen und Belege

Stand der Angaben: 08.10.2026

GEOGRAFIE

St. Martin auf der Karte

Gemeindegebiet · Stand 01.01.2026

Rot: aus amtlichen Gemeindegrenzen abgeleitet und für die Anzeige vereinfacht. Kartenhintergrund: basemap.at. Quellen und Methodik

GEMEINDE IN ZAHLEN

Einwohner im Zeitvergleich

StichtagEinwohner
31.10.2011 · Registerzählung1 144
31.10.2021 · Registerzählung1 061
01.01.2026 · Bevölkerungsstand1 046

Die Abstände zwischen den Stichtagen sind unterschiedlich. Quelle: STATISTIK AUSTRIA, Gemeindeverzeichnis 2026.

Gebäude · 31.10.2021
506
NUTS-3-Region
Waldviertel (AT124)

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Besonderheiten & Ausflugsziele

ÜBER DIE GEMEINDEGRENZE HINAUS

Nachbargemeinden von St. Martin

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